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“Zwangs-Urlaub”

So, nun habe ich also gute 1,5 Wochen mehr oder weniger unfreiwilligen Urlaub hinter mir und nochmal doppelt so viel bis Weihnachten vor mir. Nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub hatte mein Chef kurzfristig eine Besprechung einberufen- “Abbau von Urlaubstagen und Überstunden”. Da ahnte ich schon Böses und so war es dann tatsächlich auch. Ich war die Zweite im Ranking der Mitarbeiter mit den meisten Urlaubstagen und Überstunden (obwohl der Überstundenstand der vor dem Urlaub meines Chefs war, in den 3 Wochen waren nochmal 15 Stunden dazugekommen…), vor mir war nur ein Mitarbeiter, der bereits seit 15 jahren beim Unternehmen ist und so deutlich mehr Zeit hatte, die Urlaubtage aufzubauen. Grund für die Besprechung war eine Anweisung der Geschäftsführung, dass zum Abschluss des Geschäftsjahres maximal 20 Urlaubtage (bzw. der aliquote Wert, wenn der Einstieg in die Firma nicht dem Beginn des Geschäftsjahres entspricht) vorhanden sein dürfen. “Ich hab dir doch schon die ganze Zeit gesagt, nehm dir mal Urlaub…” sagte er zu mir, als wir den Besprechungsraum verließen. Ich biss mir auf die Zunge um nicht die Situation ausgraben zu müssen, die einen Monat davor stattgefunden hatte, als ich nach Medan fahren hatte müssen um das Rezept vidieren zu lassen und ihn gefragt hatte ob ich mir dann gleich den ganzen Tag Urlaub nehmen soll oder nur Zeitausgleich bis Mittag und dann wieder in die Firma kommen soll und er geantwortet hatte: “Wenns geht schau dass du am Nachmittag da bist, es ist so viel zu tun…” Natürlich hatte er nicht gesagt: “Nein, du bekommst nicht den ganzen Tag frei” aber ich bin dann halt auch nicht so egoistisch und denke mir: “Nein, mir scheißegal, ich nehm mir Urlaub” wenn er mich schon darum bittet es nicht zu tun. Und wenn schon ein ganzer Tag zu viel ist, werde ich mir doch erst recht keine ganze Woche nehmen, wenn ich sowieso nichts vorhabe und es mir lieber ist den strukturierten Ablauf eines Arbeitstages zu leben. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass mich die Arbeit so auslaugt oder anstrengt, dass ich mich davon erholen müsste.

Nun führte aber kein Weg daran vorbei mal ein paar Urlaubstage zu verballern, und so war ich nun 1,5 Wochen zuhause. Die Zeit habe ich hauptsächlich für Haushaltskram genützt: Zeug ins Altstoffzentrum bringen, Staubsaugen, Auto aussaugen, das Treppenhaus putzen (was der Vollpfosten von Nachbar unter mir schon 3 Tage später wieder zunichte machte, indem er wie schon so oft auf dem Weg vom Geschäftslokal hoch in sein Büro kaffee verschüttete und den Tag darauf denselben Weg mit komplett dreckigen Schuhen zurücklegte und so eine Spur aus getrocknetem Matsch zurückließ, die im Profil seiner Schuhe gesteckt hatte), kurzum, langweilig wurde mir nicht. Zudem sind meine Fellmonster wohl etwas verfrüht im Fellwechsel, mit dem Fell, dass ich denen in 2 Sessions herausbürstete, hätte ich locker ein kleines Stofftierchen füllen können. Undfassbar, dass die danach überhaupt noch welches hatten. Außerdem kam ich endlich dazu, mir ein neues altes Handy zu besorgen, das gleiche Modell, das ich letztes jahr hatte, und nächsten Montag, wenn ich in Medan bin, werde ich beim Türken meines Vertrauens fragen, ob er das Display von dem in mein altes Handy einbauen kann- ich möchte einfach nicht damit leben, dass all meine Telefonnummern weg sind. Auch wenn ich somit gut beschäftigt war und selten an die Arbeit dachte, konnte es mir nicht verkneifen, gelegentlich am Diensthandy meine E-Mails zu checken und ein paar wenige zu beantworten. So bin ich zumindest seelisch mal darauf vorbereitet, was mich morgen erwartet.

Heute komme ich irgendwie überhaupt nicht in die Gänge. Obwohl ich um halb 8 wach war, hab ich mich bis 11 am Sofa rumgewälzt, unfähig aufzustehen oder richtig weiterzuschlafen. Selbst die ganze Palette an Zaubermittelchen, die dem Zustand Abhilfe verschaffen sollten, brachte nichts. Nachdem ich Löwenzahn für die Fellmonster geholt hatte und Haare gewaschen hatte fühlte ich mich zumindest so lebendig, dass ich das zweite Mal diese Woche staubsaugen konnte (Fellwechsel…), aber mittlerweile habe ich schon wieder das Gefühl im sitzen einzuschlafen. Einfach Bäh.

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Zahltag

Irgendwann ist Zahltag, für jeden von uns. Irgendwann bezahlst du für all deine Fehler.

Ich habe das Gefühl, nicht mehr Teil dieser Welt zu sein. Täglich entferne ich mich mehr aus dem Leben. jeden Tag, den ich alleine mit mir und der Essstörung verbringe, treibt den keil zwischen mir und den Menschen, die mich liebten, die ich geliebt habe, tiefer. Wenn ich jemand fragen würde: “Wie heißen deine Freunde?”, ich wüsste nicht mehr, was ich antworten sollte. Ich habe keine Freunde mehr und ich kann es ihnen nicht verübeln. Ich bin ein einsamer Wolf geworden, der nachts um 4 anstatt zu schlafen den Mond anheult und bloggt. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich zuletzt mit einer Person in meinem Alter etwas unternommen habe, du liebe Güte, das ist Monate her. Das alles weggeworfen für die beschissene Essstörung. Wenn du drogensüchtig bist, hast du wenigstens noch soziale kontakte, auch wenn es bloß dein Ticker ist und andere zweifelhafte Gestalten, die genauso im Arsch sind und am Rande der Gesellschaft stehen wie du selbst, aber du bist zumindest gezwungen rauszugehen, mit Menschen zu kommunizieren. Doch die Essstörung isoliert dich komplett von deinem Umfeld, sie bringt dich dazu, dich an den schönsten Sommertagen in dner Wohnung einzuschließen und alles, was deinen kranken, von der Essstörung getakteten Tagesablauf stört, wie Besuche oder Verabredungen, versetzt dich in Panik, mal abgesehen dass du die Energie dazu nicht hast. Was sollte man schon mit einem Menschen wie mir machen? Etwas Essen gehen fällt aus. Wandern oder Radfahren gehen fällt aus. Schwimmen gehen fällt aus. Fitnessstudio fällt aus. kinobesuch fällt aus. Ausgedehnte Spaziergänge fallen aus. Gemeinsam kochen fällt aus. Also unterm Strich: Viel mehr als zuhausesitzen und Reden oder einen Film anschauen ist nicht drin. Und wenn dann auch noch das Zeitfenster ab dem Nachhausekommen von der Arbeit bis zum Schlafengehen und am Wochenende ab 15:00 für die Essstörung reserviert ist, bleibt sowieso nicht mehr viel Zeit für soziale kontakte.

Nein, so habe ich mir als kind mein Leben als erwachsene Frau nicht vorgestellt. Was heißt Leben, das ist kein Leben, da ist nicht mehr viel Lebendigkeit in mir. Ich habe fast alles verloren was ich hatte und was mir wichtig war und was mich ausgemacht hat, meine Hobbies, meine Freunde, meine Energie, meine kraft, meine Lebensfreude. Ich hätte nie gedacht, dass es so elendig langsam und quälend ist, an einer Essstörung zugrunde zu gehen. Du wünscht dir jeden Tag nur mehr, dass es vorbei ist und alles endlich ein Ende hat, du knallst dir Opioide in den Blutkreislauf um die körperlichen und seelischen Schmerzen zu betäuben. Ich weiß nun, warum man schwer kranken Menschen Opioide verabreicht, ich glaube wenn ich das Zeug nicht hätte, ich würde durchdrehen. Diesen Wahnsinn hält man nüchtern nicht aus, obwohl ich meilenweit davon entfernt bin, so  dicht zu sein, wie ich es gerne hätte.

Das Leben, das ich mal hatte, liegt in Scherben vor meinen Füßen. Unglaublich, dass ich vor 12 Monaten noch Freunde hatte, 15km-Läufe unternommen habe, mit meinem Freund Berge bestiegen habe. Und nun sitze ich da und sterbe jeden Tag ein bisschen mehr.

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Unerwarteter Besuch

Auf dem Rückweg vom Einkaufen erlebte ich am Samstag eine Begegnung der unangenehmen Art. Ich war auf einem Güterweg unterwegs, der zwar erst vor kurzem breiter gemacht wurde, aber dennoch so schmal ist, dass zwei Autos gerade so aneinander vorbeikommen. Hinter mir fuhren noch zwei Fahrzeuge. Als mir ein anderer Wagen entgegen kam, handelte ich wie immer- ich verringerte deutlich meine Geschwindigkeit und fuhr so weit wie möglich an den Fahrbahnrand. Als der Wagen neben mir war, ich hörte einen lauten knall und ein Ruck ging durch das Auto. Ich saß wie versteinert hinter dem Lenkrad und versuchte erst mal zu begreifen, was passiert war. Der Seitenspiegel war eingeklappt worden und gegen die Seitenscheibe geknallt. Das Glas fehlte und die Abdeckung hinten auch, denn ich konnte durch den Rahmen den blauen Himmel sehen. In der nächsten Ortschaft wendete ich und fuhr zurück. Ich hielt Ausschau nach dem Unfallgegner, doch da war niemand. Vielleicht haben wir uns nur an den Spiegeln touchiert, un der Andere hat gar keinen Schaden, überlegte ich. Ich verbuchte den Vorfall unter “Dumm gelaufen” und fuhr nach Hause.

Gegen 16:00, ich wusch gerade in Unterwäsche Geschirr ab, klingelte es an der Tür. Vermutlich die freiwillige Feuerwehr um Spenden enzusammeln, wer sonst sollte es um die Zeit sein? Besuch erwartete ich definitiv keinen. Pech gehabt, wegen denen würde ich mir nicht die Hände abtrocknen und mich hektisch anziehen, dachte ich mir, stellte aber das Wasser ab und verhielt mich ruhig. Das klingeln wurde drängender, es gesellte sich klopfen an der Tür hinzu. Auf Zehenspitzen schlich ich zur Türe. Ich konnte gedämpft Funkgerätgeräusche wahrnehmen. War es tatsächlich die Feuerwehr, aber nicht um Spenden zu sammeln, sondern um mir zu sagen, dass aus irgendeinem Grund das Haus geräumt werden musste? Brannte es? Aber das hätte ich doch gerochen… ich schlich zurück ins Wohnzimmer, zog mir die Hose an, ein T-Shirt über den kopf und zog die Wohnzimmertür hinter mir zu. Ich öffnete die Wohnungstür. Davor stand ein Polizist und eine Polizistin. “Grüß Gott Frau Fliegermädchen. Wir haben ein paar Fragen an Sie. Waren Sie heute um 11:10 mit Ihrem Fahrzeug unterwegs?” – “Das ist richtig, da war ich am Rückweg vom Einkaufen.” Mir dämmerte, worauf sie hinauswollten. “Und wo waren Sie zu der Zeit ungefähr?” – “Auf dem Güterweg zwischen [Ortschaft A] und [Ortschaft B], ungefähr auf der Höhe der Abzweigung zum Biohof.” – “Und ist da irgendetwas vorgefallen?” – “Ich habe ein anderes Fahrzeug mit dem Seitenspiegel berührt.” – “Und warum haben Sie nicht angehalten?” – “Weil der Weg ziemlich schmal und unübersichtlich ist, und hinter mir fuhren noch zwei Fahrzeuge. Ich habe dann in [Ortschaft B] gewendet und bin zurückgefahren, aber da war niemand mehr, deswegen bin ich davon ausgegangen, dass wir uns nur leicht an den Spiegeln berührt haben und der andere keinen Schaden hat und bin nach Hause gefahren.” – “Aber Sie haben doch einen Schaden, oder? Also hätten Sie zur Polizei fahren müssen und den Vorfall melden müssen.” – “Daran habe ich in dem Moment absolut nicht gedacht. Für mich war das wie wenn ich beim Ausparken versehentlich gegen eine Straßenlaterne fahre, da fahre ich auch nicht zur Polizei.” – “Frau Fliegermädchen, das Problem ist Folgendes: Der Unfallgegener ist im Gegensatz zu Ihnen zur Polizei gefahren, Sie haben somit Fahrerflucht begangen. Sie werden Post von der BH bekommen. Wir haben Ihre Aussage soweit aufgenommen und werden Ihre Daten dem Unfallgegner weitergeben. Am besten, Sie nehmen baldigst kontakt zu Ihrer Versicherung aus und informieren sie über den Vorfall. Wenn Sie noch irgendetwas brauchen, wir sind von der Dienststelle in […].” – “Alles klar… dann weiß ich Bescheid.” antwortete ich einigermaßen überrumpelt und ärgerte mich über meine eigene Dummheit.

Das hat mir gerade noch gefehlt. Zumindest weiß ich nun, wofür ich letzten Monat Urlaubsgeld ausgezahlt bekommen habe…

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Was für eine Woche

Die Woche hat es wirklich in sich gehabt. Täglich habe ich um 6 angefangen und dafür geplant, früher nach Hause zu gehen, allerdings wurde es dann Tag für Tag ein wenig später. Ich glaube mein Chef wird mir den Schädel abreißen, wenn er nach 3 Wochen aus dem Urlaub kommt und sieht, wie viele Überstunden ich angesammelt habe. Alleine diese Woche waren es 9 oder 10. Aber es war definitiv nicht so, dass ich Daumen gedreht hätte, absolut nicht. Es ging alles mögliche schief, das nur schiefgehen konnte. Als ich beispielsweise am Mittwoch um 16:00 nach Hause gehen wollte, rief mich ein Arbeitskollege an. “Fliegermädchen, kannst du mir die zwei Vogelgetriebe auf dem Lagerplatz […] freigeben? Ich brauch die für einen manuellen Auftrag, nur wenn noch das Q danebensteht kann ich die nicht einbuchen und kommissionieren lassen.” Ich buchte also die Getriebe frei und schickte ihm eine kurze Info per Mail. “Und wo sind die Getriebe nun?” kam zurück. Alter Falter. Ich rief ihn nochmal an. “Ich dachte, du weißt wo die sind und brauchst sie nur freigebucht?” – “Nein, ich dachte du weißt das!” – “Nein, wenn ein Q daneben steht, sind die normalerweise noch im Wareneingang, nicht bei mir.” – “Und was mache ich, wenn ich die brauche?” – “Bleib dran, ich geh schnell nach vorne.” Ich ging also zur Sperrfläche des Wareneingangs und sah sofort in einer der Paletten die zwei gesuchten Getriebe. “Bist du noch dran? Ich hab sie, die sind gesperrt weil sie in der falschen Farbe geliefert wurden.” – “Genau, und ich habe einen manuellen Fertigungsauftrag erstellt, um sie hier nachlackieren zu lassen, dann brauchen wir sie nicht zurückschicken. Nur wie kann ich die einbuchen? In der MIGO scheint der Auftrag nicht mehr auf. Und wie kann ich die dann kommissionieren lassen? Es ist voll dringend…” Eigentlich hatte ich mich schon gefreut, nach Hause gehen zu können, aber als er mich zum ersten Mal angerufen hatte, hatte er mich davor bewahrt, mich von einem Monteur vollsülzen lassen zu müssen, und als Dank dafür beschloss ich ihm zu helfen. “komm mal mit dem Auftrag runter in den Wareneingang, dann schnappen wir uns die 2 Getriebe, bringen sie mit dem Hubwagen zu meinem Platz, dann schau ich mir an was mit der Buchung schief gegangen ist und dann bringen wir sie direkt zur Lackiererei, so sind wir glaube ich am schnellsten. ” – “Danke Fliegermädchen, du bist meine Rettung, ich bin gleich da.” Eine Minute später stand er neben mir, ich hatte inzwischen einen Staplerfahrer organisiert und gebeten, die Palette zu meinem Platz zu bringen, der sich praktischerweise direkt vor der Lackiererei befindet. Ich überprüfte noch schnell was bei der Buchung schief gelaufen war und sah auf den ersten Blick dass einfach nur kein Transportauftrag erstellt worden war. Nachdem ich das gemacht hatte, dachte ich, die Getriebe los zu sein, doch es sollte anders kommen…

Am nächsten Tag kam der Teamsprecher der Lackiererei zerknirscht zu mir. “Wir haben da ein Problem… meine Burschen haben vergessen die Typenschilder abzuleben und drüberlackiert. Ich habe zwar versucht den Lack wieder abzukratzen, aber ich konnte sie beim besten Willen nicht mehr retten. Wo darf ich dir die Palette hinstellen?”  Ich warf einen Blick darauf- es waren genau die beiden Getriebe, die ich am Vortrag aus dem Wareneingang geholt hatte und ich ahnte Böses. Vermutlich hatten wir die nicht ohne Grund bei uns im Haus lackieren lassen, anstatt wie in solchen Fällen üblich zum Lieferanten zurückzuschicken. Ich rief also besagten Arbeitskollegen nochmal an. “Ich nehme an, das wird einen Grund gehabt haben, dass wir die Getriebe hier lackiert und nicht zurückgeschickt haben, oder?” – “Richtig, wir brauchen die für einen Eilauftrag, der morgen rausgehen soll. Warum?” – “Weil ich sie bei mir auf der Sperrfläche stehen habe. Mit überlackierten Typenschildern.” – “NEIIIIIIIIIIINNN! Nicht wirklich, oder?” – “Doch. Aber der Teamsprecher hat den Lack so weit abbekommen, dass ich die Seriennummern lesen kann, ich werde sie nachdrucken.” – “Damit würdest du uns einen riesen Gefallen tun!” – “Ich sag dir Bescheid, wenn ich fertig bin.” Doch so einfach wie gedacht war es dann doch nicht. Die Vorlage von meinem Chef war so alt, dass ich sie nicht mehr verwenden konnte, da ich den damals verwendeten Treiber nicht hatte und die Schrift total verzerrt war. Also musste ich mit dem Programm ein neues Layout erstellen, was ich noch nie gemacht hatte, und aus irgendeinem Grund druckte der Drucker meinen Entwurf immer zwischen zwei Etiketten der Rolle und nicht auf eines. Ich bat die EDV-Abteilung, sich das anzusehen, informierte den Vertrieb dass es wohl leider noch dauern würde und hetzte dann zu einer Skype-Besprechung bezüglich eines kundenaudits nächste Woche, an der ich stellvertretend für meinen Chef teilnehmen musste. Ich war schrecklich nervös, zwischen dem globalen Qualitätsmanager, mehreren Mitgliedern der Geschäftsführung und unserem Prozessmanager fühlte ich mich ziemlich klein und verloren.

Vor allem stellte sich im Rahmen des Gesprächs heraus, dass mein Chef bezüglich dieses Audits mehrere Dinge zugesichert, die er aber nicht erledigt hatte. Und die hängte mir nun der Prozessmanager um. “Fliegermädchen, ich brauche Einiges von dir. Ich schick dir die Liste mit den Lagerbeständen für den kunden, schau bei welchen Materialnummern die meisten Reklamationen wegen Ölaustritt waren, schnapp dir einen Ferialpraktikanten und lass den die Paletten stichprobenartig kontrollieren, ob wo offensichtlich Öl ausläuft. Dann brauche ich die Übersetzung von der kundenspezifischen Checkliste. Außerdem eine Auswertung über unsere erfassten Reklamationen im Verhältnis zu den Lieferungen, am besten pro Materialnummer. Und eine Liste mit den Maßnahmen, die [mein Chef] zur Vermeidung zukünftiger Reklamationen zugesagt hat, und seit wann die umgesetzt werden, da fragst du am besten den Montageleiter. Und so viel wie möglich davon soll morgen am Nachmittag fertig sein, damit ich bei der nächsten Besprechung schon was herzeigen kann.” Ich schluckte. Wie in aller Welt sollte ich das alles in 7 oder 8 Stunden, neben meiner normalen Arbeit, schaffen?

Die Checkliste übersetzte ich noch am gleichen Tag, damit ich einen Punkt abgehakt hatte, ich fragte den Montageleiter über die Maßnahmen aus und verschob den Rest auf den nächsten Tag. Da fiel mir auf dass in der Liste mit den Reklamationen, die mir mein Chef immer zuschickt, gerade mal ein Bruchteil derer war, die der kunde seiner Meinung nach übermittelt hatte. Doch fast die gesamte Abteilung, die die eingehenden Reklamationen bearbeitet, war auf Urlaub, sodass mir da niemand helfen konnte und auch der Mitarbeiter, der am Rechner von meinem Chef diesen Broadcast zum automatischen Versenden der Reklamationsliste eingerichtet hatte, war nicht im Haus. Ich machte mich also erst mal daran herauszufinden, von welcher Materialnummer wir wie viel geliefert hatten, was bei 500 Zeilen eine gefühlte Ewigkeit dauerte. Zu Mittag kam der Prozessmanager dann wieder. “Was? Du bist noch nicht weiter?” – “Das dauert halt einige Zeit, herauszufinden, von welchem Material wir wie viel geliefert haben!” Aber das will ich doch gar nicht wissen! Ich hab dir die Tabelle nur geschickt, damit du die Gesamtzahl hast!” Aha. Gestern klang das noch anders… schön, die ganze Arbeit der letzten Stunden umsonst. “Alles klar. Aber was soll ich dann eigentlich auswerten?” – “Unsere Reklamationen, wir haben zwar wahrscheinlich mehr erfasst als der kunde, aber wir beziehen natürlich nur die ein, die er auch hat. Da wären wir blöd, wenn er sagt er hat 20 und wir: Nein, wir haben aber 25! Da sagen wir natürlich auch, dass er nur 20 sind” – “Aber wieso nehmen wir dann nicht gleich die Liste, die uns der kunde geschickt hat?” Um es abzukürzen, er schaffte nicht es mir zu erklären, warum ich all unsere erfassten Reklamationen mit der Liste des kunden vergleichen sollte und nicht direkt die des kunden für die Berechnungen heranziehen durfte. Ich hasse es, so unklar formulierte Aufgabenstellungen zu bekommen.

Nur eine halbe Stunde nach der Mittagspause stand er schon wieder da. Ich hatte ganz provokativ beschlossen, die Auswertung erst mal Auswertung sein zu lassen, denn mein E-Mail-Postfach quoll über, die Paletten mit den zu reklamierenden Teilen auch, und das macht bei einem Audit auch keinen guten Eindruck, wenn lauter als defekt gekennzeichnete Teile herumliegen und gesperrte Aufträge herumstehen. “Wie sieht es aus?”  fragte er. “Weitgehend unverändert, ich musste erst mal ein paar andere Sachen machen, damit hier nicht alles im Chaos versinkt.” – “Aber wir brauchen diese Auswertungen!” – “Nichts für ungut, aber ich kann nicht zaubern. Der Termin für das Audit steht sicher nicht erst seit gestern fest. Schau dich mal um wie es hier aussieht – ich deutete auf die vielen, mit einer roten Sperrkarte versehenen Teile auf meinem Schreibtisch und in den Paletten – ich glaube nicht, dass das der kunde sehen sollte.” – “Es ist nicht mein Problem, wenn [ mein Chef ] seine Arbeit nicht erledigt!” sagte der Prozessmanager. Aha, dachte ich mir. Aber meines offenbar schon, oder was?! Ich war einfach nur mehr stinkwütend auf meinen Chef, dass er sich einfach so für 3 Wochen in den Urlaub verzogen hatte, wohlwissend, dass er Dinge die er tun hätte sollen nicht erledigt hatte, aber es offenbar nicht der Mühe wert fand, mich und meinen Abteilungskollegen vorher darüber zu informieren, was auf uns zukommen würde. Und auf den Prozessmanager, der nicht in der Lage war zu formulieren, was er eigentlich von mir wollte und dann auch noch so tat, als hätte er voll den Durchblick und wüsste alles besser. Beispielsweise gab es eine Reklamation, wo ein Getriebe ohne angezogene Ölschraube und ohne Öl geliefert geworden war. Ich hatte mir den E-Mail-Verlauf der Reklamation durchgelesen, ich hatte die Fotos gesehen, ich wusste, dass sich nie Öl im Getriebe befunden hatte. Somit war es in meinen Augen auch kein Ölverlust, denn verlieren kann man meiner Meinung nach nur etwas, das schon mal dagewesen ist. Das sagte ich ihm auch als er fragte, warum ich auf eine Reklamation wegen Ölverlust weniger kam als er. “Bei der ersten Reklamation war gar kein Öl im Getriebe, deswegen habe ich die nicht mitgezählt.” Er sah mich an als wäre ich ein total unwissendes kleinkind und sagte lächelnd: “Natürlich war kein Öl im Getriebe, wie soll denn eines dringewesen sein wenn die Schraube fehlt und alles rausgeronnen ist?”

Danach hatte ich erst recht keine Lust mehr, auch nur eine Minute in diese Auswertung zu investieren.

Vielleicht sollte ich einfach mal ins nächste Fundbüro gehen und sagen, dass ich eine Million Euro verloren habe. Seiner Logik nach müsste ich die dann doch eigentlich wiederbekommen…

Selten habe ich mich so sehr über das Wochenende gefreut.

 

 

 

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I can still recall our last summer…

Oft muss ich an letzten Sommer zurückdenken. An die regelmäßigen Ausflüge in diese Parallelwelt, deren Eingangstür auf halbem Weg zwischen Träumen und Wachsein liegt, die mich immer mit einem Lächeln im Gesicht zurückgelassen haben. Diese Momente, in denen einfach nur alles gut war.

Wie schnell sich alles geändert hat. Die Tür in die Parallelwelt ist mir schon so lange verschlossen geblieben. Der Substitutionskram hat mich anfangs wach gemacht, mittlerweile schlafe ich danach immer ein. Aber ich gehe vorbei an der Tür ins Reich der Träume.

Wenn ich an letzten Sommer zurückdenke, habe ich das Gefühl, mein Leben ist vorbei. Ich unternehme nichts mehr, ich weiß gar nicht, wann ich mich zuletzt mit Freunden getroffen habe. Meiner Mutter tische ich zwar beim Telefonieren irgendwelche Stories auf, damit sie sich keine Sorgen macht, aber die Wahrheit ist eine andere. Für mehr als Arbeit und Haushalt reicht die Energie nicht. Ich komme mir vor wie eine alte Frau, die zuhause sitzt, aus dem Fenster starrt, und auf ihren Tod wartet.

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Unbeliebt gemacht

Diese Woche habe ich mich in der Arbeit zum ersten Mal richtig unbeliebt bei einem Arbeitskollegen gemacht. Da dieser aber generell nicht sehr beliebt ist, kann ich damit leben, auch wenn ich leider trotzdem ein schlechtes Gewissen hatte. Das, was mir an Selbstbewusstsein fehlt, hat besagter kollege definitiv zu viel. Einer von der Sorte “ohne mich läuft hier gar nichts”. Die Tatsache, dass er in seiner Zeit im Betrieb schon in so gut wie allen Abteilungen war, weil auf Dauer niemand mit ihm zurechtkommt, interpretiert er aber fälschlicherweise so, dass er so gut ist, dass man ihn in alle möglichen Abteilungen steckt, damit er die “auf Vordermann” bringt.  Was man ihm allerdings lassen muss ist, dass er unglaublich gut Aufgaben delegieren kann, er lässt andere für sich arbeiten und kontrolliert dann bloß ob es erledigt wurde. Da habe ich schon das eine oder andere Mal in der Vergangenheit innerlich die Augen verdreht, wenn er wegen irgendeiner kleinigkeit zu mir kam, die er locker selbst erledigen hätte können. Aber da ich zum Einen ein hilfsbereiter Mensch bin, und zum Anderen konflikten aus dem Weg gehe, habe ich es dann einfach gemacht damit er Ruhe gibt und fertig. Umgekehrt, wenn ich aber mal etwas von ihm brauchte, ließ er mich in 99% der Fälle anrennen. “kannst du nicht morgen Früh damit kommen? Ich habe so wenig Leute in der Nachmittagsschicht, ich wüsste echt nicht wem ich das geben sollte…”

Irgendwann ist dann auch bei mir der Punkt erreicht, wo ich mich wehre. Am Donnerstag ging ich mehr oder weniger unter in Arbeit, noch dazu war mein Chef auf einem Seminar und nicht erreichbar. Ich begann um 8 Uhr in der Früh damit, ein Typenschild neu zu schreiben, das versehentlich nicht abgeklebt und somit überlackiert worden war, und um 10 war ich noch immer nicht damit fertig, weil ständig irgendwer daherkam und irgendetwas von mir brauchte. Dann bekam ich auch noch eine E-Mail von besagtem kollegen, im Anhang ein Excel-Dokument, das ich letzte Woche für ihn erstellt hatte. “Du hast da bei [ Name einer Firma ] ein R vergessen, bitte ausbessern.”. Das war doch nicht sein Ernst?! In der Zeit, in der er die E-Mail tippt und das Dokument anhängt, hätte er das 5 Mal selbst machen können und mir einfach bei Gelegenheit mal sagen können: “Du, Fliegermädchen, nur dass du es weißt für´s nächste Mal, [Name der Firma] schreibt man mit R”. Aber nein, bevor sich der Herr selbst die Finger schmutzig macht, schickt er es mir. Bloß weil ich so nett war und das Dokument für ihn erstellt habe (schon da hätte ich mich weigern können), heißt das nicht, dass ich lebenslang für den Inhalt verantwortlich bin, wenn das immer so wäre, würde ich ab 2025 den ganzen Tag nichts anderes mehr tun als Dokumente auszubessern. Ich helfe echt gerne, wenn es um Formeln, Formatierungen, VBA-Programmierung geht… aber Schreibfehler ausbessern sollen die Leute dann bitte selbst. Besonders an solchen Tagen wie am Donnerstag, wo ich selbst zu nichts komme, weil ich im übertragenen Sinne den ganzen Tag damit beschäftigt bin, Feuer zu löschen. Deswegen schrieb ich ihm dann am Nachmittag: “Lieber H., nicht böse gemeint, aber bitte erledige solche kleineren Ausbesserungsarbeiten selbst. Ich helfe gerne, wenn es um die Neuerstellung von Dokumenten geht oder Probleme bei der Formatierung oder in Formeln auftauchen, weil ich weiß, dass das schwierig sein kann wenn man Excel nicht oft verwendet, aber einen einzelnen Buchstaben ausbessern kannst du glaube ich auch. Das wäre wahrscheinlich sogar schneller gegangen als mir die E-Mail zu schreiben und das Dokument anzuhängen. Danke für dein Verständnis” Da ich ahnte, dass er sich vermutlich bei meinem Chef darüber aufregen würde, schickte ich ihm das gleich mal weiter, außerdem ist das genau so ein Punkt, wo er dann wieder dasteht und meint: “Über so etwas will ich informiert werden!” wenn ich es ihm nicht sage und er es durch Zufall rausfindet. Trotzdem hatte ich den ganzen Abend ein schlechtes Gewissen und obwohl ich abends am Diensthandy sah, dass mein Chef auf meine Mail geantwortet hatte, traute ich mich nicht, sie zu öffnen. Erst, als ich am Freitag um 6 in die Firma kam, las ich seine Antwort. “Hallo H., du hast einen Laptop und somit spricht nichts dagegen, dass du solche Dinge selbst änderst. Solange du in meiner Abteilung bist, hast du gewisse Aufgaben selbst zu erledigen und nicht alles zu delegieren. Solltest du noch Fragen dazu haben, können wir morgen gerne persönlich darüber sprechen.” Da fiel mir schon mal ein Stein vom Herzen; ich hatte nichts falsch gemacht, mein Chef war auf meiner Seite, aber mir war auch klar, dass besagter kollege diesen “Einlauf” nicht so einfach auf sich sitzen lassen würde. und so war es dann auch, gegen 9 stand er plötzlich an meinem Platz. “Fliegermädchen, die Aktion hättest du dir echt sparen können, wegen dir bin ich gerade voll mit [unserem Chef] aneinandergekracht, du weißt doch wie er ist!” Genau, das weiß ich, und deswegen weiß ich, dass er nächste Woche schon nicht mehr daran gedacht hätte, wenn du es einfach akzeptiert hättest und nicht versucht hättest, mit ihm darüber zu diskutieren. “Da ich angenommen habe, dass du ihn auf das Thema ansprechen wirst, habe ich ihm die Mail schon mal weitergeleitet, damit er Bescheid weiß. Sonst kann ich mir nämlich hinterher wieder anhören, warum ich ihn darüber nicht informiert habe.” – “Der hat aber so nicht mit mir umzugehen, ich habe keine Angst vor ihm! Ich meine, bis vor kurzem habe ich noch 28 Mitarbeiter unter mir gehabt, und man sieht es eh, nun wo ich nicht mehr dort bin, funktioniert gar nichts mehr! Ich meine, ich arbeite da die ganze Zeit Vollgas und bringe richtig was weiter, was ich hier schon alles auf die Beine gestellt habe, da braucht mir der gar nicht so kommen!…” Ich war hin und hergerissen zwischen meinem schlechten Gewissen, dem Impuls wegzulaufen, weil das genau diese Art von Situation ist, die ich immer zu vermeiden versuche, aber andererseits steigerte er sich so in sein “Ich bin der Beste und ohne mich läuft hier gar nichts”- Gehabe hinein, dass es schon wieder einfach nur mehr lächerlich war und ich mir auf die Lippe beißen musste um nicht loszulachen. Als er noch ein paar Mal betont hatte, dass er arbeitet wie ein Viech und schon 28 Mitarbeiter geführt hat, trat er den Rückzug an.Trotzdem war mein erster Impuls, loszuheulen, als er gegangen war, aber ich verkniff es mir und lenkte mich mit Arbeit ab, davon war schließlich genug da.

Nachmittags, bei der Besprechung mit meinem kollegen C., sprach mein Chef das Thema nochmal an. “Der Typ lebt in seiner eigenen Welt. Wie er da bei mir oben war hat er die ganze Zeit wiederholt: Ich habe keine Angst vor dir, ich habe keine Angst vor dir… soll er eh nicht haben, er soll sich einfach nur an die Spielregeln halten solange er in meiner Abteilung arbeitet, und fertig.”

Er war schon mal bei uns in der Abteilung, das ging genau 1 Monat gut. Ich bin gespannt, wie lange es diesmal ist.

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Blackout

Gestern Nachmittag gab es den obligatorischen ersten der zwei Stromausfälle pro Saison. Ich war heilfroh, schon zu Mittag aus Medan weggefahren zu sein, denn Autofahren bei diesem Wetter wäre definitiv nicht lustig gewesen. Der Sturm warf alles um, was nicht niet- und nagelfest war und nur 10 Minuten, nachdem das ganze Spektakel angefangen hatte, flackerte das Licht und es war finster. Und mit finster meine ich wirklich finster, obwohl es erst 18:00 war. Nur die zuckenden Blitze erhellten alle paar Sekunden den Himmel.

Am Wochenende war ich also in Medan. Zum einen, weil ich gestern einen Zahnarzttermin hatte, zum Anderen, weil ich nach den Fellmonstern dort sehen wollte. Es war kein sehr schöner Anblick, sie sehen nicht mehr besonders fit aus. Mein großer Hasebär torkelt herum, als wäre er besoffen, er hat solche Gleichgewichtsstörungen, dass er nur mehr Männchen machen kann, wenn er sich gegen eine Wand lehnt und als ich ihn abends zum Streicheln zu mir ins Bett holte, war er viel anhänglicher als sonst. Wahrscheinlich hätte er dort mit mir geschlafen, wenn ich ihn gelassen hätte. Und seine kleine Freundin sieht total abgemagert aus, ein Auge ist trüb und dann bekam sie auch noch Durchfall, weshalb Nadine und ich am Montag in der Früh mit ihr beim Tierarzt waren. Er gab uns was gegen den Durchfall, aber gegen den Rest konnte er nichts tun. “Mit dem Alter bauen sich die Muskeln ab, deswegen sieht sie so dünn aus. Was soll ich sagen… das Tier ist halt einfach alt.” Das stimmt wohl.

Allerdings war ich dann auch froh, als ich gestern wieder fahren konnte. Es gibt Dinge, die begreife ich einfach nicht. Rückblick Silvester: Meine Mutter hatte für die Feierlichkeiten einen runden Block Hartkäse gekauft, denn sie hat so ein Holzbrett mit einer Vorrichtung, auf der der aufgespießt werden kann und durch drehen eines Hobels kann man sich davon hauchdünne Scheiben abhobeln. Von dem Block ist ein Großteil übergeblieben, weshalb er auf den Balkon gestellt wurde. Dort steht er immer noch. In diesem Haushalt wohnen 3 Personen, ich verstehe nicht, wieso nicht eine davon den mal nehmen und entsorgen kann. Ich verstehe es wirklich nicht. Die können wohl kaum glauben, dass der nach 2 Monaten Lagerung über 20 Grad noch essbar ist?! Ich musste mich schon beim letzten Medanbesuch zusammenreißen, den käse nicht wegzuwerfen, weil ich genau weiß was sonst wieder von meiner Mutter kommt: “Aber du musst deine Zeit nicht mit solchen Sachen verbringen, wenn du doch eh schon so selten hierher kommst!” Doch, muss ich offenbar, wenn es sonst keiner macht?! Deswegen versuche ich einfach darüber hinwegzusehen, um solche Diskussionen mit meiner Mutter zu vermeiden. Ich werde sie nicht mehr ändern. Aber es fällt mir schwer, verdammt schwer, weil es einfach so ekelig ist, wenn einem der Inhalt des kühlschranks oder anderer Schränke lebendig entgegenkommt, weil es diese 3 Personen einfach nicht auf die Reihe kriegen, etwas bei dem ersten Anzeichen von Verderblichkeit zu entsorgen, sondern erst so lange warten, bis dieses Lebensmittel zur Unkenntlichkeit verrottet ist und sich diverse Lebensmittelschädlinge wieder in der ganzen küche ausgebreitet haben.