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Ich glaube ich bin depressiv

Voll ernsthaft. Ich hatte ja versucht, das Wochenende konstruktiv zu gestalten und bin gescheitert. Nichts macht mehr Spaß.

Am Samstag bin ich um 6 aus dem Bett gepurzelt und in die Berge zum Fahrtechnikzentrum gefahren. Das einzige Erfolgserlebnis war wohl, dass ich auf Anhieb hingefunden habe. Das Training wäre echt super gewesen, wenn ich gut drauf gewesen wäre. Die Gruppe war gemütlich, das Wetter perfekt. Bei kuscheligen -16° waren die Bedingungen für Schnee- und Eistraining ideal. Die Strecke war so spiegelglatt, dass man an den abschüssigen Stellen mit normalen Schuhen nicht stehen konnte, ohne wegzurutschen. Da merkt man mal, was die heutigen Reifen eigentlich können. Unglaublich, dass man auf Strecken, auf denen man nicht mal gehen kann, noch fahren kann. Stellenweise war es dennoch ein bisschen langweilig. Ich hatte mit Abstand das älteste Auto, außer ABS ist da nichts drin. Ganz im Gegensatz zu den Anderen. Und nun war es aber so, dass wir die Übungen sehr oft wiederholten, damit alle mit den neueren Autos probieren konnten, wie das Fahrzeug reagiert, wenn man die verschiedenen elektronischen Helferleins ausschaltet und in den verschiedensten Kombinationen wieder einschaltet. Diese Option hatte ich aber nicht, ich konnte die Übungen nur mit einer Einstellung absolvieren.

Die letzte halbe Stunde war dann dafür wirklich ganz cool, wir durften “Freestyle” auf der Eisbahn herumdüsen und schön ans Limit gehen. Danach war ich aber fertig, denn ob man es glaubt oder nicht: einen ganzen Tag lang hochkonzentriert hinterm Steuer sitzen geht ordentlich an die Substanz. Man fährt ja nicht nur einfach doof auf der Autobahn dahin, sondern von einer Gefahrensituation in die nächste.

Nun ging es daran, in der Nähe eine Unterkunft zu suchen. Bei den ersten 3 Gasthöfen hatte ich Pech. Also fuhr ich zurück in den nächsten größeren Ort und dort fand ich tatsächlich einen Gasthof, da war es draußen bereits dunkel. “Wir haben aber die Landjugend da, es könnte in der Nacht etwas lauter werden!” warnte mich der Wirt vor. In der Dunkelheit weitersuchen wollte ich aber auch nicht, also blieb ich. Ich bereute die Entscheidung nicht, denn das Zimmer war supergemütlich. Viele Leute sagen ja, das Teppichboden in Hotelzimmern unhygenisch ist, aber ich finde das einfach total gemütlich. Ich telefonierte dann noch mit meiner Mutter. Ich hatte gehofft, zumindest noch an einem der Wochenenden nach Medan zu meinen Eltern flüchten zu können, damit mir die Decke nicht auf den Kopf fällt. Außerdem hätte ich dann gleich meine Hasen mitgenommen, weil meine Mutter wieder auf sie aufpassen wird, während ich in der Klinik bin. Das geht aber nicht, weil sie in der Woche, in der meine Schwester Geburtstag hat, zu ihr fliegen (also von einem Wochenende zum anderen Wochenende) und dann sind sie ein paar Tage in Venedig, und dann war es das schon mit den Februarwochenenden. Nach dem Telefonat hätte ich am liebsten losgeheult. Ich fühle mich eh schon so einsam, und dass meine Eltern gerade in dieser schwierigen Zeit so viel unterwegs sind… tut einfach weh.

Ich war so fertig, dass ich bereits um 22:00 einschlief. Da ich aktuell aber nicht mehr als 5 Stunden pro Nacht schlafe, war ich ab 3:00 wieder wach und wälzte mich nur mehr von einer Seite auf die andere.  Ich frühstückte viel zu viel, kotzte, checkte aus und fuhr zur Talstation (was heißt Talstation… der Parkplatz war auf 1400m) und besorgte mir eine 4-Stunden-Karte.

Die 3-Stunden-Karte hätte auch gereicht. Genau genommen hätte ich es gleich bleiben lassen können. Ich war überhaupt nicht motiviert. Kräftemäßig ging es eigentlich, aber ich hatte keinen Spaß dabei. Nach einer halben Stunde aß ich auf einer Hütte einen Germknödel (wahnsinn, der blieb sogar drin), in der Hoffnung, dass sich dadurch meine Stimmung bessern würde, doch Fehlanzeige. Dann wollte ich eigentlich zurück zum Auto fahren, verpasste aber die Abzweigung zum Parkplatz und landete dann ganz woanders. Ich und Skigebiete… ich habe chronische Paranoia, dass ich irgendwo runterfahre, von wo aus kein Lift mehr raufgeht. Von dort, wo ich landete, ging zwar schon einer rauf, aber auf den entferntesten Gipfel und ich musste zu einem anderen Lift runterfahren, wieder hochfahren, nochmal zu einem anderen Lift runterfahren, wieder hochfahren, und dann war ich endlich beim Parkplatz und fuhr nach Hause. Fressen, Kotzen- bzw. es versuchen. Nach dem Tag war der Kotzreflex wohl schon irgendwie ausgereizt, jedenfalls bekam ich nur einen Bruchteil wieder raus.

Morgen unterschreibe ich die einvernehmliche Kündigung.

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