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10 Jahre

10 Jahre ist es her, dass das kleine Fliegermädchen in den großen Flieger stieg, einen Blick ins Cockpit warf und der Pilot fragte: “Willst du vorne bleiben?”.

Der Anblick dieser kilometerlangen Piste, die vor einem liegt, wie sie auch auf meinem Titelbild zu sehen ist, dieses Gefühl der Beschleunigung… ich brauchte es nur einmal sehen, einmal erleben, um zu wissen, dass es das ist was ich will, und nichts Anderes. Es hat sich angefühlt wie nach Hause kommen, ein Gefühl, das mir bis dahin ziemlich fremd war.

Damals war ich noch voller Hoffnung. Dass das alles nur eine Phase ist. Dass irgendwann alles gut werden wird. Dass ich 10 Jahre später selbst in Uniform dort vorne sitzen werde.

Nie hätte ich gedacht, dass ich jemals dort sein würde, wo ich jetzt bin. Ein körperliches und psychisches Wrack. Vermutlich ist es auch besser, dass ich es nicht gewusst habe, denn vielleicht wäre ich jetzt gar nicht mehr hier, denn was mich jahrelang am Leben gehalten hat, war der Traum von der kilometerlangen Piste.

Ich weiß, dass es nicht so weit kommen hätte müssen, dass ich viele Entscheidungen auf diesem Weg selbst getroffen habe und gleichzeitig weiß ich, dass ein Teil davon notwendig war um zu überleben. Ich weiß nicht, wo der Punkt gewesen wäre, an dem ich ohne Destruktivität überleben hätte können, ich weiß nur, dass ich ihn verpasst habe und das alles was danach kam, meine Entscheidung war.

Zurückrudern ist nicht mehr. Die Narben kann man nicht ausradieren, die Schäden am Körper nicht reparieren, das Verlangen nach den Substanzen, die einem zumindest vorrübergehend den Schmerz nehmen nicht abstellen. Ich habe diesen Weg eingeschlagen und ich muss ihn zu Ende gehen. Ich hoffe nur, dass er bald zu Ende ist, denn ich bin schon viel zu lange unterwegs.

2 comments on “10 Jahre

  1. Zurückrudern ist vielleicht nicht. Aber neue Wege einschlagen oder woanders abbiegen – das geht. Trotzdem. Immernoch. Immer wieder neu.

  2. Es ist nie zu spät um seinen Träumen zu folgen!
    Lieber spät als nie. Wo Träume sind, ist auch Hoffnung.
    Kannst mir auch gerne schreiben. Hatte ja leider genug
    Freunde, die in der selben Situation waren wie du und
    es leider nicht überlebt haben.
    Also egal was ist, schreib mir, oder lass es, wie auch
    immer du willst.
    Weg vom Job weg vom Kaff, und einfach LEBEN ! Alles
    andere ist dumm und Illusion.
    Ohne Neuanfang, wird das nichts!!!

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