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Zurück

Ich will zurück ins Kaff. Am liebsten jetzt sofort. Ich bin angespannt und überfordert. Ich weiß nicht ob es an dem wenigen Schlaf, dem stressigen Vormittag oder dem restlichen Tag liegt- aber ich will einfach nur weg und meine Ruhe.

Nachdem ich samt Schlüssel zuhause angekommen war und den Käse im Kühlschrank verstaut hatte, wühlte ich mich durch die kurzen Hosen meiner Schwester. Da der gesunde Teil in mir ja nicht ewig so bleiben will, wäre es ja unnötig, neue Hosen zu kaufen, die mir in einem Monat in einem halben Jahr in 2 Jahren irgendwann wieder zu klein sind. Tatsächlich stieß ich in den Untiefen ihres Kleiderschrankes auf Hosen, bei deren Anblick ich dachte: “Da passe ich doch nie rein!” und sich hinterher herausstellte, dass sie mir teilweise sogar zu groß waren. Drei waren aber perfekt, eine davon packte ich gleich ein, denn es war inzwischen ziemlich heiß und bei meiner Oma im Garten mit langer Hose sitzen ist dann doch nicht so umwerfend.

Ich war schon ewig nicht mehr bei meiner Oma im Garten. Einmal ganz kurz, aber nie so wirklich lange. Und es war ein unbehagliches Gefühl. Ich weiß nicht, wo genau mein Onkel die Leiche meines Opas gefunden hat, aber ich weiß, dass es im Garten war. Und es ist eine komische Vorstellung, vielleicht auf derselben Stelle zu stehen, an der er gestorben ist. Der Steingrill wurde seit seinem Tod nicht mehr als solcher benutzt- statt Fleisch und Gemüse sind jetzt Blumentöpfe am Grillrost.

Gegen 18:00 war ich wieder zuhause. Und seitdem fällt mir die Decke auf den Kopf. Ich schwanke minütlich zwischen blindem Aktionismus und “Eigentlich will ich nur alleine sein und schlafen.”. Ich habe keine Ahnung, womit ich die nächsten Tage verbringen soll. Meine Mutter hat angeboten, dass sie schon zu Mittag von der Arbeit nach Hause kommen könnte, aber ich weiß genau, dass sie das zum Teil auch deswegen tut, um zu beobachten, ob ich etwas esse.

Eigentlich wollte ich morgen aufs Standesamt und den Namensänderungsantrag endlich ausfüllen, aber ich habe Angst. Angst, dass es vielleicht doch die falsche Entscheidung ist, auch wenn ich emotional von dem Vorhaben überzeugt bin. Die Schwierigkeit sind die rationalen Gedanken. ” Wie werden die anderen reagieren? Bekannte, Arbeitskollegen? Was sagst du, wenn dich jemand nach dem Warum fragt? Was sollen die dann von dir denken? Die werden denken du bist irre, niemand ändert doch seinen Namen.”

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