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Alles in einem Post

Die letzten Tage waren eindeutig zu kurz, um zu schreiben. Gestern war der Tag, an dem ich vor einem Jahr meine zwei Fellmonster aus dem Tierheim geholt habe. Ich weiß noch, wie sie sich am Anfang nicht mal aus dem Käfig rausgetraut haben und jetzt hüpfen sie nur mehr rein um Heu zu fressen oder das zu tun, was jedes Lebewesen tun muss. Oder als sie sich anfangs so gar nicht anfassen lassen wollten und jetzt werde ich beklettert wenn ich mich zu ihnen setze und darf sie streicheln und manchmal machen sie die Augen zu und knuspern mit den Zähnen vor sich hin.

Gestern jährte sich auch der Tag, an dem ich dachte, mit den Selbstverletzungen zu weit gegangen zu sein. An dem ich dachte, dass das meine letzten Stunden wären. Irgendwie komisch, jetzt wo das alles so weit weg ist. Ich kann das nicht mehr nachvollziehen. Aber der Tag ist mir noch lebhaft in Erinnerung, weil ich körperlich so fertig war wie noch nie in meinem Leben. Ich glaube, ich war sogar nach der Tablettenüberdosis fitter, was irgendwie makaber ist, wenn man bedenkt, dass ich da im Krankenhaus war, aber vor einem Jahr noch in die Arbeit fuhr, zum Arzt fuhr, ins Tierheim fuhr, obwohl ich mich eigentlich kaum mehr auf den Beinen halten konnte und ich mich alle paar Meter hinhocken musste, weil mir total schwarz vor Augen war.

Zum Glück ist das ja jetzt vorbei. Der Tag ein Jahr später war genau das Gegenteil- ich war am Vormittag total überdreht. Emanuel bekam mal wieder alles ab, dabei hatte er ja die volle Dröhnung von mir noch vor sich. Die bekam er dann ein paar Stunden später auch, ich war immer noch total überdreht und verwirrt und hätte ihn am liebsten noch zehnmal umarmt. Aber wir hatten ja etwas vor und da war für Blödeleien vorrübergehend kein Platz. Nachdem alle Fotos gemacht waren standen wir irgendwann wieder vor den Autos. Wir beschlossen zum Arbeitsflugplatz zu fahren. Flieger-schauen. Danach fuhren wir noch zu mir. Da das nicht geplant war, war es zwar ein bisschen chaotisch, aber irgendwo habe ich mal gelesen, dass die besten Freunde angeblich diejenigen sind, für die man nicht aufräumt.

Es war einfach schön, sich mal wieder an jemanden kuscheln zu können und einfach über Gott und die Welt reden zu können. Körperkontakt ist etwas, was ich hier sehr vermisse. Das Internet behauptet, das 4 Umarmungen am Tag überlebenswichtig seien. Laut dieser Statistik dürfte ich gar nicht mehr leben. Bei mir vergehen locker mal 2 oder 3 Wochen ohne Umarmung. Aber ich frage mich auch, ob es überhaupt Menschen gibt, die das mit den 4 Umarmungen pro Tag durchziehen können. Wenn man Kinder hat, vielleicht, aber wenn man ein durchschnittlicher, alleinlebender Mensch ist?

Egal, jedenfalls war es ein schöner und lustiger Abend. Ich weiß nicht wieso, aber als Emanuel dann gefahren war, war ich total fertig. Vielleicht auch, weil mein Herz den ganzen Abend lang rumgezickt hat, was mich daran erinnert, dass ich ja eigentlich einen Termin bei einem Kardiologen ausmachen wollte.

Morgen bin ich wieder zum Fotografieren unterwegs. Ich freu mich schon, auch wenn es früh aufstehen heißt.

One comment on “Alles in einem Post

  1. Ich lese deine Einträge total gerne. Deswegen, geh bitte zum Arzt Wege deinem Herz. LG

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