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Hoffnungslos

Ich kann mich zu gar nichts mehr aufraffen, was zwischenmenschliche Kontakte angeht.Flausch hat mir innerhalb der letzten 2 Wochen sicher 4 SMS geschrieben und ich habe auf keine einzige geantwortet. Meine Mutter hat mich heute schon zweimal versucht anzurufen und mir eine SMS geschrieben, aber es ist mir zu viel. Wir haben doch eh am Vormittag ein paar SMS hin und her geschickt und am Sonntag stehen sie alle bei mir auf der Matte, das muss doch reichen. Sie soll mich doch einfach in Ruhe lassen. Ich habe wirklich nicht die Nerven, mit ihr zu telefonieren. Am liebsten würde ich sagen, dass sie am Sonntag zuhause bleiben sollen. Ich habe ehrlich gesagt keine Lust, irgendjemanden zu sehen. Aber dann würde sich meine Mutter wieder Sorgen machen. Und das ist noch anstrengender als ein paar Stunden die Zähne zusammenzubeißen. Lächeln. Weitermachen.

Wenn ich morgen Abend Tavor nehme, geht es schon irgendwie. Ich nehme oft Tavor in letzter. Oft. Zu oft? Vielleicht. Ich bin an einem Punkt, an dem es mir egal ist. Ja, erfahrungsgemäß weiß ich, dass Benzoentzug scheiße ist. Trotzdem ist es mir egal. Das langfristige Denken ist bei mir ausgeschaltet. Ich denke nur mehr: “Wie überlebe ich die nächsten paar Tage?”, und wenn die Antwort lautet, dass ich mir dreimal in der Woche Tavor einwerfe, dann ist das eben so. Den Zusammenbruch so weit hinauszögern, wie es irgendwie geht. Er wird früh genug kommen.

Trotzdem streue ich Hoffnung. Hoffnung, die es nicht gibt. Ich versuche Melanie aufzubauen und komme mir vor wie eine Lügnerin. Sie weiß nicht, wie es mir aktuell geht. Sie braucht es auch nicht zu wissen, sie ist doch selbst so kaputt. Aber da ich nicht vom Fleisch falle, keine offensichtlichen Verletzungen habe, und irgendwie – ich weiß noch immer nicht wie- einen geregelten Alltag auf die Reihe bekomme, denkt sie wohl, es geht mir gut. So wie alle anderen auch. Aber was soll ich sagen? “Ich bin total im Arsch und weiß nicht, ob und wie ich die nächsten Monate überlebe”? Das glaubt mir doch kein Mensch. Dafür bin ich viel zu unauffällig, dafür ist mein Leben nach außen hin viel zu “normal”.

2 comments on “Hoffnungslos

  1. Ich finde, dass es gut ist, wie du versuchst, dich zu schützen. Das zeigt meiner Meinung nach, dass du deine Grenzen respektierst und daran arbeitest, sie zur Wahrung deiner geringen Kräfte einzusetzen.

    Zweifel sind okay. Verunsicherung ist okay!

    Aber es ist auch okay, jetzt immer nur an die nächsten paar Tage zu denken. Weiter zu denken bringt im Moment sowieso nicht viel.

    Ich denke an dich und drücke dir ganz fest die Daumen!

  2. Es sit immer traurig wie viele Menschen denken das es einem gute geht nur weil man, wie du sagst einen geregelten Tagesablauf hat. Nein man muss erst ausrasten oder sich verletzen damit man Ernst genommen wird…….. traurig

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