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Der Körper holt sich, was er braucht

Bevor ich gegen 3:00 ins Bett gegangen bin, habe ich mir den Wecker für 7:00 gestellt. Ich sollte ja um 9:00 zur chefärztlichen Untersuchung auf der Krankenkasse entscheiden. Der Ort, wo ich hinsoll ist eine einzige Baustelle, sodass man hinein mindestens 10 Minuten länger braucht. Im morgendlichen Verkehr vielleicht noch länger.

Ich wache auf, weil mich die Sonne anstrahlt. Die ersten 2 Sekunden freue ich mich noch darüber- doch dann wird mir schlagartig bewusst, dass die Sonne nicht scheinen würde, wenn es 7:00 wäre. Ich greife zu meinem Handy: 8:52. Scheiße. Das kann doch nicht sein.

Normalerweise verschlafe ich nie. Wecker überhören geht bei mir gar nicht und sobald ich wach bin stehe ich auf, sodass “versehentlich-wieder-einschlafen” ziemlich ausgeschlossen ist. Problematisch kann es nur werden, wenn ich den Wecker falsch oder gar nicht gestellt habe (wobei gar nicht auch nicht unbedingt das Problem ist, wenn das die Zeit ist zu der ich immer aufstehe- innere Uhr und so). Es war ja klar, dass ich dann ausgerechnet an einem Tag, an dem ich einen Termin wahrnehmen soll, verschlafe. Offenbar hat sich mein Gehirn geweigert, nach 4 Stunden wieder hochzufahren, und mich kurzerhand um 7 den Wecker ausschalten lassen, ohne dass ich es mitbekommen hätte. Den Krankenkassewisch aus dem Umschlag gefummelt, angerufen. Irgendwas gelabert von Auto kaputt. Ich sage der Frau meine Versicherungsnummer, sie sieht, dass ich ab morgen wieder gesund geschrieben bin. “Moment, ich frag mal bei der Chefärztin nach, ob sie dann überhaupt noch kommen müssen.”

Ergebnis: Ich muss nicht.

Das ist natürlich gut, denn ich hätte es nicht annähernd pünktlich geschafft. Andererseits habe ich Schuldgefühle und schäme mich (das wäre doch die Gelegenheit, um mal wieder ein Gefühlsprotokoll zu schreiben!) dafür, dass ich verschlafen habe.

Ich habe zwar 6 statt 4 Stunden geschlafen, hundemüde bin ich allerdings trotzdem noch.

One comment on “Der Körper holt sich, was er braucht

  1. Manchmal könnte man echt meinen, dass es diese kleinen Teufelchen, die man sich hin und wieder auf der Schulter sitzend vorstellt, wirklich in einem gibt und dass sie die Dinge sabotieren. Auf der einen Seite ist es gut, dass du mal wieder besser geschlafen hast, aber das wird dann gleich wieder durch den Umstand des Verschlafens kaputt gemacht. Ich kann den kleinen, roten Drecksack richtig dreckig grinsen sehen!

    Schäm dich nicht zu sehr! Wir sind alle schon Opfer unserer inneren Teufelchen geworden.

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