Leave a comment

Blackout

Gestern Nachmittag gab es den obligatorischen ersten der zwei Stromausfälle pro Saison. Ich war heilfroh, schon zu Mittag aus Medan weggefahren zu sein, denn Autofahren bei diesem Wetter wäre definitiv nicht lustig gewesen. Der Sturm warf alles um, was nicht niet- und nagelfest war und nur 10 Minuten, nachdem das ganze Spektakel angefangen hatte, flackerte das Licht und es war finster. Und mit finster meine ich wirklich finster, obwohl es erst 18:00 war. Nur die zuckenden Blitze erhellten alle paar Sekunden den Himmel.

Am Wochenende war ich also in Medan. Zum einen, weil ich gestern einen Zahnarzttermin hatte, zum Anderen, weil ich nach den Fellmonstern dort sehen wollte. Es war kein sehr schöner Anblick, sie sehen nicht mehr besonders fit aus. Mein großer Hasebär torkelt herum, als wäre er besoffen, er hat solche Gleichgewichtsstörungen, dass er nur mehr Männchen machen kann, wenn er sich gegen eine Wand lehnt und als ich ihn abends zum Streicheln zu mir ins Bett holte, war er viel anhänglicher als sonst. Wahrscheinlich hätte er dort mit mir geschlafen, wenn ich ihn gelassen hätte. Und seine kleine Freundin sieht total abgemagert aus, ein Auge ist trüb und dann bekam sie auch noch Durchfall, weshalb Nadine und ich am Montag in der Früh mit ihr beim Tierarzt waren. Er gab uns was gegen den Durchfall, aber gegen den Rest konnte er nichts tun. “Mit dem Alter bauen sich die Muskeln ab, deswegen sieht sie so dünn aus. Was soll ich sagen… das Tier ist halt einfach alt.” Das stimmt wohl.

Allerdings war ich dann auch froh, als ich gestern wieder fahren konnte. Es gibt Dinge, die begreife ich einfach nicht. Rückblick Silvester: Meine Mutter hatte für die Feierlichkeiten einen runden Block Hartkäse gekauft, denn sie hat so ein Holzbrett mit einer Vorrichtung, auf der der aufgespießt werden kann und durch drehen eines Hobels kann man sich davon hauchdünne Scheiben abhobeln. Von dem Block ist ein Großteil übergeblieben, weshalb er auf den Balkon gestellt wurde. Dort steht er immer noch. In diesem Haushalt wohnen 3 Personen, ich verstehe nicht, wieso nicht eine davon den mal nehmen und entsorgen kann. Ich verstehe es wirklich nicht. Die können wohl kaum glauben, dass der nach 2 Monaten Lagerung über 20 Grad noch essbar ist?! Ich musste mich schon beim letzten Medanbesuch zusammenreißen, den käse nicht wegzuwerfen, weil ich genau weiß was sonst wieder von meiner Mutter kommt: “Aber du musst deine Zeit nicht mit solchen Sachen verbringen, wenn du doch eh schon so selten hierher kommst!” Doch, muss ich offenbar, wenn es sonst keiner macht?! Deswegen versuche ich einfach darüber hinwegzusehen, um solche Diskussionen mit meiner Mutter zu vermeiden. Ich werde sie nicht mehr ändern. Aber es fällt mir schwer, verdammt schwer, weil es einfach so ekelig ist, wenn einem der Inhalt des kühlschranks oder anderer Schränke lebendig entgegenkommt, weil es diese 3 Personen einfach nicht auf die Reihe kriegen, etwas bei dem ersten Anzeichen von Verderblichkeit zu entsorgen, sondern erst so lange warten, bis dieses Lebensmittel zur Unkenntlichkeit verrottet ist und sich diverse Lebensmittelschädlinge wieder in der ganzen küche ausgebreitet haben.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: