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Ostern

Ostern war schön, irgendwie. Einfach mal 24 Stunden abschalten. Ich bin im Garten gelegen, in der Sonne, habe vor mich hingedöst und mir einen gewaltigen Sonnenbrand eingefangen. Hätte ich doch nur auch einen Garten. Oder zumindest einen Balkon. Oder gäbe es zumindest irgendeine Form von öffentlicher Grünfläche hier im Ort. Das ist der Nachteil an kleinen Ortschaften, da es dort im Regelfall nur Einfamilienhäuser (mit Garten) gibt ist der Bedarf an öffentlichen Grünflächen eher gering. Pech für mich.

Abends bin ich mit meinen Eltern in die Stadt gefahren, meine Schwester auf der Arbeit besuchen. Sie arbeitet in einem Laden, der veganes Eis verkauft, und noch dazu total außergewöhnliche Sorten. Und ich habe sogar welches gegessen. Dabei war ich überrascht, wie günstig das ist- mit 1,80 pro kugel zwar etwas teurer als “normales” Eis, aber dafür sind die Sorten genial, eine kugel ist so groß wie zwei in einem “normalen” Laden, es besteht die Möglichkeit, die kugel zu teilen, also zwei Sorten als eine kugel Eis zu bekommen, was mir natürlich sehr entgegenkam, und die Stanitzeln schmecken nicht nach feuchter Pappe sondern sind frisch und knackig. Mittlerweile zahlt man hier für eine kugel Eis im Schnitt 1,40, und für das klassische Zeug aus Fertigpaste in der “letschaten” (kennt wer das hochdeutsche Wort für “letschat”, also das Gegenteil von knackig, knusprig? Meine Leser aus Deutschland, ihr seid gefragt!) Tüte finde ich das nicht wirklich gerechtfertigt. Als ich ein kind war (und sooo lange ist das nun auch noch nicht her) hat eine kugel Eis nicht mal einen Euro gekostet. Langsam werde ich wohl wirklich alt, ich fang auch schon mit der “früher war alles besser!” – Suderei an…

Weil Nadine also arbeiten musste, haben wir erst am Ostermontag Ostern gefeiert. Wir haben uns die Sachen gegenseitig versteckt, weil Mama der Meinung ist dass wir nun wirklich zu alt dafür sind. Nadine und ich sind uns aber einig, dass das tolle an Ostern nicht die Süßigkeiten sind, sondern das Suchen ebendieser, und wir mit genausogroßer Begeisterung Tomaten suchen würden. Während in unserer Wohnung die Verstecke schon langweilig (weil immer dieselben) sind, weil sie sich seit unserer kindheit kaum verändert hat, bieten das Haus und der Garten doch deutlich mehr und vor allem noch nicht so “ausgelutschte” Versteckmöglichkeiten. Aufgrund des frühsommerlichen Wetters spielte unser Vater fürs Mittagessen den Grillmeister, ehe ich mich dann am Nachmittag mit Nadine auf den Rückweg machte. Sie musste noch eine Präsentation vorbereiten, meine Eltern wollten aber noch im Garten bleiben, aber mir war es ganz recht dass wir so noch ein bisschen Zeit zu zweit hatten.

Und nun hat mich der Alltag wieder. Ich habe diese Woche in der Essstörungsambulanz angerufen und soll nun mit dem Oberarzt besprechen, ob eine Behandlung sinnvoll ist. “Aber auch herauszufinden, warum Sie keine Behandlung möchten, kann doch Thema einer Therapie sein!” meinte die Dame am Telefon. Es war genau die, die ich 2016 so oft angerufen habe, um nach meinem Aufnahmetermin für die stationäre Therapie zu fragen. Schon wenn ich nur an die Zeit dort denke, die vielen, vielen Enttäuschungen, die Verzweiflung, die Frustration, wühlt das in mir so viel auf, dass ich einfach nur noch schreien und davonlaufen möchte bei dem Gedanken, dass ich demnächst wieder dorthin muss.

2 comments on “Ostern

  1. Also ich würde das Gegenteil von knackig als labberig bezeichnen 🙂

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