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Schlimmer als schlimm

Der bisherige Tag kurz zusammengefasst:

-Nacht: Von Mitternacht bis 5 geschlafen, dreimal wegen Fressträumen hochgeschreckt. Fazit: Nacht fürn Arsch. Wie die letzten 7.

-Handy: Kaputt weil gegen Holzverkleidung an der Wand geworfen. Es ist ein Nokia! Also das will was heißen. Zumindest funktioniert es noch, also ich muss mir nicht unmittelbar ein Neues suchen. Und das werde ich vor Therapieende auch bestimmt nicht tun, denn es könnte sein, dass das noch öfter passiert.

-Gewichtskurve: liegt zerrissen am Fensterbrett. Beichte ich dann nächste Woche. Oder so.  Muss ich für Sam noch fotografieren und ihm schicken, der zerkugelt sich ja bis heute über meine Therapieskripten-Zerfetzaktion vom letzten Aufenthalt. Diesmal fange ich halt früher damit an.

-soziale Kontakte: Lotta beinahe das Tablett auf den Schädel geschmettert, als sie nach dem Mittagessen wissen wollte, ob die Käsespätzle lecker waren. Wollte ihr schon sagen, sie soll lieber ihren Kuchen essen anstatt so blöd zu fragen. Ich hatte nämlich keinen, offenbar waren die Käsespätzle kalorienreich genug sodass die Vegetarier nur Obst als Nachtisch hatten. Ätsch.

-DBT: komplette Verwirrung. Gestern in der Skillsgruppe erklärt der Pfleger, wir müssen lernen Gefühle zuzulassen. Als ich mir nach dem Mittagessen die Augen aus dem Kopf heule, sagt die Schwester, ich solle doch Hochstressskills anwenden, um mich so weit in den Griff zu kriegen, dass ich den dämlichen Computertest machen kann. Was jetzt, Skills anwenden oder Gefühle zulassen?

-Körper: Beschlossen, wieder auf SVV umzusteigen. Ist weniger peinlich als fressen und kotzen und leichter in den Stationsalltag integrierbar. Und die Abwesenheit meiner Zimmerkollegin zwecks Trainingstherapie gleich genutzt um zu gucken, ob ich es noch kann. Ergebnis: Ja, klappt noch. Ist ja so ähnlich wie Radfahren, das verlernt man nicht.

Ich will nach Hause. Oder sterben. Oder beides.

5 comments on “Schlimmer als schlimm

  1. Huhu. Das klingt echt schlimm . Du machst es dir selber auch nicht leichter. Willst du die Therapie willst du dass es dir besser geht. Zum Gefühle zulassen. Dbt heißt beides. Abschwächen und zulassen. Runter skillen bis du kontrolliert das Gefühl erleben kannst. Natürlich. Wenn der Zeitpunkt passt und nicht wenn was anderes ansteht. Von einem schwachen verhalten ins nächste zu fallen passiert schnell wenn der Druck einfach zu hoch ist. Bleib damit ehrlich denn du sabotiert dich selbst. Die Frage ist wie steht es mit der inneren Bereitschaft. Willst du ohne Psychiatrie Leben können? Ich war auch extrem und schön abgeschrieben. Ich sollte stationär betreut wohnen oder eben drauf gehen mir hat die Frage geholfen was mit das bringt mich selbst weiter kaputt zu machen und ob ich nicht noch wünsche habe. Ja auch ich schlafe jede Nacht mies. Ich bewerte es nicht mehr. Ich wünsche dir dass du zu dir findest. Du bist so wunderbar und so viel mehr als die Krankheiten . Herzlichst Alice

  2. Oh nein, du Arme! Bitte gib nicht auf! Ich war auch schon 2x in einer Klinik und kenne solche Scheißtage. Falls du dich austauschen willst kannst du mir gerne jederzeit schreiben! Ich schick dir ganz viel Kraft!

  3. Hey Fliegermädchen, nach jedem Tal kommt auch wieder ein Berg. Du kommst da durch und schaffst das, aber nicht wenn du dich selbst belügst oder aufgibst. Es ist nicht schlimm, wenn du dich eine Zeitlang in deinem Chaosschneckenhaus verkrümelst, aber bitte komm auch da wieder raus und lass dir helfen. Mach
    den Anfang und red mit irgendwem dort, egal wer.

  4. Wow, mega cool, wenn du die Käsespätzle besiegt hast! Es ist natürlich blöd, dass es dir jetzt so scheiße geht, aber es ist wohl notwendig auf dem Weg zur Besserung. Ich drücke dir die Daumen, dass du bald mal was Positives von den Veränderungen merkst. Z.B. besser schlafen wäre ja gut. Ich kenne das mit den Schlafproblemen, hatte das letztes Jahr echt extrem und es raubt einem einfach so viel Kraft… Beste Wünsche!

  5. Ich habe zum Glück nur noch Schlafprobleme, meine Kotzerei habe ich halbwegs im Griff. Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du aus deinem Loch wieder raus kommst. Auch wenn es vielleicht überheblich klingt: ein kleines bisschen musst du dich dafür selber mögen. Diesen Kern an Selbstliebe musst du finden und dich daran orientieren. Ich hoffe, dass du das schaffst, denn ich finde, dass du ein starker und liebenswürdiger Mensch bist.

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