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Kreislauf wird überbewertet

Es ist 9:00. Nur 5 Stunden geschlafen, mal wieder. Ich verfluche mich selbst dafür, nicht mehr Benzos genommen zu haben, als ich mich kurz nach 4 nochmal ins Nirvana geschossen habe. Verflucht, ich habe eine ganze Woche lang keine Nacht mehr als 5 Stunden geschlafen. Meistens waren es 4. Wie lange dauert es, bis man durch Schlafmangel den Verstand verliert?

Ich stehe auf und widme mich eine Zeit lang dem Haushaltskram. Als ich 3 Knollen Knoblauch kleinhacke um ihn einzufrieren, fällt mir auf, dass ich zwischendrin immer mal wieder komplett “weg” bin. Ich fühle mich komisch. Egal. Ich beginne, eine kurze Sporthose zu suchen und stelle fest, dass ich ja gar keine habe, die mir passt. Kein Wunder, habe ich doch diese Woche wieder eine Jeans Größe 152 vom “Passt mir nicht”- Stapel auf den “Kann ich aktuell anziehen”-Stapel gelegt. Fail. Was solls, eine kurze Jeans erfüllt den Zweck auch, ist immer noch besser als eine lange Hose bei über 28 Grad Außentemperatur. Pünktlich mit dem 12-Uhr-läuten der Kirchenglocken betrete ich die Straße. Mein Weg führt mich erst mal zum Friedhof am Ortsrand und ab dort beginne ich zu laufen. Schon nach einem Kilometer merke ich, dass ich lange nicht so leichtfüßig unterwegs bin wie letzte Woche, die 15,5km-Runde werde ich auf keinen Fall schaffen. Doch zumindest 10 will ich doch schaffen. Ich habe vielleicht ein Viertel der Strecke zurückgelegt, als ich mit meinem Fuß an etwas hängenbleibe und fast hinfalle. Die Sohle meines rechten Schuhs hat begonnen, sich vom Schuh zu lösen. Verdammt. Zurück will ich nicht, also trenne ich sie vollständig ab, nehme sie in die Hand und laufe einfach weiter. Obwohl ich fast nichts anhabe, wird mir ordentlich warm, bis mir plötzlich 1km vor meinem “Ziel” Gänsehaut über die Arme und den Rücken kriecht. Ich beginne zu frösteln. Noch während ich mich frage, was zur Hölle hier eigentlich los ist, wird mir unglaublich schlecht. Okay, das hatte ich schon ein paar Mal, ich versuche es zu machen wie bisher auch immer: Tief durchatmen, weiterlaufen, an etwas Anderes denken, dann vergeht die Übelkeit wieder.

Doch diesmal ist es anders. Ich schaffe es gerade noch, mich zur Seite zu drehen, ehe sich mein Magen zusammenzieht und sich ein Schwall grün-braune Flüssigkeit ins Gras ergießt. Immer und immer wieder versucht mein Körper Mageninhalt nach draußen zu befördern und ich muss würgen, doch es kommt nichts mehr, wie denn auch, ich habe ja heute bisher nur ein halbes Glas Wasser zu mir genommen. Ich trete einen Schritt zur Seite, lasse mich auf die Knie fallen, schließe die Augen und presse die Stirn ins Gras. Was zur Hölle passiert hier?! Langsam lässt die Übelkeit nach. Ich richte mich vorsichtig wieder auf und schaue mich um. Zum Glück ist weit und breit kein Mensch zu sehen, der etwas mitbekommen hätte können. Ein ekeliger Geschmack macht sich in meinem Mund breit.

Den letzten Kilometer lege ich dann doch lieber gehend zurück…

 

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