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Ich hab ein Haus, ein kunterbuntes Haus…

Jaaaa, okay, ich habe kein Haus. Aber meine Eltern haben eines. Seit letzter Woche. Und falls ich bisher daran gezweifelt hätte, dass meine Mutter wirklich meine Mutter ist, wüsste ich es spätestens jetzt, denn so viel Telepathie kann es wohl nur zwischen Eltern und Kindern geben.

Eigentlich war ich ja nur nach Medan gefahren, um Blacky mal wieder zu treffen, und wollte Freitag Vormittag wieder ins Kaff fahren. “Kannst du nicht bis Samstag Vormittag bleiben?” hatte meine Mutter Anfang der Woche beim Telefonieren gefragt. “Wieso denn?” – “Ich muss dir etwas zeigen. Es ist eine Überraschung.” – “Und am Freitag Abend geht das nicht?” – “Nein.” – “Hm…. ich überleg es mir.” Meine Nachbarin war nämlich die ganze Woche auf Urlaub, und dass ich meine Fellmonster zwei Tage alleine lasse, ist schon erprobte Praxis, aber drei Tage? Puh…

Aber ich schaffte es, die Hasenmama einzuspannen, und so stand dem Ganzen nichts im Wege. Schon während dem Telefonat hatte ich so eine Vorahnung gehabt, was meine Mutter meinen könnte, und das eröffnete ich meinen Eltern gleich am Mittwoch Abend. “Ich glaube, ich weiß, was die Überraschung ist. Die Mama hat ihr Traumhaus gefunden.” Mein Vater sah meine Mutter an und fragte: “Was sagst du?” , doch sie meinte nur: “Tja… lass dich überraschen!”. Aber die Reaktion meines Vaters hatte mir schon verraten, dass ich recht hatte.

Was soll ich sagen? Es ist noch nicht richtig bei mir angekommen, dass meine Eltern jetzt ein Haus haben. Dass wir nächsten Sommer im Garten sitzen und grillen können. Ich war die erste, der meine Eltern das Haus gezeigt haben und ich finde, es passt total zu ihnen. Meiner Schwester wollen sie es in den nächsten Tagen mal vorsichtig sagen, denn sie vermuten, dass sie es nicht ganz so gut aufnehmen wird. “Wenn du uns besuchen kommst, musst du unten auf dem Sofa schlafen, das kann man ausziehen, weil es gibt nur ein Schlafzimmer im Haus. Findest du das schlimm?” – “Nein, wieso sollte ich das schlimm finden? Ihr wollt ja langfristig hierher ziehen, und ich fände es komisch, wenn ich dann mit 40 noch ein eigenes Zimmer bei meinen Eltern hätte!” – “Schön, dass du das so siehst. Ich glaube, für Nadine wird das schwieriger. Aber wir sind so schon an unsere finanziellen Grenzen gekommen, ein noch größeres Haus wäre beim besten Willen nicht drin gewesen.”

Ooooh ja, das kann ich mir vorstellen. Nadine ist eben Nadine. Und jedes mal, wenn sie gesehen hat, dass sich meine Mutter nach Häusern umschaut, hat sie gleich ihre Wünsche angemeldet: Dass sie ein eigenes Badezimmer will und einen begehbaren Kleiderschrank, und und und. Wie viel davon sie ernst gemeint hat, sei mal dahingestellt, aber grundsätzlich glaube ich auch, dass sie mit der Tatsache zu kämpfen haben wird, dass meine Eltern ihre langfristige Zukunft ohne Kinder im Haus geplant haben. Solange sie noch arbeiten, ist es “nur” ein Wochenendhaus, aber wenn sie dann in Pension sind wollen sie die Wohnung aufgeben und fix dorthin ziehen. Und ganz ehrlich? Ich finde das gut, dass Nadine und ich in dem Haus kein eigenes Zimmer haben, denn das zeigt, dass sie losgelassen haben, dass sie verstanden haben, dass wir erwachsen sind und unser eigenes Leben haben. Ich sehe das also als Fortschritt und freue mich total für die beiden. Es war immer ein Traum von meiner Mutter und als die beiden da so einträchtig im Wintergarten gesessen sind… was soll ich sagen, es sah einfach aus, als wären die beiden schon immer da gesessen.

Ich hoffe bloß, die Reaktion von Nadine verdirbt den beiden die Freude nicht.

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Verkohlt

Langsam aber sicher kann ich nachvollziehen, wieso sich manche Leute vom Arbeitsamt verkohlt fühlen. Ich habe heute einen Vermittlungsvorschlag bekommen. Wobei Vermittlungsvorschlag meiner Meinung nach sowieso das falsche Wort ist, denn Vorschlag klingt für mich nach Freiwilligkeit, was dem, was es eigentlich ist – “bewirb dich innerhalb von 7 Tagen dort oder nenne uns einen seeeeeehr guten Grund, warum du es nicht tust, wenn du weiterhin Geld von uns willst” – nicht besonders nahe kommt, aber naja. Ich habe also einen Vermittlungsvorschlag erhalten. Für einen Job, der meiner Qualifikation grundsätzlich entspricht und erst mal spannend klang, bis ich die Adresse der Firma gelesen habe und mir mit Routenplaner die Entfernung rausgesucht habe. 70km. Über eine Stunde Anfahrtszeit bei ruhiger Verkehrslage. Wir alle wissen, dass die Verkehrslage zu den Stoßzeiten alles andere als ruhig ist. Und den Zug nehmen um dem Stau zu entgehen dürfte auch keine Option sein, nachdem schon in der Stellenausschreibung darauf hingewiesen wird, dass ein eigener PKW zur Anfahrt zur Verfügung stehen sollte.

Habe bei der Arbeiterkammer nachgeschaut und festgestellt, dass  bei einer Vollzeitbeschäftigung für Hin- und Rückfahrt 2 Stunden zumutbar sind. Wenn ich das richtig interpretiere, also insgesamt 2 Stunden Fahrzeit pro Tag, ist dieser Vorschlag also eh nicht zumutbar.

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Die Suche hat ein Ende

Here we go again denke ich, als ich mal wieder eines dieser Firmengebäude betrete. Mein drittes Bewerbungsgespräch in den letzten Wochen und mittlerweile bin ich nicht mal mehr ansatzweise nervös und wundere mich selbst ein bisschen darüber. Vor 8 Jahren habe ich mich nicht mal vor meiner Klasse ein Referat halten getraut… und jetzt bin ich nicht mal mehr nervös, wenn ich andere Menschen davon überzeugen soll, mich einzustellen. Himmel, was ist aus mir geworden…

Ich läute an der Tür. Nichts tut sich. Ich läute nochmal. Warte. Noch immer nichts. Ich gehe zurück zur Stiege, einen Stock hoch, weil ich dort einen zweiten Eingang vermute, als sich unten die Tür wieder öffnet. Ich gehe also wieder hinunter. Vor mir steht eine junge Frau, vielleicht ein paar Jahre älter als ich. “Herr […] hatte einen Autounfall, also werde ich das Gespräch mit Ihnen führen” teilt sie mir mit. Ob das ein gutes Zeichen ist, wenn der Niederlassungsleiter am Weg zu meinem Vorstellungsgespräch einen Autounfall hatte…?

Das Gespräch läuft so ganz anders als die bisherigen. Zuerst stellt sie mir schon diese typischen Bewerbungsgesprächfragen, aber dann kommt sie ziemlich schnell zur Sache. “Wir starten im September ein großes Projekt, und wir brauchen noch jemanden für das Projektteam. Worum es genau geht, kann ich Ihnen leider nicht sagen, wir haben Geheimhaltungsvereinbarungen mit unserem Kunden, aber es wäre im Bereich Werkzeugbau. Wir finden Ihren Lebenslauf sehr spannend und hätten Sie gerne im Team dabei.” Bäääääääääähm. Nicht so wie in den anderen Firmen, wo erst mal mindestens drei Monate Einschulung auf mich gewartet hätten, sondern learning by doing.

Genau mein Ding. Weil so ein bisschen borderlinemäßig. Einfach kopfüber rein ein die Sache.

Mal schauen, einige Bewerbungen habe ich noch offen… aber das klingt schon mal gut.

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Bulimische Stechmücke

Ich hatte von Samstag auf Sonntag eine bulimische Gelse im Schlafzimmer. Zur Erklärung sei gesagt, dass ich den ersten Teil der Nacht am Sofa geschlafen habe und nur ungefähr 5 Stunden im Bett verbracht habe. Als ich vom Sofa ins Bett gewechselt bin, habe ich das bekannte Summen gehört, das Licht aufgedreht und 15 Minuten lang erfolglos versucht, das Viech zu erschlagen. Danach war es mir zu blöd, aber da mich Gelsenstiche sowieso nicht jucken (wenn wer die medizinische Erklärung dafür hat, würde mich die wirklich interessieren, ich habe auf Google nichts gefunden), habe ich das getan, was ich in diesem Fall sonst auch immer tue: Decke drüberziehen, ein Bein rausstrecken und sich stechen lassen damit endlich Ruhe ist.

Ruhe war dann auch. Aber sie hat es nicht bei einem Stich in das geopferte Bein belassen. Acht Mal hat das Biest zugestochen. Und nicht nur am Bein.

Entweder es war eine bulimische Gelse, oder ich bin mittlerweile einfach so Fett, dass sie die ersten sieben Mal nicht getroffen hat.

Gestern habe ich sie übrigens erwischt. Yess.

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Themenfreitag #28 – Bewegung

Das Thema war eine spontane Eingebung am Freitag in der Nacht. Es soll heute um Bewegung, Sport, und was sonst noch so dazugehört, gehen.

In meiner Familie hat Bewegung immer eine wichtige Rolle gespielt. Meine Mutter hat mir letztens erzählt, dass ich, sobald ich gehen konnte, nicht mehr herumgetragen/geschoben wurde, sondern selbst gehen musste. “Das dauert halt länger. Deswegen macht das heute keiner mehr, es geht schneller, die Kinder in den Kinderwagen zu setzen und fertig.” Ich hatte das Glück, in einer für Kinder paradiesischen Wohngegend aufzuwachsen. Mehrere große Spielplätze waren in wenigen Minuten zu erreichen, ohne überhaupt eine Straße überqueren zu müssen, in der Nähe gibt es einen  Bach, mit einem Radweg daneben, dem man stundenlang folgen kann und bevor alles zugebaut wurde, gab es rundherum sehr viel “Gstätten”, wie man hier so schön sagt, also ungepflegte Wald- und Wiesenstücke, die man unsicher machen konnte. Auch beim Kindergarten/Hort hatten wir einen riesigen “Auslauf”. Ich finde es entsetzlich, dass es Kindergärten geben darf, die keinen eigenen Garten für die Kinder haben- es müsste meiner Meinung nach Vorschrift sein, dass pro Kind eine gewisse Quadratmeteranzahl kindergarteneigener Außenbereich zur Verfügung stehen muss.

Ich gehörte jedenfalls nicht zu den Kindern, die man erst dazu überreden musste, rauszugehen und sich zu bewegen. Außer hin und wieder, wenn meine Eltern am Wochenende Wanderungen planten. Dabei ging es allerdings nicht ums draußen sein, sondern ums Wandern – am Spielplatz spielen fanden meine Schwester und ich damals einfach viel lustiger als wandern zu gehen. Unsere Eltern ließen aber nicht mit sich handeln, und suchten entweder Ziele, die spezielle “Features” für Kinder bieten, oder wir durften mitentscheiden, wohin es gehen sollte und wenn das alles nichts half, war es meistens trotzdem so, dass wir zwar vorher herumjammerten, aber als wir dann unterwegs waren machte es trotzdem Spaß.

Mit dem Schulsport habe ich gemischte Erfahrungen gemacht. Seit mich in der Volksschule eine Klassenkameradin beim Umziehen laut darauf aufmerksam gemacht hatte, dass ich ja einen großen Bauch hätte, war mir das gemeinsame Umziehen immer unangenehm. Wie schon mal erwähnt, ich war nie dick, aber eben auch kein Kind mit Zahnstocherärmchen und -beinchen und hatte dazu noch das Pech, ziemlich früh in die Pubertät zu kommen. Als ich im Gymnasium meine Klassenkameradinnen beim Umziehen sah, mit ihren kindlichen Körpern, versetzte mir das jedes Mal einen Stich. Am Sport ansich hatte ich aber trotzdem Spaß. Während ich mir in der Volksschule noch plump und unbeholfen vorgekommen war, gehörte ich jetzt zu den “Top Ten” der Klasse. Außerdem hatte unsere Sportlehrerin einige sehr geniale Ballspiele auf Lager und zum Geburtstag durfte sich jeder ein Spiel wünschen. Bei mir war das immer “Matten-Völkerball”: Funktioniert wie normales Völkerball, bloß, dass jede Gruppe noch einen senkrecht stehenden Weichboden im Feld hat, der nicht umfallen darf. Einerseits ist das natürlich praktisch, weil man sich dahinter verstecken kann, andererseits macht es die Sache komplizierter, weil es ja zwei Leute braucht, die den Weichboden festhalten, damit er nicht umfällt. Das Team, bei dem der Weichboden zuerst umfällt, hat verloren.

Die weiterführende Schule begann mit großer Aufregung um den Sportunterricht. Über die Sommerferien hatte die Schulleitung beschlossen, dass es getrennten Sportunterricht für Burschen und Mädchen geben sollte. Da es in jeder Klasse, wenn überhaupt, 3 Mädchen gab, wurden also die Mädchen von mehreren Klassen zusammengefasst. Auf große Begeisterung stieß das allerdings nicht, es wurde eine Unterschriftenaktion gestartet und nach 2 Monaten durften wir endlich zusammen mit unseren Klassenkollegen Sport machen. Das war aber auch nie ein Problem, da wir insgesamt 3 Turnsääle zur Verfügung hatten, da hieß es dann meistens: “Halle 1 Fußball, Halle 2 Volleyball, Halle 3 Hockey” und jeder konnte sich aussuchen, wohin er ging. Im Rahmen des Volleyball-Spielens entwickelte sich in meinem letzten Schuljahr ein neues klasseninternes Spiel, “Fetzball” genannt. Funktioniert wie Volleyball, mit dem Unterschied, dass sämtliche Körperteile benutzt werden dürfen, um den Ball übers Netz zu bringen, dass dazu sowohl Wände, als auch die Decke benutzt werden darf, und dass der Ball einmal aufkommen darf. Die letzten 5 Minuten wurden immer zum Fetzball-Spielen genutzt. Ich hatte immer gute Noten im Sportunterricht, außer in der 2. Klasse, weil wir da jedes zweite Mal Schwimmunterricht hatten, bei dem ich aber aufgrund der Selbstverletzungen nicht teilnahm und so nur knapp einem “Nicht Beurteilt” entging. Mein Sportlehrer dürfte aber etwas geahnt haben, denn ich bekam “nur” ein Befriedigend”, wobei ihm auch das leid tat: “…aber in irgendeiner Weise musste ich das einfließen lassen, dass verstehst du doch, oder?”

Auch im Internat wurde Sport sehr gefördert. Im Haus gab es gleich zwei Turnhallen, die wir immer nach der Studierzeit benutzen durften sowie einen Sportplatz draußen. Das nutzte ich aus, es gab Zeiten, in denen stand ich jeden Tag 2 Stunden in der Turnhalle. In meinem letzten Schuljahr entwickelte sich dann auch eine Volleyballgruppe, in der sogar die Erzieher mitspielten.

Die Zeit, die ich alleine in der Turnhalle verbrachte, nutzte ich, um der Sportart nachzugehen, der ich mich verschrieben hatte: rhythmische Gymnastik. Als ich die Sportart entdeckte, war ich leider schon viel zu alt um in einem Verein damit anzufangen, was mich aber nicht davon abhielt, viel Zeit und Energie hineinzustecken um mir selbst das beizubringen, was möglich war. Bis ich 11 oder 12 war, konnte ich weder einen Spagat, noch ein Rad schlagen. Eines Tages kam meine Schwester vom Ballett heim und erklärte, die Lehrerin habe gesagt, dass man keinen Spagat mehr lernen kann, wenn man ihn bis zum 10. Lebensjahr nicht kann. Ich bin einfach ein Mensch, der sich durch so etwas angestachelt fühlt, zu beweisen, dass es eben doch geht. Heute wärme ich mich nicht auf, um einen Spagat zu machen, sondern der Spagat ist die Aufwärmübung. Und ein Rad kann ich mittlerweile auch. Sogar einhändig.

Im Gegensatz zu meiner Schwester habe ich all diese “Mädchensportarten” wie Reiten oder Ballett verweigert. Durch meine damals beste Freundin kam ich dann irgendwie mit 7 oder 8 auf Tennisspielen und im Gegensatz zu ihr blieb ich dabei, ganze 10 Jahre lang. In meiner Internatszeit trat ich dann auch einem Badminton-Verein bei. Im Gymnasium war ich im Volleyball-Schulteam. Grundsätzlich bevorzuge ich Sportarten, bei denen man nicht direkt mit dem Gegner in Kontakt kommt. Ein Jahr lang habe ich es mit Handball versucht- das ging einfach nicht, ich mag das nicht, wenn mir jemand körperlich so nahe kommt. Was mich auch überhaupt nicht interessiert, sind Fitnessstudios. Grundsätzlich fühle ich mich auch im Wasser sehr wohl, wenn da nicht der Aspekt der anderen Menschen und des nackt-seins wäre. Ich liebe diese Schwerelosigkeit, ich bin gerne unter Wasser und kann auch sehr lange die Luft anhalten. Und wenn ich dann mal im Wasser bin, schwimme ich gerne Kunstflugfiguren unter Wasser nach. Klingt blöd, aber das ist so meine Art des Kunstfliegens.

Was noch einen eigenen Absatz wert ist: Wintersport. Meine Eltern waren nie begeisterte Wintersportler, wir fuhren zwar auf Skiurlaub, aber meine Eltern blieben im Wellness-Hotel und meine Schwester und ich wurden in den Skikurs gesteckt. Später stieg ich dann auf Snowboardfahren um, was zu Beginn eine ziemliche Frusterfahrung war, weil ich dachte: “Ich lerns nie.”. Weil meine Eltern ja nicht Skifuhren, kam ich außer bei Wintersportwochen in der Schule und den Skiurlauben mit meinen Eltern nie zum Skifahren und fing dann beim Umstieg aufs Snowboard 3 Mal mehr oder weniger wieder von 0 an. Aber beim 3. Mal machte es dann irgendwie Klick und plötzlich konnte ich es. Kurven fahren, Lift fahren, alles. Mittlerweile habe ich eine eigene Ausrüstung, ein Auto und wohne nicht weit entfernt von den Bergen, somit kann ich mich auch selbst ins Auto setzen und zum Skigebiet fahren, wenn mir danach ist.

Natürlich hat mein körperlicher Zustand unter dem Gewichtsverlust der letzten Monate stark gelitten, am Ende ging sportmäßig einfach gar nichts mehr. Während früher 10 Liegestütze kein Problem waren,, ging am Ende kein einziger mehr. Mittlerweile bin ich aber wieder bei 5, es wird also langsam wieder. Jedenfalls habe ich schon wieder deutlich mehr Kraft, als man mir auf den ersten Blick zutraut.

Fazit: Bewegung gehört für mich einfach zum Leben dazu und interessanterweise kann ich dabei auch am Besten denken. Die besten Ideen kommen mir meistens dann, wenn ich spazieren gehe oder laufen gehe oder Rad fahre.

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Morgen ist…

Theeemeeenfreeiiiitaaaag. Worum solls denn diesmal gehen?

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Gewissheit?

Mein Vater verlässt abends immer in Sportklamotten die Wohnung. Zum Laufen gehen, sagt er. Er braucht den Sport als Ausgleich, sagt er. Und dann sei es ja gar nicht so schlimm, dass er kiloweise Käse und Wurst isst, denn er verbraucht die Kalorien ja wieder.

Schon vor einigen Monaten hat mich der Verdacht beschlichen, dass er nicht laufen geht. Meine Schwester hatte  mir mal erzählt, dass sie gefragt hatte ob sie mitmachen darf, und er aber oft darauf bestanden hatte, alleine zu gehen. Und mir war schon mehrmals ein komischer Geruch aufgefallen, der von ihm ausging, als er wiederkam.

Heute hat er um 21:00 die Wohnung verlassen. Um 23:00 kam er wieder. Sein T-Shirt sah nicht ansatzweise verschwitzt aus, was wohl der Fall sein müsste, wenn man 2 Stunden lang läuft. Als ich dicht an ihm vorbeiging, roch ich keinen Schweiß, sondern Bier, Fett, und Zigaretten. Kneipengeruch eben. Und ich glaube kaum, dass er in eine Kneipe geht, um ein Glas Wasser zu trinken, wenn ihr versteht was ich meine.

Ich weiß nicht, ob meine Mutter es weiß, nicht weiß, oder nicht wissen will. Sie schläft normalerweise schon wenn er wiederkommt, aber trotzdem müsste ihr doch etwas auffallen. Ich meine, sogar mir fällt es auf und ich bin alle heiligen Zeiten mal zuhause.

Und ich weiß nicht, ob ich es Nadine sagen soll. Einerseits finde ich, dass sie es wissen sollte, immerhin ist er ihr Vater und vielleicht ist ihr vor ihrer Abreise noch irgendetwas aufgefallen, was dazu passt, was sie aber nicht zuordnen konnte. Andererseits will ich sie nicht beunruhigen.

Vielleicht ist es eine dumme Idee, aber ich brauche Gewissheit, bevor ich mit irgendjemandem darüber rede. Wenn ich das nächste Mal in Medan bin, werde ich ihm folgen, wenn er die Wohnung verlässt.

Und ich werde das verdammte Gefühl nicht los, dass ich daran Schuld bin, dass er wieder damit angefangen hat.