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Freitag

Heute Früh war ich bei Dr. Hexe.

Sie will mich für die Zeit bis zur stationären Therapie in die Tagesstruktur der örtlichen Psychiatrie stecken. Einerseits ist das keine so schlechte Idee, denn dann wäre ich nicht so lange stationär. Das beruhigt zumindest meine Paranoia, dass ich nachher total unselbstständig wieder rausgehe. Wie das nach schlimmstenfalls 18 Wochen stationär aussehen würde, weiß ich nämlich nicht, vor 2 Jahren waren es ja „nur“ 12. Andererseits stehe ich dann trotzdem vor dem gleichen Problem, das ich jetzt auch schon habe: Die späten Nachmittage/Abende und Wochenenden wäre ich trotzdem wieder alleine. Da könnte ich genausogut weiterhin arbeiten, da würde ich für die Zeit zumindest Geld bekommen und müsste nicht 25€ pro Woche für öffentliche Verkehrsmittel rausschmeißen. Ich soll jetzt jedenfalls mal dort anrufen und mir einen ambulanten Termin geben lassen. Das werde ich tun und dann sehen wir weiter.

Nächster Punkt: Sie hat mir ein Zyprexa-Rezept aufgedrängt. Dem stehe ich eher skeptisch gegenüber. Das habe ich vor 8 Jahren in der Jugendpsychiatrie bekommen und davon ziemlich zugenommen. Zumindest glaube ich, dass es vom Zyprexa war, denn von den Benzos bestimmt nicht, auf Antidepressiva reagiere ich auch nicht mit Gewichtszunahme, Truxal habe ich danach auch mal eine Zeit lang gehabt ohne zuzunehmen, also bleibt nur mehr Zyprexa als Übeltäter. Waren zwar großteils Wassereinlagerungen, aber trotzdem.  Das allerletzte, das ich aktuell brauche, ist ein Medikament, von dem ich auch noch zunehme ohne irgendetwas zu essen.

Dann wollte sie wissen: „Was wäre denn Ihr Wunschgewicht?“ – „Naja, unter 40kg wäre schon toll… aber ich weiß ja, dass das nicht gesund ist.“ – „Waren Sie schon mal im KZ Mauthausen?“ – „Ja, im Gymnasium waren wir mal dort, wieso?“ – „Dann kennen Sie ja die Bilder. So sehen Leute aus, die unter 40kg wiegen. Seien Sie dankbar, dass sie etwas zu essen haben.“

Wie ich dieses Argument finden soll, weiß ich nicht. Die Tatsache, dass ich zu wenig esse, bedeutet schließlich nicht zwangsläufig, dass ich nicht dankbar dafür bin, dass ich genug zu essen hätte, wenn ich wollte (durchblickt jemand diesen verschachtelten Satz?).

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