Leave a comment

die falschen Tipps

Heute in der Substitutionsambulanz. “Wie sieht es aus, Frau Fliegermädchen? Sollten wir nicht mal wieder Blut abnehmen und die Elektrolyte untersuchen lassen?” fragt die Substitutonsärztin. Ich schaue sie skeptisch an. “Und wenn irgendwas nicht passt, werde ich dann wieder eingebuchtet?” – “Nein, ich weiß doch mittlerweile dass Sie kooperativ sind. Aber wenn Sie möchten, können Sie auch zu Ihrem Hausarzt gehen. Ich dachte nur, wenn Sie ohnehin schon da sind können wir das auch gleich machen, dann sparen Sie sich einen Weg.” Ich überlege kurz. So, wie mir die Arzthelferin bei meinem Hausarzt letztes Mal in meinem Arm herumgestochen hat, hatte ich vorerst eigentlich mal genug vom Blutabnehmen. Andererseits, wenn einer Übung hat, zerstochenen Venen noch ein wenig Blut zu entlocken, dann wohl sie. Vermutlich hat sie schon ganz anderen Leuten Blut abgenommen als mir. Also krämpel ich den rechten Ärmel hoch, beglückwünsche mich still, die letzten Tage immer den linken Arm benutzt zu haben, und sage: “Sie können mal schauen, ob sie was finden… die Arzthelferin bei meinem Hausarzt hat letztens ewig in mir herumgestochert. Und dann auch noch gefragt ob das wehtut. Neiiiin, es gibt nichts Schöneres um richtig wach zu werden….” Sie lacht und holt ihre Utensilien. “Na, da ist doch schon eine.” sagt sie, nachdem sie das Stauband angelegt hat. “Das ist zwar eine Rollvene, wenn die einmal weg ist, findet man die so schnell nicht mehr, aber die erwische ich schon.” Ich schaue weg, immer noch, auch wenn ich schon hunderte Male, in denen ich es selbst gemacht habe, genau in dem Moment hinschauen musste. Ich habe kein Problem hinzusehen, wenn die Nadel dann drin ist und das Blut fließt, aber den Moment des Stechens möchte ich nicht sehen. Wenn sie eine vernarbte Stelle erwischt, tut das schon ohne Hinschauen weh genug. Es piekt kurz und ich atme schon mal innerlich auf weil es nicht wehtut, dann ruft sie: “Ha! Getroffen!”. Ich schaue hinunter auf meinen Arm und sehe das Blut in das Röhrchen strömen. “Boah, ich wusste gar nicht, dass ich noch so gute Venen habe! Letztes Mal war das nur ein dünnes Rinnsal…” – “Die Vene ist echt gut, die können Sie sich merken!” sagt sie.

Moment mal. WAS hat sie da gerade gesagt?! 😀

Vermutlich meinte sie nur, ich solle mir die Vene merken um den nächsten, der es versucht, darauf hinweisen zu können, wo etwas zu holen ist. Aber einem (Ex)-IV-konsumenten zu sagen, wo er noch gute Venen hat, ist wie einem Alkoholiker zu sagen, wo der Schlüssel zum Weinkeller versteckt ist…

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: