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Mehr und weniger Chaos

Dieses Wochenende war wieder Substanzkonsumwochenende. Manchmal nervt die Nebenwirkung der Schlaflosigkeit danach unglaublich, aber dieses Wochenende beschloss ich, sie mal zu nutzen um alles zu tun, was bisher so liegen geblieben ist: putzen, aufräumen, Unterlagen einsortieren (alles, was die letzten 2 Monate so an Post etc. kam landete einfach auf einem Stapel am Tisch). Ob es sinnvoll ist, bis halb 7 morgens die kompletten Fliesen am Klo mit Glasreiniger zu polieren (Wände, Boden, Kloschüssel, alles), sei mal dahingestellt. Es tat jedenfalls gut, mal irgendetwas weiterzubringen. Und sei es nur, dass ich heute ein blitzsauberes Klo hatte, das ich vollkotzen konnte.

Als es draußen hell wurde, ging ich ins Bett. Da meine Vorhänge nicht wirklich lichtdicht sind, hatte ich Angst, gar nicht mehr schlafen zu können, wenn ich warte bis es ganz hell wird. Knapp 4 Stunden später war ich wieder auf den Beinen, setzte mich ins Auto, fuhr zum Sportwettkampf einer Freundin und verbrachte den kompletten Abend zwischen Kühlschrank und Klo. Dabei verlor ich die Zeit aus den Augen, denn ich wollte der Psychologin ja eigentlich noch eine Entschuldigungsmail für das Fernbleiben schreiben. Allerdings ist es nicht sehr authentisch, um ein Uhr morgens noch etwas von körperlichen Problemen vorzujammern, das scheint dann ja erst recht so, als wäre es mir in letzter Sekunde noch eingefallen.

Das Problem ist, dass ich nicht weiß, welche Ausrede ich nehmen soll. Es muss etwas sein, das mich so außer Gefecht gesetzt hat, dass ich sowohl am Donnerstag selbst, als auch am Freitag nicht anrufen konnte, das aber so schnell wieder verschwunden ist, dass ich theoretisch morgen in die Klinik könnte, wenn ein Platz frei wäre. So Dinge wie Grippe oder Magen-Darm-Virus sind also unpraktisch, sonst heißt es: “Nein, dann bleiben Sie mal lieber Zuhause, bevor Sie irgendetwas einschleppen, das sich dann auf der Station verbreitet”. Wenn ich einen Fahrradunfall nehme, habe ich Angst, dass sie die Lüge bei der Aufnahme aufdecken. Da werde ich vermutlich in Unterwäsche gewogen und wenn da keinerlei blaue Flecken oder Schürfwunden zu sehen sind, ist das etwas unrealistisch, wenn es mich am Donnerstag noch so übel mit dem Fahrrad geschmissen haben soll, dass ich nicht zur Gruppe kommen konnte. Aktuell tendiere ich noch am ehesten zu “Beim Putzen von der Leiter gefallen und den Kopf angehaut”. Aber ich werde wohl lieber morgen anrufen, und ihr das sagen, denn wenn ich um die Zeit noch eine E-Mail schreibe, kommt das sonst wieder so rüber, als hätte ich mein Leben nicht unter Kontrolle. Denn die Funktion, mit der man E-Mails zu einer bestimmten Zeit automatisch versenden kann, funktioniert bei meinem kostenlosen GMX-Konto nicht. Heute zu einer “normalen” Zeit aufstehen, nur um die E-Mail zu schreiben, will ich auch nicht, ich bin froh wenn ich möglichst lange schlafe und möglichst viel des Tages schon um ist, wenn ich aufstehe.

Ich werde heute auch wieder in der Klinik anrufen und fragen, auf welcher Position ich auf der Warteliste bin. Und wenn es dann wieder heißt, dass noch 2 vor mir sind, frage ich, ob sie mich verarschen wollen. Ich hoffe einfach so sehr, dass es diese Woche endlich so weit ist.

One comment on “Mehr und weniger Chaos

  1. Migräne wäre doch ne gute Ausrede. Die legt mich in schlimmeren Fällen über Tage lam…

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