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Lackspray-Verbot

So schön der Donnerstag war, so beschissen war der Freitag. Es fing schon mal damit an, dass ich vergessen hatte, das Trittico zu nehmen. Aus Angst, morgens nicht aus dem Bett zu kommen, beschloss ich um 23:15 einfach so schlafen zu gehen, doch ich kam überhaupt nicht zur Ruhe. Nachdem ich im Bett noch ein paar Dehnübungen gemacht hatte (am Boden tut es einfach zu weh) und noch immer nicht müde war, überlegte ich eine Runde spazieren zu gehen. Da war es aber bereits kurz vor Mitternacht und um Mitternacht wird bei uns im Ort die Straßenbeleuchtung abgedreht. Danach ist es so finster, dass man die Hand kaum vor Augen sieht. Natürlich hätte ich eine Taschenlampe mitnehmen können, aber ich befürchtete, dass man mich für einen Einbrecher halten könnte und ich hatte keine Lust, der Polizei erklären zu müssen dass ich doch einfach nur spazieren gehen wollte. Also blieb ich im Bett. Irgendwann gegen 1 schlief ich dann doch endlich ein, nur um 4:30 wieder aufzuwachen und mich von einer Seite zur anderen zu wälzen. Als es draußen endlich zu dämmern begann stand ich auf, zog mich an und ging eine Runde um den Ort. Es war erstaunlich mild draußen. Ich hatte erwartet in meiner Kuschelweste zu frieren, aber es war ganz okay, nur die Finger wurden kalt. So viel jedenfalls zum Thema „Antidepressiva machen nicht abhängig“. Vielleicht nicht abhängig im Sinne von „man braucht immer mehr um den gleichen Effekt zu erzielen“, aber zumindest abhängig in dem Sinne, dass man ohne nicht mehr schlafen kann, wenn man ein paar Tage lang ein „einschläferndes“ AD genommen hat.

Nachdem ich püriertes Gemüse gefrühstückt hatte, packte ich mein Zeug zusammen und ging zu meinem Auto. Dort traute ich meinen Augen nicht. Wie ich das am Vortag übersehen hatte als ich nach der Arbeit zu meinem Auto gegangen war, weiß ich nicht- vermutlich weil ich Richtung Westen geschaut hatte und die Sonne schon ziemlich tief gestanden war. Wahrscheinlich erinnert sich kein Mensch mehr an diesen Vorfall vor mittlerweile 1,5 Jahren- ich hatte eigentlich auch gehofft, endlich damit abschließen zu können. Der Unfallverursacher hatte es diesen Sommer endlich geschafft, den letzten fehlenden Kunststoffteil zu organisieren und notdürftig zu befestigen (natürlich hatte er mir versichert, er würde das noch besser richten, das sei nur vorrübergehend). Ich war froh, dass das Auto optisch zumindest halbwegs wieder unversehrt aussah, dass das Silber des  Lacksprays, den er verwendet hatte, nicht hundertprozentig das Silber meines Autos ist, sieht man nur bei direkter Sonneneinstrahlung. Ich dachte mir nur: „Hauptsache der Typ fasst mein Auto nicht mehr an.“, denn immerhin hatte er ja über ein Jahr gebraucht, um den Schaden zumindest äußerlich zu richten. Gestern Nachmittag hatte ich ihn allerdings wieder an meinem Auto gesehen und war positiv überrascht gewesen, denn ich hatte nicht gedacht, dass er sein Versprechen, den Kunststoffteil ordnungsgemäß zu befestigen, wahrmacht.

Als ich nun das Ergebnis sah, war ich nicht mehr positiv überrascht sondern einfach nur stinksauer. Es sieht jetzt schlimmer aus als vorher. Was genau er wie befestigt hat weiß ich nicht, Fakt ist, er hat mal wieder mit dem silbernen Lackspray hantiert. Der Mensch sollte ein Verbot für die Benutzung von Lacksprays bekommen, ganz ehrlich. Selbst auf die Gefahr hin, dass nun jemand herausfinden könnte, was für ein Auto ich fahre (wobei ich glaube, dass ich das sogar schon mal geschrieben habe), das Bild muss hier einfach rein:

dsc01440

Jeder normal gebildete Mensch klebt doch Flächen, die nicht lackiert werden sollen, mit Papier und Klebeband ab, oder? Ich verstehe nicht, wieso der das nicht auf die Reihe kriegt. Es ist mir ein Rätsel. Es ist für ihn zu hoffen, dass er sich innerhalb der nächsten 2 Wochen nicht am Flugplatz blicken lässt. Sonst bekommt er die geballte Kraft von Kriterium 8 zu spüren. Der ist bei mir ab sofort unten durch und ich werde ihm bei nächster Gelegenheit mitteilen, dass er sich meinem Auto nicht mehr nähern soll. Und ich werde versuchen, mit Papier, Klebeband und schwarzem Lackspray versuchen zu retten, was noch zu retten ist.

Nach dieser Entdeckung war der Tag gelaufen. Ich war auf 180, alles und jeder in der Arbeit nervte einfach nur noch. Ich war unfreundlich zu Leuten, die eigentlich gar nichts gemacht hatten, und dadurch war ich auch noch wütend auf mich selbst, weil ich meine Wut auf den Autotypen an unschuldigen Leuten ausließ.

One comment on “Lackspray-Verbot

  1. Hei,
    Also das mit der Abdeckung am Auto sieht ja echt professionell aus *hust*
    Naja, ich weiß jetzt nicht wie gut man da ran kommt, aber vielleicht wäre ja ausbauen auch eine Sache und dann lackieren. ( falls der Typ das nicht eingeklebt hat ) Sollte er das getan haben, reiß ihm den kopf ab 😂

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