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Veränderungen

Manchmal fällt mir auf, wie viele Dinge ich vor einem halben Jahr noch an mir mochte. Meine Zähne zum Beispiel, obwohl ich nie viel auf sie geachtet habe. Trotzdem waren sie so weiß, dass ich oft darauf angesprochen wurde. Mittlerweile kommen sie mir deutlich weniger weiß vor. Das Zahnfleisch ist verschwunden. Es schmerzt unangenehm, wenn ich kaltes Wasser trinke. Oder meine Haare. Obwohl ich regelmäßig ein gutes Drittel davon abrasiere, hatte ich nie den Eindruck, dass es zu wenige waren. Besonders, wenn ich mir am Vorabend die Haare gewaschen hatte. Zum Frisör bin ich vielleicht ein- oder zweimal im Jahr gegangen, und obwohl ich außer Haarshampoo nie zusätzliche Plegeprodukte benutzt habe, sahen meine Haare immer gepflegt aus. “Wie Seide!” hat Flausch immer lächelnd gesagt. Ich habe sie um  ihren”Flausch” beneidet, so meine Bezeichnung für die Lockenmähne auf ihrem Kopf, und sie mich um meine “Seide”. Mittlerweile finde ich so viele Haare in der Badewanne und in der Bürste, dass ich mich frage, wie ich überhaupt noch welche auf meinem Kopf haben kann. Ohne Haarkur nach dem Haarewaschen geht gar nichts mehr, auf meinem Kopf wäre sonst nur Stroh. Dafür wachsen an allen anderen möglichen und unmöglichen Stellen Haare, die dort früher nicht waren. So viele, dass ich schon alleine deswegen nicht schwimmen gehen will, weil ich Angst habe, dass den Leuten mein total behaarter Rücken auffallen könnte.

Irgendwann merkt man nicht mehr, dass sich der Körper verändert hat. Wenn mich jemand fragen würde, müsste ich ehrlich zugeben, dass ich nicht finde, dass mein Körper anders aussieht als noch vor einem halben Jahr. Gute 2 Monate bin ich jetzt glaube ich schon auf diesem Gewicht und man gewöhnt sich einfach daran. Man sieht nicht mehr, dass man anders aussieht, man merkt es nur manchmal im Alltag.

Ich weiß noch, als ich beim Einzug in meine Wohnung ausgemalt habe. Ich habe alles alleine gemacht. Ich wollte nicht jedes Mal die Leiter herunterklettern um die Abdeck-Klebebandrolle zu holen, deswegen habe ich mir, mit etwas Mühe am Ellenbogengelenk, das Klebeband auf den Oberarm geschoben und hätte sie fast nicht mehr heruntergekommen. Jetzt kann ich die genormten Klebebandrollen problemlos bis zum Schultergelenk hochschieben. Vorletztes Wochenende habe ich mich mit einer Freundin getroffen, wir haben auf einem Spielplatz herumgeblödelt und uns auf eine Wippe gesetzt. Seit ich denken kann, ist es so, dass ich immer die bin, die unten ist. Vor 2 Wochen war es anders und es war ungewohnt. Häh? Was ist denn da los? Achso. Ich bin ja untergewichtig.

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