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…schon öfter vom Balkongeländer gehangen

Das Wochenende habe ich mit einem Haufen Irrer verbracht. Anders kann man es wirklich nicht nennen…

Okay, eigentlich war das ganze Wochenende Irre. Ich fiel am Samstag viel zu früh aus dem Bett, aber so hatte ich wenigstens ausreichend Zeit, alles Wichtige zu erledigen, bevor ich zum Zug musste. Unter anderem überprüfte ich zur Sicherheit nochmal, ob ich die neue Bahnkarte eingesteckt hatte, denn die Alte war Ende Februar abgelaufen. Die Alte fand ich, dahinter steckte noch eine Bahnkarte, wohl die Neue, das Datum überprüfte ich nicht extra noch.

Da ich meine gesamte Fotoausrüstung mithatte, war der Rucksack schwerer als ohnehin schon, aber was tut man nicht alles für gute Fotos. Der Zug war trotz Osterferienbeginn nicht so überfüllt wie befürchtet. Als der Schaffner durchging, drückte ich ihm selbstsicher die Bahnkarte und den Fahrschein in die Hand. “Die Karte ist abgelaufen!” stellte er fest. Oh, da hatte ich ihm wohl versehentlich die alte Karte gegeben. Ich zog die zweite aus dem Fach und gab sie ihm. “Die ist ja noch länger abgelaufen!”. Peinlich. Ich wurde zwar weder aus dem Zug geworfen, noch musste ich Strafe zahlen, der Schaffner kassierte lediglich die zwei alten Karten ein und fertig, aber natürlich drehten sich alle Fahrgäste, die in Hörweite waren, zu mir um. Ich vermute die aktuelle Bahnkarte in meiner anderen Tasche. Dort waren mir letzte Woche versehentlich mal alle Karten aus der Geldbörse gefallen. Ich war zwar der Meinung gewesen, alle Karten aus der Tasche geklaubt und wieder eingeordnet zu haben, aber offenbar ist mir da mindestens eine Karte entgangen.

Zuhause angekommen schmiss ich nur schnell den Rucksack ins Zimmer und war wieder zur Tür draußen. Ab zu Flausch und Raziel. Raziel hatte Spinat mit Kartoffelnschmarrn und Spiegelei gekocht- was soll ich sagen, Raziel kann einfach kochen. Es wurde wie immer viel geblödelt. Wie nicht anders zu erwarten war der offensichtliche Gewichtsverlust auch wieder Thema, aber das Schöne ist einfach, dass das die Stimmung nicht trübt. Da wird vielleicht mal 5 Minuten ernst drüber geredet, und das wars. Zwischendurch ein paar Witze drüber gemacht. Das ist einfach angenehm, zu wissen, dass ich den beiden so etwas erzählen kann, ohne mir eine einstündige Moralpredigt anhören zu müssen.

Diesmal hatte das Treffen jedoch ein fixes Ende, denn ich hatte mich mit Sam und Harald für den Abend im Pub verabredet. Die beiden warteten schon auf mich und sie brauchten nicht lange, um mein kleines Geheimnis aus mir rauszukriegen. “Aaaaah, ich wusste es, ich hätte dir das niemals erzählen dürfen!!!” rief Harald, grinste aber dabei übers ganze Gesicht. “Du Suchtfetzen!” sagte Sam, fand meine Erzählungen seinem Lachen nach zu urteilen aber auch spannend. Erst als ich die Geschichte in allen Details erzählt hatte, waren sie zufrieden. “Du bist ziemlich dünn geworden” stellte Sam fest, als er seine Hand auf meine Schulter legte. “Hm, ja. Kann sein.” antwortete ich nur und wechselte schnell das Thema.

Leider war das Lokal diesmal gut besucht und auch als wir später zum Imbiss fuhren, mussten wir feststellen, dass sich dort wieder Teenies drängten. Die Freundschaft zwischen Harald und Sam muss echt etwas Besonderes sein, dass Harald sich das fast jedes Wochenende antut. Auch, weil Harald zum wiederholten Male aufgrund der ungünstigen Parkposition einen Strafzettel im Scheibenwischer hatte, da es in der Gegend um diese Zeit absolut keine Parkplätze gibt.Nachdem wir Sam vor seinem Haus abgesetzt hatten, fuhr Harald mich wieder nach Hause. Er ist einfach ein echt cooler Typ. Manchmal  frage ich mich, warum so herzensgute Menschen wie er so viel Pech im Leben haben.

Und es war schön, einen ganzen Tag lang von allen Leuten mit meinem Wunschvornamen angesprochen zu werden. Sam hatte ich mich ja von Anfang an so vorgestellt, und auch wenn er mich in der Klinik immer wieder mal mit meinem richtigen Vornamen angesprochen hatte, verwendet er meinen Wunschvornamen, wenn er Anderen von mir erzählt, denn Harald kennt mich quasi gar nicht anders. Und vor Allem haben sich die beiden einen sooo süßen Spitznamen überlegt. Flausch hatte ich auf ihre Geburtstagskarte die Bitte dazugeschrieben, mich zukünftig mit meinem Wunschvornamen anzusprechen, sie hatte das gleich auch an Raziel weitergegeben. Es fühlt sich einfach so richtig an. Vielleicht kriege ich ja dieses Jahr die Namensänderung endlich durch.

Ich lag keine 5 Minuten im Bett, da hörte ich die Wohnungstür und kurze Zeit später huschte Nadine in mein Zimmer und kletterte zu mir ins Bett. Trotz des langen Tages war ich nicht müde, und so führten wir bis 1 längst überfällige Geschwistergespräche, sodass ich nun auch wieder auf dem aktuellen Stand bin, was ihr Leben anbelangt. Danach lag ich noch lange wach, ich weiß auch nicht warum, und in den Morgenstunden war ich immer wieder wach, bis ich um 8:00 aus dem Bett kletterte. Da ich zeitbedingt am Samstag einen einen “Offline-Tag” eingelegt hatte, sah ich erst heute Früh die Facebook-Nachricht von Patrick. Wir hatten uns zum Fotografieren verabredet, aber nichts Konkretes ausgemacht. Es wurde dann relativ schnell konkret, ich hatte 3 Locations in einem relativ geringen Umkreis, also war die Wahrscheinlichkeit groß, mit zumindest einem Erfolgserlebnis nach Hause zu gehen. Es lief doch ganz anders. Als wir Location 1 erreichten, war ich körperlich schon ziemlich fertig (man sollte vielleicht doch mal etwas essen…) mal abgesehen davon, dass sie nicht mehr existierte. Nachdem wir nach einer gefühlten Ewigkeit zu Fuß Location 2 erreicht hatten, mussten wir feststellen, dass man sich beim Einstieg auf dem Serviertablett für neugierige Augen befindet- auch nicht wirklich das, was man sich wünscht. Für Location 3 fehlte mir die Motivation mal abgesehen davon, dass ich gelesen hatte, dass dort mal 2 Typen beim Einstieg gesehen,für Terroristen gehalten und mit einem Großaufgebot der Polizei dort rausgeholt wurden.  Wir machten uns teils zu Fuß, teils mit Straßenbahn und U-Bahn auf den Weg zu Mc Doof. Patrick bot netterweise an, dort zu fragen ob eine heiße Schokolade oder ein Stück Cheesecake mehr Kalorien hat (wie lieb und rücksichtsvoll er doch immer ist 😀 )- ich lehnte aber dankend ab 😉 . Ich aß 4/5 eines Cookies, das letzte Fünftel bekam Patrick um damit mit Hilfe von 2 Gitterpommes ein Sandwich zu machen. Davon ging zwar das Schwächegefühl weg, eiskalt war mir trotzdem noch. Auch, als wir bei mir zuhause angekommen waren. Patrick versuchte dann noch, mich auf verschiedene Arten zu tragen, weil er es unglaublich toll fand, jemanden tragen zu können. Ergebnis: Jemanden auf den Schultern tragen, rennen, und dann plötzlich stehenbleiben ist keine gute Idee.

Jetzt bin ich fertig und ich hoffe ich schlafe heute mal besser. Wird nämlich langsam mal wieder Zeit.

 

One comment on “…schon öfter vom Balkongeländer gehangen

  1. Hallo Fliegermädchen.

    Der erste Satz bringt mich zu einer Frage die vielleicht mal in einen Themenfreitag passt.

    Nämlich eine Frage zum persönlichen Umfeld. Wenn ich so deine Beiträge lese, fällt mir auf das du im Freundeskreis eigentlich nur Umgang mit Leuten hast die entweder selber Krank sind, Probleme haben oder den Drogen auch nicht abgeneigt sind.
    Ein (extra große Ausrufezeichen) “normales” Umfeld hast du ja scheinbar nur auf Arbeit.

    Ist das nicht in kontraproduktiv? Für mein Verständnis (und das ist fernab jeglichen fundiertem Wissen 🙂 ) kann ich mir nicht vorstellen, dass es gut ist wenn man im Umfeld alles vorgelebt bekommt. So nach dem Motto:”Aber die anderen sind ja auch Ok”. Und es dreht sich alles nur um die Krankheiten oder Probleme. Man kriegt sie ja sozuagen vorgeführt. Oder macht Witze darüber.

    Diese Frage beschäftigt mich schon ein ganzes Weilchen. So hatte ich z.b. darauf gehofft, dass es andere Geschichten gibt als du mit dem Tanzen angefangen hast. Unternehmungen mit anderen Personen und wie sich Geschichten entwickeln wenn du auch in einem (wieder gaaaaanz große Anführungsstriche) “normalen” Umfeld unterwegs bist.

    Gruß

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