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Nichts bereuen ist der Weisheit aller Anfang

Ich bin in einem Raum, in dem ein Sofa steht, vor dem noch Matratzen ausgelegt sind. Mit mir da ist ein Klassenkollege aus meiner Gymnasiumszeit, der dann den Raum aber wieder verlässt. Kurze Zeit später kommen zwei Mädels herein, die sich nahe an mir auf einer Matratze liegen lassen. Unangenehm nahe, ich rücke zur Seite. Sie fragen mich, ob ich eines ihrer Kifferuntensilien gesehen hätte, ich verneine. Zusammen drehen wir die Matratzen um und unter ihrer eigenen finden sie es dann. Sie beginnen, irgendetwas zum Rauchen vorzubereiten, ich beachte sie nicht weiter, bis die eine anfängt, mir Rauch ins Gesicht zu pusten. Ich liege, jetzt setzt sich die Zweite auf mich und hält mich fest, während mir die erste irgendetwas in den Mund steckt, das ihn in Sekundenschnelle austrocknet. Dazu dieser widerliche Rauch, den sie mir noch immer ins Gesicht pustet… ich habe das Gefühl zu ersticken. Ich sage ihnen, dass sie aufhören sollen, doch die eine lacht nur dreckig und sagt: “Wir werden dich die ganze Nacht foltern und du wirst leiden bis an dein Lebensende…” dabei zerfließt ihr Gesicht zu einer hässlichen, verzerrten Fratze.

Ich wache auf und schnappe erst mal nach Luft. Was war das gerade? Ich ziehe den Vorhang zur Seite und sehe, dass die Straßenbeleuchtung schon brennt. Das ist gut, denn das heißt, dass der Wecker bald klingeln wird. Ich werfe einen Blick auf mein Handy und muss zu meinem Entsetzen feststellen, dass es kurz vor Mitternacht ist, und die Straßenbeleuchtung nicht schon brennt, sondern noch brennt.

An weiterschlafen ist erst mal nicht zu denken, ich stehe auf und schreibe meiner Schwester eine SMS, ob sie noch wach sei und wir reden können. Ich erwische sie gerade noch so und ich war glaube ich noch nie in meinem Leben so froh, ihre Stimme zu hören. Als ich ihr von dem Traum erzähle, beginne ich zu weinen, bei dem Satz, den das eine Mädchen gesagt hat, bekomme ich noch immer Gänsehaut. Sie beruhigt mich ein bisschen. Wir verabschieden uns, ich überlege, ob ich etwas konsumieren soll, kann mich aber nicht entscheiden was und Benzos traue ich mich auch nicht nehmen,  weil ich Angst habe, durch die Wechselwirkung mit dem was ich vor dem Schlafengehen schon genommen habe zu verpennen.

Schließlich mache ich mir seit langem mal wieder einen Chai. Und auf dem Papierfitzelchen am Ende der Teebeutelschnur steht:

Nichts bereuen ist der Weisheit aller Anfang.

Und irgendwie stimmt das, denn so richtig zu mir selbst gefunden habe ich erst, seit ich aufgehört habe, Dinge die ich getan habe zu bereuen.

One comment on “Nichts bereuen ist der Weisheit aller Anfang

  1. Einmal so im Leben stehen, dass die Schmerzen nicht nur schon aus der eigenen Situation herauskommen. Dann den Weg ohne das Mittel wieder zu nehmen zu gehen beginnen. Eigentlich hat damit schon jemand anders Schmerzen zu bekommen, wenn man seinen eigenen Weg einmal ging ohne welche empfinden zu können. Ich weiß man braucht nichts nehmen, wenn man alles in Ordnung hat. Viel Glück Fliegermädchen

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