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Dance Dance Dance

Essen heute war schwierig. Zu Mittag habe ich etwas Couscous mit Tomatenmark gegessen und dabei festgestellt, dass in letzter Zeit alles, was ich bei mir behalte, Obst oder Gemüse ist. Insofern war es eine Aufgabe, nach dem Couscous nicht direkt aufs Klo zu rennen und alles wieder rauszukotzen. Andererseits wusste ich ja, dass es drinnen bleiben muss, weil ich sonst wahrscheinlich nicht tanzen kann.

Meine Schwester hat das Paket noch immer nicht geholt. Ich habe ihr heute Nachmittag mal eine SMS geschrieben, dass sie es möglichst bald „befreien“ soll, weil sie sonst nicht mehr so viel davon hat. Extra mit einem zwinkernden Smiley, damit sie nicht das Gefühl hat ich würde sie irgendwie stressen wollen. Zurück kam nur: „Ich verstehe nicht was du meinst. Ich habe es noch nicht geholt weil ich den Schlüssel noch nicht habe.“

Mittlerweile bereue ich, ihr das Paket geschickt zu haben. Bis sie es auf die Reihe kriegt, den Schlüssel zu holen sind die Cookies wahrscheinlich hart und der Ajvar verschimmelt. Es tut einfach weh. Ich hatte gehofft, dass sie sich freut. Ja, ich war naiv und dachte, sobald sie die SMS von mir bekommt, dass ich ihr ein Paket geschickt habe kann sie kaum erwarten zu erfahren, was darin ist, geht 2 Häuser weiter zur Freundin meiner Eltern um den Schlüssel zu holen (es wäre ja nicht so, als ob sie dafür eine Stunde quer durch die Stadt fahren müsste), holt das Paket aus der Postbox (denn es ist ja nicht mal so, dass sie dafür zur Post gehen müsste- die Postbox befindet sich im Eingangsbereich unseres Wohnhauses), freut sich wie bekloppt über den Inhalt und schickt mir gleich eine SMS: „Danke das ist soooooo lieb von dir!!“. Das alles zusammen wäre eine Sache von 15 Minuten. Bloß 15 Minuten. 15 Minuten, die verhindert hätten, dass ich jetzt hier sitze und Tränen in den Augen habe und mich dafür hasse, dass ich sie so nahe an mich rangelassen habe, dass sie mir wehtun kann. Niemand soll mir wehtun können.

Und mal wieder frage ich mich, wo die Zeiten hin sind, in denen ich ihr so wichtig war. Ich weiß, dass es großteils meine Schuld ist, dass sie sich so von mir abgegrenzt hat. Dieses Wissen macht es nicht besser. Im Gegenteil, es schürt destruktive Gedanken.

Einfach ganz aufhören zu essen. Einfach verschwinden.

Tanzen war schön. Ich habe versucht, das Getuschel zu ignorieren, das entstand, als ich den Saal betrat. Habe wie immer in meiner Ecke gewartet bis es losging und mitgemacht. Erstaunlicherweise war ich fitter als gedacht, was vielleicht an dem Schokodonut gelegen hat, den ich mir vorher reingepfiffen habe. Nächste Woche versuche ich es ohne. Es war schön, mal abschalten zu können. Einfach nur tanzen. Die Tanzlehrerin war nett. Hat mir dreimal oder so gesagt, wie schön sie es findet, dass ich wieder da bin. Mein Gewicht hat sie zum Glück nicht kommentiert.

 

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