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Themenfreitag #29- Lustige Familienerlebnisse

Damit es hier auch mal wieder etwas Lustiges zu lesen gibt, dachte ich, dass es doch mal ganz witzig wäre, Familienerlebnisse zum Besten zu geben. Diese Dinge, die man sich Jahre später noch beim gemeinsamen Zusammensitzen erzählt, a la „Ach, wisst ihr noch als wir mit dem Auto im Schnee stecken geblieben sind…?“ . Deswegen öffne ich heute für euch die Schatzkiste der Familie Fliegermädchen. Ich habe versucht, sie möglichst chronologisch zu ordnen, aber besonders die Ereignisse, in denen ich erst wenige Jahre alt war, bekomme ich nicht mehr ganz auseinanderdividiert und da die Idee für diesen Themenfreitag erst am späten Abend entstanden ist, kann ich meine Eltern nicht anrufen um nachzufragen. Ich hoffe ihr könnt mitschmunzeln, obwohl ihr nicht dabei wart. Auf geht´s!

Ein Urlaub, zum Erbrechen schön

Für uns alle war es in diesem Moment vermutlich alles andere als lustig, aber es ist trotzdem eine Geschichte, die zuhause immer wieder gerne aufgewärmt wird. Es war einer unserer ersten Urlaube zu Viert, meine Schwester war noch sehr klein und ich selbst kann mich an das alles auch kaum erinnern. Jedenfalls waren wir nach Tunesien geflogen und der Urlaub entwickelte sich zu einer mittleren Katastrophe. Wieso man einer Familie mit kleinen Kindern ein Zimmer direkt über der Hoteldisco gibt, in der bis 3 Uhr morgens laute Musik gespielt wird, blieb eine ungeklärte Frage, da meine Eltern eine ganz andere Sorge hatten, und diese hieß: Verdauung. Das Essen war katastrophal, und trotz aller Vorsichtsmaßnahmen meiner Eltern saßen nicht nur sie mit übelsten Bauchschmerzen, Kotzerei und Durchfall am letzten Urlaubstag am Flughafen, sondern mussten sich auch noch um meine Schwester und mich kümmern, uns hatte es natürlich auch erwischt. Meine Eltern wollten einfach nur mehr nach Hause. Irgendwann am späten Nachmittag sollte der Flug gehen, doch dann hieß es: Verspätung. Eine Stunde. Noch eine Stunde. Und noch eine. Schließlich schien es kritisch, ob wir an diesem Tag überhaupt noch nach Hause kommen würden, also wurden wir eingesammelt und mit einem Bus in Hotels in der Nähe verteilt. Als meine Eltern es dann endlich geschafft hatten, meine Schwester und mich zum Schlafen zu bringen und sich selbst hinlegen wollten, hieß es: Der Flieger ist da, aufstehen und zurück zum Flughafen. Es war mitten in der Nacht, dementsprechend… äääh… begeistert und gut gelaunt waren meine Schwester und ich wohl. Als wir endlich landeten, war das vorab bestellte Taxi natürlich längst weg, meine Eltern mussten, mit Gepäck und zwei komplett fertigen, quängeligen Kindern ein anderes Taxi organisieren. Danach waren wir seeeeehr lange nicht mehr in Tunesien.

Das Klo-Desaster

Ich bin Schuld daran, dass meine Oma väterlicherseits sich nach dem ersten Mal Babysitting bei meiner Schwester und mir weigerte, jemals wieder auf uns aufzupassen- und ich möchte euch natürlich nicht vorenthalten, warum. Immerhin gehört ja Einiges dazu, als 4 oder 5-jährige eine gestandene Frau so zu verschrecken, dass sie nie wieder alleine mit einem sein will. Dazu muss man wohl sagen, dass sie eine sehr kühle, distanzierte Frau war. Meine Schwester war noch sehr klein, konnte gerade mal Krabbeln und war seeehr anhänglich. Meine Mutter konnte nicht mal alleine aufs Klo gehen, war ihr aber auch egal, dann nahm sie meine Schwester halt mit. Und so war es für mich ganz normal, dass ich, wenn meine Mutter am Klo war und meine Schwester vor der geschlossenen Klotür saß und weinte, die Klotür öffnete um meine Schwester reinzulassen (die Klotür kann man nicht abschließen, laut meiner Eltern aus Angst, meine Schwester und ich könnten uns als Kinder versehentlich einsperren und nicht mehr rauskommen). Nun ja, unsere Oma passte also auf uns auf, musste aufs Klo, und naja, ihr könnt euch vorstellen was nun kommt. Meine Schwester krabbelte vor die Klotür, begann zu weinen, und ich ging halt in meiner kindlichen Naivität hin und öffnete die Tür. Ich meine, ich war 4 oder 5 Jahre alt, ich dachte mir wirklich nichts Böses dabei. Ich weiß nicht mehr genau, wie meine Oma reagiert hat, nur, dass ich mich unter dem Wohnzimmertisch versteckte und sie danach nie wieder auf uns aufgepasst hat. Und einige Jahre später haben mir meine Eltern dann mal erzählt, dass das der Grund dafür war.

Die Katze und der Fleck im Teppich

Jeder, der Kleinkinder in seiner Umgebung hat, weiß, dass sie in ihrer Entwicklung eine Phase haben, die ich hier mal “die Phase der Zerstörung” nenne. Alles, was man in die Finger bekommt, wird je nach Material heruntergeworfen, zerissen, angemalt oder Ähnliches und die Reaktion der Umwelt darauf beobachtet. Diese Phase meiner Schwester hat gleich zwei unvergessliche Ereignisse der Familiengeschichte beschert. Eines Tages bekam sie mein Lieblingskuscheltier in die Finger und warf es aus dem Fenster. Nun, gehst du eben raus und holst es, werden sich die meisten jetzt denken- die Sache sieht aber anders aus, wenn man in einem Hochhaus lebt. Da ist es nicht mit “eben mal rausgehen und das Kuscheltier holen”. Meine Eltern haben zwar im ganzen Haus Zetteln aufgehängt, aber das Kuscheltier tauchte nie wieder auf. Das halte ich meiner Schwester übrigens bis heute vor 😀 . Und zur zweiten Aktion… also ich weiß nicht genau wie die zustande kam, ich hatte wohl am kleinen Tisch vor dem Sofa im Wohnzimmer gemalt und dort die Filzstifte liegen gelassen. In einem unbeaufsichtigten Moment bekam meine Schwester einen rosafarbenen Stift in die Finger. Irgendwie schaffte sie es wohl, den aufzubrechen oder so, ich weiß nicht genau, jedenfalls schaffte sie es, zwei handflächengroße (nicht kleinkinderhandflächengroße, sondern erwachsenenhandflächengroße) rosa flecken in den hellgrauen, im gesamten Wohnzimmer verlegten Teppichboden zu machen.  Dazu sollte man vielleicht sagen, dass das die gesamte Wohnzimmereinrichtung und auch der Teppichboden zu dem Zeitpunkt erst wenige Monate alt, also quasi neu war. Als meine Eltern die Sauerei entdeckten, bekam ich den Anschiss meines Lebens, weil ich die Stifte dort liegen gelassen hatte. Die Flecken sind übrigens bis heute da, deswegen liegt unter dem Tisch noch ein kleinerer Teppich, ein Teppich auf dem Teppich sozusagen. Sieht irgendwie komisch aus, aber zumindest sieht man die Flecken nicht.

Urlaub mit Hindernissen

Kurz, aber trotzdem unvergesslich: Skiurlaub. Besser gesagt: Skiurlaub für meine Schwester und mich, Wellness-Urlaub für meine Eltern, da sie keine begeisterten Wintersportler sind. Aber naja, in Österreich war es zu der Zeit eben noch so, dass man als Kind Skifahren lernt, so wie man als Kind schwimmen lernt. Eigene Skiausrüstung hatten wir keine, vom Hotel würde uns der Skibus zur Piste und wieder retour bringen, meine Eltern wollten sowieso nur in der näheren Umgebung des Hotels bleiben, also war das Auto überflüssig und wir fuhren mit dem Zug. Das ging auch erst mal soweit gut, bis wir umsteigen mussten. Man nehme: 3 Koffer, 2 kleine Kinder und versuche damit innerhalb von 5 Minuten von Gleis 3 auf Gleis 8 zu wechseln. Ich weiß noch, als wir atemlos auf der obersten Treppenstufe standen und den Zug davonfahren sahen. Tja, dumm gelaufen. Uns blieb nichts anderes übrig, als in einem Café 2 Stunden auf den nächsten Zug zu warten.

Lustigerweise ist das genau der Zug, den ich immer nehme, wenn ich zu mir ins Kaff fahre (oder zumindest in die Nähe, im Kaff gibt es ja keinen Bahnhof). Und die Zeit zum Umsteigen ist noch genauso kurz. Nur fährt er mittlerweile jede Stunde.

Blitz und Donner

Das ist eine Geschichte, an die ich gerne erinnere, wenn es darum geht, dass meine Familie meine Warnungen in den Wind schlagen will. Einmal im Jahr nahm sich meine Mutter eine wohlverdiente Auszeit und fuhr für eine Woche ganz alleine in ein Kurhotel in der Steiermark, um sich nach Strich und Faden verwöhnen zu lassen. Als die eine Woche um war, fuhr mein Vater mit meiner Schwester und mir dort hin, um in der Umgebung noch einen schönen Ausflug zu machen und meine Mutter anschließend mit nach Hause zu nehmen. Meine Mutter hatte eine schöne Runde zum Spazierengehen entdeckt, die zuerst über Feldwege zu einem Wald und dann zurück zum Hotelparkplatz führte, die sie uns zeigen wollte. Am Horizont waren schon erste schwarze Wolken zu sehen, und ich sagte noch: „Da kommt ein Gewitter! Wir sollten das bleiben lassen!“, aber meine Eltern sagten nur: „Geh, bis das da ist sind wir längst wieder beim Auto!“. Es kam wie es kommen musste, als der Wolkenbruch über uns niederging waren wir gerade erst beim Wald. Ich würde mal behaupten, dass die Steiermark eine der extremsten Wetterregionen in ganz Österreich ist, also es war nicht einfach Regen, es waren regelrechte Sturzfluten, die sich da über unsere Köpfe ergossen und der Wald hielt das Wasser auch nicht ab. Meine Eltern versuchten, aus geschlichtetem Brennholz und ihren Jacken eine Art Unterschlupf zu bauen, doch das Wasser tropfte nach kurzer Zeit durch und da man sich bei Gewittern ja auch nicht unbedingt im Wald aufhalten sollte, war klar: Wir müssen zurück zum Auto. Meine Schwester war noch sehr klein und noch nicht so schnell zu Fuß, deshalb teilten wir uns auf: Mein Vater und ich rannten zum Auto und fuhren damit auf dem Feldweg meiner Schwester und meiner Mutter entgegen. Natürlich waren wir alle bis auf die Knochen nass und durch das Laufen auf dem schlammigen Feldweg komplett verdreckt. Ich weiß noch, dass ich weiße Socken anhatte, die wir nachher entsorgen mussten, weil sie nie wieder ganz sauber wurden. Damit wir uns nicht verkühlen, verbrachten meine Schwester und ich die Heimfahrt nackt in Decken gewickelt. Und zuhause gab es dann zuerst heiße Badewanne, dann heißen Kakao und Blätterteiggebäck. Das habe ich übrigens von meinen Eltern übernommen: Wolldecken zählen zur Standardausrüstung in meinem Auto. Man weiß ja nie.

Der Pfad der Beeren

Meine Schwester hatte gerade eine schwere Zahn-OP hinter sich, und um sie auf andere Gedanken zu bringen, sollte es an einem schönen Sonntag im Sommer in einen nahegelegenen Naturpark gehen. Das ist ein über 350 Hektar großes, eingezäuntes Areal, mit freilaufenden Wildschweinen. Es grenzt an einer Seite direkt an einer Autobahn. Naja, wir waren schon sehr lange nicht mehr dort gewesen und so machten wir uns auf den Weg. Der Park ist gut ausgeschildert und irgendwann entdeckten wir entlang des Weges Brombeerbüsche. Somit begannen wir, die mittlerweile leeren Proviant-tupperdosen mit Brombeeren zu füllen. Wir kamen zu einer Abzweigung und folgten dem „Pfad der Brombeeren“ und hier waren sogar noch mehr als vor der Abzweigung. Nachdem wir alles, was sich irgendwie füllen ließ, gefüllt hatten, folgten wir dem Weg. Wir wunderten uns zwar über nicht vorhandene Wegweiser an den Abzweigungen, folgten dann aber jeweils dem Weg, der uns etwas breiter erschien. Irgendwann begannen wir, Motorengeräusche wahrzunehmen, die immer lauter wurden und kurze Zeit später standen wir vor einem verschlossenen Tor und blickten auf die Lärmschutzwand der Autobahn. Hier ging es also nicht weiter. Das Problem war jedoch, dass wir erstens schon sehr lange unterwegs gewesen waren, und zweitens keine Ahnung hatten, wo wir überhaupt falsch abgebogen waren. Am sichersten erschien uns also, uns entlang des Zaunes durch die Botanik zu schlagen um so zum Ausgang zurückzufinden. Zwischendurch mussten wir immer wieder stehen bleiben, damit meine Schwester sich sammeln konnte, denn sie war noch immer von der OP geschwächt und von der Tatsache, dass sie außer etwas Hühnersuppe die Tage vor dem Ausflug nichts gegessen hatte (seitdem kann man sie übrigens schon alleine mit dem Geruch von Hühnersuppe in die Flucht schlagen). Wir hatten ja eigentlich vorgehabt, „nur mal eine Runde spazieren zu gehen“, und keine 4-Stunden-Wanderung zu machen. Ich weiß nicht genau wie lange es dauerte, aber irgendwann erreichten wir komplett dreckig und zerkratzt den Eingang.

Einige Wochen später fuhren wir übrigens nochmal dorthin um herauszufinden, wo wir falsch abgebogen waren. Es stellte sich heraus, dass es an der Brombeerkreuzung passiert war. Es stand dort zwar ein Schild, das das ein Forstweg sei, den Naturparkbesucher nicht betreten sollten, dieses war allerdings komplett zugewuchert und wir hatten es in unserer „Brombeer-Euphorie“ schlicht übersehen.

Tatüüü, Tataaaaa

Es war mal wieder einer dieser Familienwandertage. Es waren zwar Regenschauer vorhergesagt, aber wir hatten festes Schuhwerk an und Regenjacken mit, also kein Grund zuhause zu bleiben. Das Auto parkten wir am unbefestigten Parkplatz im Tal, der sowohl als Gästeparkplatz für das dortige Gasthaus, als auch als Parkplatz für die Wanderer diente. Gerade, als wir die Hütte erreichten, ging ein heftiger Regenschauer nieder und wir beglückwünschten uns, dass wir es zeitlich so gut getroffen hatten. Nach dem Essen war der Spuk wieder vorbei und wir konnten den Abstieg antreten. Beim Auto angekommen stiegen wir ein und wollten wegfahren, doch es ging nicht. Durch den Regenschauer war der Parkplatz so aufgeweicht, dass wir nicht mehr wegkamen, mit jedem Versuch gruben sich die Reifen nur weiter in den Matsch. Von der Terrasse des Gasthauses war dieses Spektakel gut zu beobachten und ein Herr erbarmte sich und hängte- unter tosendem Beifall der Gasthausbesucher, die auf der Terasse saßen- unser Auto mit einem Abschleppseil an seines und versuchte, uns aus dem Loch zu ziehen. Das hohe „Ziiiiiiiiiinnnnnnggg“ , das das Seil beim Reißen erzeugte, beendete diesen Versuch schlagartig. Nun blieb meinem Vater nichts Anderes mehr übrig, als die freiwillige Feuerwehr zu verständigen. Für meine Schwester und mich war das natürlich eine Mordsgaudi, wir waren überdreht wie sonst was. Die Feuerwehr kam und schaffte es mit Brettern und Luftkissen schließlich, unser Familienmobil aus der misslichen Lage zu befreien. Für die kostenlose Unterhaltung der Gasthausbesucher haben wir leider nie eine Aufwandsentschädigung erhalten. Das Gasthaus ist mittlerweile übrigens geschlossen. Und der Parkplatz asphaltiert.


 

Das war auch schon alles, was mir auf Anhieb eingefallen ist. Wenn ihr wollt, lasst mir einen Kommentar da, welches Erlebnis ihr am Lustigsten findet. Und wenn ihr ein eigenes Familienerlebnis habt, das ihr hier mit mir und anderen Lesern teilen möchtet… feel free! Ist bestimmt lustig zu lesen, was in anderen Familien so abgeht.

 

 

One comment on “Themenfreitag #29- Lustige Familienerlebnisse

  1. Hehe! Ein sehr lustiger Themenfreitag! Mein Favorit war das mit dem Parkplatz. 😀

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