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Demons that haunt you at night

Als ich aufwache, ist es ziemlich genau 2:00. Ich sitze noch, das Licht brennt auch noch,
nur mein Laptop hat sich bereits in den Ruhezustand verabschiedet. Ich stehe auf und mache mir die übliche Tasse Reismilch heiß. Okay, Hälfte Wasser, Hälfte Reismilch. Ich schalte den Laptop wieder an und ziehe mir während ich die Milch schlürfe ein paar Videos rein, um nicht daran denken zu müssen, dass ich zusätzliche Energie in Form von Fortimelpulver hineingemischt habe. Es werden doch ein paar mehr Videos,
und als ich ins Bad zum Zähneputzen gehe, ist es 03:45. Ich bin unschlüssig. Für 5:00 habe ich mir den Wecker gestellt. Zahlt es sich noch aus, überhaupt ins Bett zu gehen? Andererseits, mein Chef kommt von seiner Dienstreise zurück. Er hat mich im Blick, und wenn er wieder den Eindruck hat, dass mir die Augen zufallen, habe ich ein Problem, selbst wenn ich trotzdem noch so viel weiterbringe. Also mache ich mir mein
Kirschkernkissen wieder warm, kuschel mich ins Bett und beschließe, eine Stunde vor mich hinzudösen.

‘Ich finde mich in einem weiß gestrichenen Raum wieder. Neben mir steht eine Schale mit Eis. Ich greife danach und esse sie. Danach möchte ich das Zeug wieder loswerden. Ich verlasse das Zimmer. Draußen auf dem Gang finde ich eine Toilette. Als ich gerade am Werk bin, höre ich die Stimme einer Mitpatientin: “Schwester, das Fliegermädchen ist kotzen gegangen!”. Verdammt, ich wurde ertappt. Hinaus kann ich nun nicht mehr. Auch wenn mir das zuerst gar nicht aufgefallen ist, ist die Tür plötzlich transparent und ich kann die Schwester sehen, die auf der anderen Seite steht und an der Türklinke rüttelt. “AUFMACHEN! Das hat keinen Sinn!” In der Hand hält sie etwas, das aussieht wie ein überdimensionaler Strampelanzug. Ich hocke am Boden und bewege mich keinen Millimeter. “Lasst mich in Ruhe!” schreie ich. Doch es ist ihnen egal, inzwischen stehen 2 Männer neben ihr, einer von ihnen hat einen Sclüssel in der Hand und schließt die Tür auf. Scheiße, nun haben sie mich. Sie können mit mir machen, was sie wollen,  und ich kann mich nicht wehren. Ein lähmendes Gefühl der Hilflosigkeit breitet sich in mir aus, als mich der Mann grob am Arm packt und aus dem Raum zerrt.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  Ich reiße die Augen auf. Mein Herz schlägt mir bis zum Hals. Mein Gesicht ist nass von den Tränen, die mir weiterhin aus den Augenwinkeln laufen. Nach und nach komme ich in der Realität an und mir wird bewusst, dass es nur ein Traum
‘war, aber in einer Realität, wie sie nur eine traumatisierte Seele zusammenphantasieren kann. Der Horror ist so nah, als wäre alles erst gestern gewesen, die ganze Hilflosigkeit, das Ausgeliefertsein kleben noch immer wie ein zäher Kaugummi an mir, als ich eine Stunde später die Wohnung verlasse.

Diese Nacht derselbe Scheiß. Seit 3:00 bin ich wach. Aber mich für eine Stunde hinzulegen habe ich mich einfach nicht getraut, auch wenn die Wahrscheinlichkeit relativ gering ist, direkt wieder so einen Schrott zu träumen. Da riskiere ich lieber Anschiss.

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