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Wochen(end)rückblick

Letzte Woche habe ich versucht, die Namensänderungssache voranzutreiben. Ich dachte mit dem Schreiben des Sprachinstituts sei die Sache jetzt geklärt. Denkste. Zweimal habe ich dem Typen vom Standesamt den Zettel gemailt und gefragt, ob das jetzt so ok ist, bevor ich überhaupt eine Antwort bekommen habe. Zurück kam Anfang letzte Woche nur: “Schicken Sie mir bitte Ihre Telefonnummer”. Hatte ich zwar schon mal, aber okay. Schicke ich sie eben nochmal. Habe ich getan und seitdem- nichts. Kein Anruf, keine E-Mail. Langsam werde ich richtig sauer. Ich meine, ich bin doch nicht die Erste, die ihren Namen ändern lassen will. Was tun da bitteschön Leute, die ihren Namen ändern lassen wollen, um sich vor irgendwem zu schützen? Die sind dann schon fünf mal gefunden worden, bevor das Standesamt in die Gänge kommt.

Das Wochenende war ganz ok. Samstag fliegen, Samstag Abend bin ich tatsächlich alleine ins Kino gefahren (ich weiß nicht, wann ich zuletzt überhaupt im Kino war. Ist eigentlich gar nicht mein Ding), gestern Nachmittag hat mich spontan Manuela angerufen und ich bin zu ihr und dem Oberfluglehrer gefahren um zu einem verlassenen Haus zu fahren. Eigentlich habe ich das alles nur gemacht um abgelenkt zu sein und keine Zeit zu haben Hunger zu haben. Bin wieder fast auf meinem Tiefstgewicht. Zumindest war ich das gestern, denn auf wundersame Weise habe ich von gestern auf heute 900g zugenommen, obwohl ich gestern außer etwas Obst und Gemüse gar nichts gegessen habe und den halben Tag unterwegs war.

Körperlich bin ich trotzdem halbwegs gut beisammen. Abgesehen davon, dass mir Haare am Rücken wachsen und mein Gesicht aussieht wie das eines pubertierendes Teenies. Die Schlafqualität leidet darunter, dass ich den Tag über literweise Wasser in mich hineinschütte, das logischerweise auch irgendwann wieder rauswill. Alle 2-3 Stunden aufwachen weil man aufs Klo muss, ist nicht so umwerfend.

Eigentlich sollte ich Dr. Hexe anrufen und ihr sagen, wann ich Termin in der Essstörungsambulanz habe. Ich weiß nicht, ob ich dort anrufen soll. Fakt ist: Wenn ich nicht anrufe, brauche ich zum nächsten Termin von Dr. Hexe erst gar nicht auftauchen, weil sie mir sonst den Hals umdreht.

Ich will einfach nicht zunehmen. Das macht mir Angst. Das Essen an sich wäre nicht das Problem- die Gedanken hinterher sind das, was einen fertig macht. Das ist der reinste Mindfuck, um es mal brutal auszudrücken. “Das waren jetzt sicher mindestens 300 Kalorien. Du wirst fett werden. Spürst du schon, wie sich dein Bauch aufbläht? Ja, das sind die ganzen Kalorien. Die Leute auf der Straße werden dich anstarren, und sich fragen, wie undiszipliniert ein Mensch sein kann, dass er so viel frisst wie du.”

Und wenn man es gar nicht mehr aushält, geht man kotzen und fragt sich ob das, rote in der Schüssel einfach Reste von Tomaten und Paprika sind, die man am Vortag gegessen hat, oder Blut.

 

 

One comment on “Wochen(end)rückblick

  1. Mein liebes fliegermädchen, ich denke mir schon lange beim Lesen deiner Beiträge, dass du endlich anfangen musst das Problem hinter den Symptomen zu bearbeiten. Du hast aufgehört dich selbst verletzt, dich mit Medis vollgedröhnt und steckst nun (wieder) mitten in der ES. Ich habe das Gefühl, sobald ein Symptom bekämpft ist kommt das nächste und ich für meinen Teil denke, dass du “nur” mit Behandlung der Selbstverletzung, der Sucht oder der ES nicht weiter kommen wirst…

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