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Nur fliegen ist schöner

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Der Wettergott war gnädig. Ich musste nicht um 6:40 Eis kratzen.

Wo soll ich anfangen? Ich hatte die ganze Zeit im Gefühl, irgendetwas vergessen zu haben. Im Bus kam ich dann auch drauf was: Meinen Rückenprotektor. Der zählt zwar nicht zur essentiellen Snowboardausrüstung, es ist aber trotzdem ein besseres Gefühl, einen zu haben. Besonders, da es beim Snowboarden naturgemäß zwei Richtungen gibt, in die man fallen kann: Nach vorne oder nach hinten. Und bei Letzterem ist man mit einem Rückenprotektor deutlich besser dran. Die Skijacken werden auch immer dünner, ich konnte meine Wirbel durch die Jacke spüren. Nicht gerade beruhigend. Ändern konnte ich das aber auch nicht mehr; Der Rückenprotektor lag nun mal zuhause.

Erstaunlicherweise gab es überhaupt keine Probleme beim Fahren. Nach 5 Minuten war es,als wäre ich den ganzen Winter lang jedes Wochenende am Brett gestanden. Das Wetter war so, wie ich es am liebsten habe: Hohe Bewölkung, geniale Fernsicht. Und am späten Vormittag war ich froh, den Protektor vergessen zu haben, denn es war unglaublich warm. Die angekündigte Föhnwetterlage stellte sich ein. Der Schnee war trotzdem recht gut, nur eine Abfahrt war eine totale Katastrophe, aber beruhigenderweise war ich nicht die einzige, die hin und wieder mal mehr oder weniger kontrolliert nähere Bekanntschaft mit der Piste machte. Das Mittagessen dauerte mir viel zu lange. Snowboarden ist bei mir eine ziemlich exzessive Sache: Ich fahre so lange, bis ich körperlich so am Ende bin, dass ich mich kaum noch auf den Beinen halten kann (ich bin schon mal 8 Stunden durchgefahren, ohne etwas zu essen und dann kaum zurück zum Auto gekommen). Der Grund, warum das diesmal nicht passiert ist, ist einfach der, dass ich in großen Skigebieten, die ich nicht kenne, ungern alleine unterwegs bin (aus Angst mich zu verfahren), also saß ich halt zappelig beim Mittagessen und wartete, bis die Anderen auch endlich ihr Zeug zusammenpackten und wir weiterfahren konnten.

Am Nachmittag stellten sich dann schon die ersten Schmerzen ein. Das Warten auf die anderen der Gruppe ist auf dem Snowboard ziemlich unpraktisch, denn nicht immer hat man die Möglichkeit so stehen zu bleiben, dass man sich zB. an einer Pistenbegrenzungsstange festhalten kann, damit man nicht umfällt. Das heißt: man muss sich hinknien. Das nehmen einem die Knie irgendwann ziemlich übel, deswegen mache ich das eher selten. Bleibt also noch hinsetzen. Da hat man die Wahl: Mit den Händen abfangen- dann sticht es am Ende des Tages jedes Mal im ganzen Handgelenk, wenn man das den ganzen Tag über praktiziert hat. Zweite Möglichkeit: Einfach auf den Hintern fallen lassen. Zumindest während des Tages ist das die angenehmste Methode, weil man nur beim Hinsetzen selbst Schmerzen hat. Dafür rächt es sich danach jedes Mal, wenn man irgendwo sitzt. Im Sessellift. Im Bus zurück. Und jetzt am Sofa. Ich liege gerade mehr auf dem Sofa, als dass ich sitze.

Dann war da noch eine andere Sache. Einer, der dabei war, hatte seinen 20-jährigen Sohn mit. Am Rande habe ich mitbekommen, als die Anderen über ihn geredet haben. Dürfte eine ziemlich üble Geschichte gewesen sein, Eltern getrennt, Vater keinen Kontakt zu ihm in dem Glauben, dass sich die Mutter gut um ihn kümmert, bis er vor Kurzem erfuhr, dass sein Sohn total vernachlässigt worden war und seine Nächte in einer Notschlafstelle verbrachte. Der Vater hat ihn nun bei sich aufgenommen und nahm ihn heute auch zum Skifahren mit. Aus irgendeinem Grund versuchte der Vater, mich mit ihm zu verkuppeln. Ich jedenfalls glaube, dass die Idee vom Vater ausging, denn der Sohn sagte eigentlich absolut nichts in die Richtung. Ein paar belanglose Worte wurden gewechselt, mehr nicht. Als ich fragte, wer mit mir Schlepplift fährt, meinte der Vater: “P. [der Sohn] fährt mit dir!”, auf der Hütte meinte er dann, dass P. mich fragen will, ob ich ihm das Snowboarden beibringe, aber sich nicht traut und nach der Busfahrt zurück fing mich der Vater nochmal ab und fragte, ob es sein könne, dass ich nicht mit meinem echten Namen auf Facebook sei…sein Sohn wolle es wissen. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Für mich sieht es nach einem Verkupplungsversuch des Vaters aus, den ich abgeblockt habe. Alles sehr komisch.

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