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This house no longer feels like home

Heute war ich am Heimatflugplatz. Wäre ich doch einfach nicht gefahren. Ich hatte das Gefühl, nicht dazuzugehören. Niemand erkannte mich. Ja, ich habe abgenommen, aber ich bin doch immer noch ich. Es tat einfach weh. Dieser Ort war so etwas wie mein Zuhause. Jeder kannte mich. Sobald ich den Flugplatz betrat: “Ah, hallo Fliegermädchen!”. Heute betrete ich das Gebäude und blicke nur in fremde Gesichter, die mich nicht mal ansehen. Und als mich eine Pilotin, bei der ich sogar einmal übernachtet habe, fragt: “Und wer bist du?” möchte ich mich am liebsten einfach umdrehen und davonlaufen. Nach 1,5 Stunden setze ich mich ins Auto und fahre nach Hause.

Zuhause ist es auch nicht besser. Die Einsamkeit frisst mich auf. Am liebsten würde ich heiß duschen gehen und dann ins Bett, aber mittlerweile hasse ich es nur mehr, hier duschen zu gehen. Privatsphäre gibt es bei uns zuhause nicht, die Badezimmertür ist nicht abschließbar und es kommt jeder einfach rein. Seit ich hier bin, war ich eh nur zweimal duschen, beim ersten Mal ist mein Vater hereingeplatzt weil er unbedingt auf die Minute seine Sportsachen brauchte (früher hat er bei solchen Gelegenheiten dann gerne mal gesagt “Ich schau dir schon nix weg”, wenn ich dann alles, was ich irgendwie bedecken konnte, notdürftig mit den Händen bedeckte) und gestern stand ich gerade nackt im Bad und war dabei, mich anzuziehen, als meine Mutter die Tür aufriss: “Oh, sorry, ich dachte es hat nur jemand das Licht brennen lassen” (Ja, sicher, vor einer halben Minute hat sich die Dusche von alleine abgedreht. Außerdem kann man ja trotzdem mal anklopfen und laut sagen: “Jemand drin?” bevor man einfach die Tür aufreißt…). Ich kann euch wirklich gar nicht sagen, wie sehr ich mich schon darauf freue, mich morgen ins Auto zu setzen und Medan für die nächsten Monate hinter mir zu lassen. Vermutlich werde ich erst wieder zu Ostern hierher kommen.

Ich schlafe nicht viel. Vorgestern Abend habe ich Trittico genommen, sogar doppelt so viel wie sonst, länger geschlafen habe ich dadurch allerdings nicht. Ich war morgens nur total matschig.

Aber alles wird gut. Morgen fahre ich ins Kaff, Montag fahre ich gleich in der Früh in den Afro-Laden damit mir die Friseurin sagt, was es kosten würde meine Haare zu Rastazöpfen zu flechten und dann werde ich mich so richtig schön mit Substanzen abschießen. Das brauche ich nach der Woche einfach mal.

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