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Mittlere Katastrophe

Ich bin fertig. Ziemlich fertig. Das Wochenende hatte es in sich.

Gestern einen Ausflug in die Welt der Substanzen gemacht. Und was für einen. Mittlerweile weiß ich, dass das auf den Kreislauf schlagen kann. Dass das aber auch innerhalb weniger Minuten passieren kann, wusste ich nicht. Als ich mich am Nachmittag noch recht fit fühlte, beschloss ich, spazieren zu gehen. Die übliche Runde, gute 6km. Daran, dass ich den ganzen Tag über nur 2 Gläser Wasser getrunken hatte, dachte ich in meiner Zugedröhntheit nicht. Hätte ich allerdings besser mal bei 30° Außentemperatur und einem Weg ohne Schatten.

Die erste Hälfte ging es mir auch noch ganz gut, ich war recht euphorisch, aber dann haute es mir innerhalb von 3 Minuten den Kreislauf komplett zusammen. Ich saß neben der Straße und bemühte mich redlich, meinen (nicht vorhandenen) Mageninhalt nicht auf den Asphalt zu entleeren. Mein Mund war staubtrocken. Wenn irgendwo eine Wasserlacke gewesen wäre, ich hätte wahrscheinlich sogar das Wasser daraus getrunken, aber es war eben keine da. Kurzzeitig spielte ich ernsthaft mit dem Gedanken, zum nächsten Bauernhaus zu kriechen und um ein Glas Wasser zu fragen, aber ich hatte zu große Angst, dass man mir den Substanzkonsum ansehen könnte. So blieb mir keine Wahl als auf wackligen Beinen aufzustehen und Richtung Kaff zu taumeln. Alle 100m setzte ich mich hin, sammelte mich, stand auf, ging weiter. Irgendwann rief zum Glück Melanie an. Das war meine Rettung, denn das Gespräch lenkte mich ab, von dem Durst und der Übelkeit und meine Beine trugen mich wie von selbst zurück ins Kaff. Zuhause angekommen schüttete ich erst mal einen Liter Wasser in mich hinein (keine gute Idee, wenn man etwas konsumiert hat, das die Verdauung quasi lahmlegt) und verbrachte die nächsten 3 Stunden mit einem kalten Handtuch über dem Gesicht am Sofa. Als ich wieder halbwegs zu mir kam, war es draußen dunkel.

Heute quälte ich mich wenig motiviert zum Flugplatz um eine Runde zu fliegen. Schon bevor ich in den Flieger stieg, hatte ich total verschlagene Ohren. Das Fliegen machte es nicht besser. Und die Tatsache, dass ich nachher einen kleinen Fressflash hatte und versuchte, alles wieder rauszubekommen, auch nicht. Denn jetzt fühle ich mich wirklich verkühlt. Das linke Ohr ist noch immer dicht, schlucken tut weh wie sau und ich fühle mich einfach nur elendig und habe noch immer Panik, nicht alles rausbekommen zu haben. Es kam mir so wenig vor, aber irgendwann hatte ich 4 Finger im Hals stecken und außer Blut und Magensäure kam einfach nichts mehr.

Obwohl ich mich danach am liebsten aufs Sofa geworfen und eine Runde geschlafen hätte, wankte ich nach draußen und fiel ins Auto. Ich hatte Melanie versprochen, sie von zuhause abzuholen, in die WG zu bringen damit sie Sachen holen kann und anschließend zurück in die Klinik. Das habe ich auch gemacht. In der Klinik blieb ich noch eine Weile bei ihr, wir saßen vor der Station und diskutierten ausführlich, welche Lebensmitteln sich am besten erbrechen lassen. Das Ergebnis fiel einstimmig aus: am Übelsten ist Schokolade, dicht gefolgt von Pizza.

In diesem Sinne: Auf in eine neue Woche.

 

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