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Spiegel

Ich weiß nicht wieso, aber der Spiegel im Tanzsaal ist der einzige Spiegel, in dem ich sehe, dass ich wirklich zu dünn bin. Vielleicht liegt das auch einfach daran, dass ich dort gleichzeitig auch andere Menschen sehe und mich direkt mit ihnen vergleichen kann. Ich versuche zwar noch immer mich so hinzustellen, dass ich mich nicht im Spiegel sehe, aber bei Übungen, bei denen wir einzeln quer durch den Saal irgendwelche Sprünge oder Schrittfolgen machen sollen, lässt sich das nun mal nicht vermeiden. Gestern war auch wieder die Frau da, die ich immer um ihre schmale Figur beneidet habe und mich gefragt habe, wie sie auf dem natürlichen Weg zwei Kinder bekommen hat. Sie dürfte wohl wirklich zu den Menschen gehören, die von Natur aus schmal gebaut sind und gestern ist mir aufgefallen, dass sie eigentlich ganz gesund aussieht. Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll… aber es passt halt alles irgendwie zusammen. Nicht so wie bei mir, wo aus viel zu breiten Schultern irgendwelche dünnen Ärmchen hervorkommen, an denen die Ellenbogengelenke die dicksten Stellen sind. Ich würde also nicht sagen, dass ich permanent ein verzerrtes Selbstbild habe. Sobald irgendjemand neben mir steht, mit dem ich mich vergleichen kann, sehe ich selbst ein, dass ich „zu wenig“ bin. Aber wenn ich alleine zuhause vor dem Spiegel stehe, sehe ich keinen Unterschied mehr im Vergleich zu vor einem Jahr, obwohl ich da über 16kg mehr gewogen habe.

Sonst war das Tanzen eher so lala. Ich habe mich wieder überwunden und nicht nur Gemüse zu Mittag gegessen. Allerdings habe ich nicht damit gerechnet, dass ich mich gar nicht so viel bewegen werde. Es wurden nämlich alle Tänze der letzten Monate durchgemacht und keinen davon kann ich vollständig, daher konnte ich nicht mitmachen. Es gab für mich also nur das „Aufwärmprogramm“ und die restliche Zeit stand ich da und schaute den anderen zu und dachte an die 150g Dinkel mit Tomatenmark, die ich extra gegessen hatte und jetzt nicht verbrennen konnte (übrigens so am Rande: Jedem, dem die „Standardbeilagen“ Nudeln, Reis und Kartoffeln zum Hals raushängen: probiert mal Dinkelkörner. Ihr werdet nie wieder normalen Reis essen wollen). Am Schluss machten wir dann noch die besagten „Quer-durch-den-Saal-Lauf-Übungen“. Das war schon letztes Mal schlimm genug, weil ich das nicht mag, wenn alle anderen gerade „unbeschäftigt“ sind und mir zuschauen können. Aber da waren es zumindest Dinge, die ich konnte. Gestern waren es irgendwelche Schrittfolgen, die mir total neu waren, und dementsprechend hopste ich herum wie eine totale Anfängerin und wäre am liebsten hinausgelaufen und hätte eine Runde geheult. Hinterher war ich angespannt und frustriert.  Hoffentlich wird es nächstes Mal besser. Vielleicht machen wir wieder Ballett, das kann ich wenigstens.

One comment on “Spiegel

  1. Dance like nobody´s watching. (Bleibe dran!)

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