8 Comments

*kopfschüttel*

Einen Aspekt habe ich gestern noch vergessen: Wundversorgung. Ich hätte nie gedacht, dass die hier so überfordert damit sind.

Zuerst mal hat es mich gewundert, dass es vom Pflegepersonal niemand sehen wollte, als ich es am Samstag gemeldet habe. So unrecht war mir das gar nicht, ich halte so etwas nicht jedem ungefragt unter die Nase und lasse noch “ungerner” andere Leute an meinen Selbstverletzungen herumbasteln. Der Arzt in der Visite wollte die Verletzung dann sehen, also habe ich den Verband runtergegeben. Die Schwester hat ihn mir aus der Hand genommen und weggeworfen. Wie schon geschrieben, sollte ich dann ja zur Dermatologin vom Konsiliardienst, aber nicht, dass sie mir vielleicht einen provisorischen Verband drummachen, oder mir irgendetwas geben, das ich selbst drübergeben kann, oder mich zumindest in mein Zimmer lassen, damit ich es mit meinem eigenen Material verbinden kann. Nein, ich sollte über die offene, den gesamten Unterarm bedeckende Brandwunde den Ärmel drüberziehen und auf der Stelle runtergehen zur Dermatologin. Die kam aber auch nicht auf die Idee, das zu verbinden, sondern schickte mich auch so wieder zurück.

Aber Hauptsache, ich soll prophylaktisch ein Antibiotikum nehmen, damit sich die Verletzung nicht entzündet. Äääääähm…. wie wäre es, wenn man einfach mal damit anfängt, die Wunde vernünftig zu verbinden oder mir zumindest die Möglichkeit gibt, es selbst zu tun?!

Und dann wundert sich die Medizinwelt über Antibiotikaresistenzen.

 

8 comments on “*kopfschüttel*

  1. Bist du schon selbst dort gewesen, um um einen Verband zu bitten und dich selbst zu schützen? Wär doch eigentlich der zweite Weg, um für dich selbst zu sorgen.

    • Genau, ist ja der Job der Patienten im Krankenhaus sich selbst zu behandeln.

    • Hatte eh selbst Verbandsmaterial mit, das war ja gar nicht das Thema. (nehme da lieber mein Eigenes, mit dem ich gute Erfahrungen gemacht habe und wo mir der Umgang und die Anwendung vertraut ist). Es ging ja nur drum, dass man mir nicht die Zeit gegeben hat, einen Verband drumzumachen, bevor man mich quer durchs ganze Krankenhaus zur Dermatologin (und wieder retour) geschickt hat.

  2. als ich mal eine längere entgiftung in der psychiatrie machte war es auch spannend was eine wunde anging, die pflege machte bilder vom verlauf wie die wunde aussieht und regelrecht terror mir gegenüber und schlussendlich behandelt wurde nichts, ich bin von arzt zu arzt geschickt worden weil auch das bein sich langsam aber sicher mit der infektion nichtmehr so dünn fühlte wie es einst war aka wasser

    nach 2 wochen habe ich mit ner nachtpflegerin ein wörtchen geredet und sie gab mir dann genau das verbandmaterial etc etc etc usw was ich brauchte für knapp 3 wochen in die hand mit dem hinweis das keinem zu sagen^^ danach hab ich die wunde selbst versorgt und siehe da sie war nach weiteren 2 wochen ganz ok während die anderen hirnlose bilder machten ohne zu behandeln

    die nachtschwester kannte ich zum glück, hört sich etwas doof an aber sie verdankt mitunter mir ihr leben

    anekdotisch aus einer anderen psychiatrie, da gab es einen patienten der hatte zahnschmerzen und einen beschluss! nach 2 wochen war der beschluss aufgehoben und der patient an sepsis gestorben, weil hey, zahnschmerzen…nur blöd der ganze eiter usw der dann die sepsis auslöste

    antibiotika würde ich wenn ich du wäre übrigends verweigern, die leitlinien s2 s3 sagen ganz klar das nur bei einer festgestellten infektion an einer wunde im tieferen gewebe gegeben werden sollten inkl. infekt parameter im blut und bei wund besiedelungen garnicht!
    präventiv nur bei ganz ganz speziellen fällen aber nicht wunden!
    präventiv zb. 1500 amoxi clavulan bei einer operation als einmal dosis bzw nur bei bestimmten operationen oder
    bei bestimmten bzw schwerwiegenderen zahnentfernungen präventiv auch amoxi clavulan und clindamycin und 3 tage nach extraktion noch clinda aber das sind eigendlich alte leitlinien und man zweifelt heute noch an der wirksamkeit
    primär ging es bei diesen immer nur darum das es keine endokarditis gibt…

    btw, in was fürn laden bist du denn da?
    hört sich sehr inkompetent an 😉
    was die wunde angeht, da würde sicher eine kotison salbe inkl eines lokalen antibiotikum ausreichen 2x am tag, mit dem schlucken von antibiotika machst du deine darmflora sowas von kaputt usw

    liege grüsse und viel erfolg

  3. Sorry, du hast das selbst verursacht, verletzt dich selbst, weisst um die Folgen, auch wenn es ein Krankheitssymptom ist. Und dann erwartest du, dass alle rennen, damit du das verbunden bekommst? Eigentlich möchtest du doch was davon haben. Da kannst du dich doch selbst drum kümmern, erhöht auch die Selbstwirksamkeit. Genau das ist es, was im Allgemeinen mit der Manipulation der Borderliner bezeichnet wird. Wenn du nicht die Aufmerksamkeit bekommst, bist du beleidigt.

    • Was auch immer dich an diesem Beitrag stört, so kann man es allemal anders ausdrücken, als so, Mal ehrlich.
      Diese Worte wirken provozierend und beurteilend – für mich bräuchte es das nicht, schließlich schildert dieser Blog die subjektive Wahrnehmung eines Menschen wieder, über die ich persönlich nicht urteilen möchte und kann.

    • Wenn ich erwarten würde, “dass alle rennen”, hätte ich mir wohl kaum mein eigenes Verbandsmaterial mitgenommen und die Verletzung nur auf explizite Aufforderung des Oberarztes hergezeigt. Ich hätte mir nur erwartet, dass man mir die Möglichkeit gibt, eine offene, nässende Brandwunde halbwegs keimfrei abzudecken, bevor man mich von A nach B und wieder zurückschickt und ich notgedrungen, um die Verletzung irgendwie zu bedecken, den Ärmel drüberziehen muss (wobei, deiner Aufmerksamkeitstheorie zufolge hätte es mir ja noch mehr gefallen, mit einer für alle sichtbaren Verletzung quer durchs Krankenhaus zu laufen).
      Ich weiß nicht wie lange du hier schon mitliest, aber ich muss dich enttäuschen: Ich versorge meine Verletzungen grundsätzlich (außer bei Komplikationen wie Entzündungen) selbst. Bei meiner letzten stationären Therapie war es Pflicht, Selbstverletzungen dem Pflegepersonal zu zeigen und versorgen zu lassen und selbst da habe ich mir “Wundversorgung unter Aufsicht” ausgehandelt, weil es für mich unglaublich schwer zu ertragen ist, jemand anderen an meinen Verletzungen “herumbasteln” zu lassen.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: