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Explosions in the sky

Es ist Samstag Abend. Es ist viel zu früh zum Schlafen gehen, doch eigentlich will ich nicht wach bleiben. Was soll ich anfangen mit dieser Zeit, wenn ich sie nicht im Paradies verbringen kann? Sie erscheint mir wie eine Verschwendung. Ich verfluche mich, dass ich letztes Wochenende alles wegkonsumiert habe. Aber naja, auf meiner To-Do-Liste steht eh noch so viel. Ich wollte das Dokument für den Arbeitsflugplatz fertig basteln, ich wollte endlich das neue Klaviercover fertig basteln. Aber  ich will einfach nicht mehr fühlen, nachdem was mir DC wieder an den Kopf geworfen hat. Ich habe gesagt, dass ich ihn verstehe, habe versucht Lösungsvorschläge zu bringen, zurück kamen nur Vorwürfe. “…ich weiß ja gar nicht, warum ich dir das überhaupt erzähle.” – “Was für eine Reaktion hättest du dir denn jetzt von mir gewünscht?” fragte ich. Stille. Vermutlich weiß er es selbst nicht.

Benzos gegen die Gefühle. Upper um zu verhindern, dass ich einschlafe. Einfach zusammenmixen und direkt eine Line Buprenorphin hinterher, ich hab ja heute noch fast nichts genommen. Ich setze mich wieder an den Laptop um mir die Akkorde nochmal anzusehen. Plötzlich überfällt mich ein Kribbeln am ganzen Körper. Mein Herzschlag beschleunigt sich. Wenn ich die Augen schließe, beginnt der Raum zu schwanken. Wenn ich die Arme ausbreite und von links nach rechts und wieder zurück pendel, fühlt es sich an, als könne ich fliegen. Es fühlt sich verdammt geil an, aber… Holy shit, ist das normal? Hab ich irgendwelche Substanzen miteinander vertauscht? Ich checke schnell ab, ob diese Reaktionen bei dieser Kombination normal sind und wie lange der Zustand ungefähr dauert. Ja, alles im grünen Bereich. Okay, dann werde ich das richtig auskosten. Ich schalte das Licht aus und mache Musik an. Noch eine Decke über den Kopf damit es stockfinster ist. Ich hebe ab, die Musik trägt mich fort, meine Reise beginnt.

Es ist unglaublich schwer, das Erlebte in Worte zu fassen. Diese Euphorie übersteigt alles, was ich jemals erlebt habe. Ich reise durch die Tiefen des Universums, danach durch mein Bewusstsein, ich habe so viele wichtige Erkenntnisse die ich festhalten möchte, doch es ist mir unmöglich, denn sobald ich in eine neue Szenerie gelange weiß ich schon nicht mehr wo ich davor gewesen bin und was ich dort erlebt habe. Die Erinnerungen rinnen wie Sand durch meine Finger. Der einzige Moment, der sich in mir eingeprägt hat, ist, dass ich meinen Dämonen gegenübergestanden bin. Ich habe sie gesehen, als ich durch mein Bewusstsein gereist bin, ich habe das gesehen, was mich zerstört. Und auch wenn das jetzt schlimm und beängstigend klingt habe ich zu keinem Zeitpunkt der Reise Angst oder die Sorge, mich selbst zu verlieren. Mir ist die ganze Zeit über bewusst, dass ich im Wohnzimmer auf meinem Sofa liege und ich jederzeit dorthin zurückkehren kann, wenn mir etwas zu viel Angst macht, indem ich einfach nur die Augen aufmache.

Irgendwann schlafe ich ein. Oder kann ich mich an diesen Teil der Reise einfach nur nicht erinnern? Als ich jedenfalls wieder zu mir komme, ist es kurz nach vier Uhr morgens. Mein Körper kribbelt nicht mehr. Es schwankt auch nichts mehr. Alles ist wieder normal. Und trotzdem hat die Reise bleibenden Eindruck hinterlassen.

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