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Stadt, Land, Droge

Eigentlich wollte ich das Wochenende mal wieder nutzen, um ein wenig zu schlafen. Ich hätte es auch fast geschafft, ich wollte nur noch schnell eine Nachricht an den Typen von der Drogenberatung schreiben, was aufgrund akuter Dichtheit ein langwieriges Unterfangen wurde, als mich gegen 1:00 morgens ein “Pling” aus meinem Dämmerzustand riss, das den Erhalt einer neuen Nachricht anzeigte. Komm mal online, wir spielen ein paar Runden Stadt, Land, Droge.

Neugierig folgte ich der Aufforderung und aus ein paar  Runden wurden ungefähr 50, denn als wir einvernehmlich beschlossen, ins Bett zu gehen, war bereits die Sonne wieder aufgegangen. Eigentlich wollte ich auch ins Bett gehen, so zumindest der Plan, doch nach ein paar Dehnübungen war mein Kreislauf wieder so in Schwung, dass ich keine Lust mehr darauf hatte und stattdessen den Enthusiasmus der frühen Stunde nutzte, um einen Großputz in meiner Wohnung zu veranstalten.

Zweite Nacht, zweiter Versuch, es ist 23:00. Nachdem ich meine zwei Lieblingsvenen am Vorabend ziemlich beleidigt habe (den rechten Arm kann ich noch immer nicht ganz ausstrecken, ohne dass es wehtut), muss eine selten benutzte dran glauben, aber trotzdem treffe ich auf Anhieb. Wuuuuuuuuusssccchhhh macht es in meinem Kopf und ich denke mir noch Boooaaah, das knallt diesmal. Mit dem Aufräumen will ich noch ein paar Minuten warten, in dem Zustand könnte ich vermutlich gar nicht stehen. Ich lehne mich zurück und schließe die Augen.

Als ich wieder zu mir komme, ist es kurz nach Mitternacht. Altaaaaah, was zum F… ?! Wo ist die letzte Stunde hin? Ich sitze noch orginal so da, wie vor einer Stunde, in der linken Hand die Spritze, deren blanke Nadel gefährlich in die Luft ragt, in der rechten ein Taschentuch, das ich in meine linke Armbeuge drücke. Erst mal Werkzeug sichern. In meinem Schoß finde ich schließlich die Schutzkappe, will sie auf die Nadel stecken, verfehle sie und pieke mich in den Finger. Im zweiten Anlauf klappt es.  Zähneputzen will nicht so richtig hinhauen, vor dem Spiegel stehend penne ich fast im Stehen weg. Schnell krieche ich wieder zurück unter die Decke und schlafe erst mal bis um 8. Tief und traumlos. Wirklich lebendig fühle ich mich da noch immer nicht, ich mache eine Doku an, dämmere wieder weg und schlafe weiter bis um 13:30. Erst da kann ich wieder behaupten, dass ich unter den Lebenden bin. Ich erkläre das Schlafdefizit für aufgeholt.

Morgen habe ich einen Termin bei Dr. Hexe. Ich weiß nicht, was ich ihr sagen soll und was lieber verschweigen, das werde ich spontan entscheiden.

One comment on “Stadt, Land, Droge

  1. Wie war der Termin bei Frau Dr. Hexe?

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