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Überreste

Als mein Chef heute am frühen Nachmittag zu mir kam und meinte: “Fliegermädchen, geh dir mal die Überreste deines Autos anschauen!”, hielt ich das zuerst für einen Scherz.
Leider war es keiner. Er hatte zwar mit seiner Schilderung etwas übertrieben, dennoch sieht mein Auto jetzt ein bisschen wilder aus als ohnehin schon.

Ein freiwilliger Helfer am Flugplatz hatte mit einem kleinen Transportbus Material zum Arbeitsflugplatz gebracht. Direkt gegenüber von dem Parkplatz, auf dem ich immer stehe, ist die Garageneinfahrt, dort hat er das Material abgeladen. Anschließend wollte er wieder wegfahren, startete das Auto, doch dann fiel ihm etwas in den Fußraum und er bückte sich, um es wieder aufzuheben. Das Problem war, dass weder ein Gang drin war, noch war die Handbremse angezogen, und so rollte der Wagen munter den leicht abschüssigen Parkplatz hinunter, bis er von meinem Auto gebremst wurde. Die Folge: ein kaputtes Blinkerglas (das erst letztes Jahr im Herbst getauscht worden war), eine eingedrückte Nummerntafel, ein Haufen zersplittertes Plastik, einige schöne große Dellen und Kratzer. Nichts, was man nicht wieder reparieren könnte, aber der Zeitpunkt ist ungünstig, weil nächste Woche mit dem Auto im Ausland unterwegs bin und da möchte ich zumindest wieder ein intaktes Blinkerglas haben. Noch dazu hat es heute den ganzen Tag geregnet und es ist bestimmt auch nicht gut, wenn da das ganze Wasser reinläuft. Abkleben funktioniert auf nassem Blech nämlich nicht so wirklich, ohne dass sich das Klebeband sofort wieder löst.

Wo wir schon bei Überresten sind: Gestern habe ich zum ersten Mal die Überreste der Selbstverletzungssaison des Winters 2014/15 der Öffentlichkeit präsentiert (oh Gott, wie das klingt). Da es bei Melanie mit Pakrplätzen ziemlich knapp ist, parke ich immer auf dem Parkplatz eines nahegelegenen großen Supermarktes. Klar hätte ich auch um den Supermarkt rum über den Parkplatz gehen können, aber quer durch geht es nun mal schneller. Damit ich mich langsam mal wieder daran gewöhne, bin ich kurzärmlig gegangen. Es war so unangenehm, ich glaube ich bin fast gerannt. Ich hatte das Gefühl von allen angestarrt zu werden. Ich war echt froh als ich wieder draußen war. Aber zumindest habe ich die erste Mutprobe des Jahres bestanden.
Ich überlege schon die ganze Zeit, ob ich morgen kurzärmlig tanzen gehen soll. Dann hätte ich es endlich hinter mir, nächste Woche bin ich ja nicht da, dann haben die in Ruhe Zeit sich darüber auszukotzen und dann ists (hoffentlich) gut. Außerdem ist es ein gutes Gefühl zu wissen, dass ich die anderen Mädels dann erst mal 2 Wochen nicht sehen werde. Besser, als zu wissen: “In 7 Tagen muss ich schon wieder da hin und denen in die Augen sehen”. Mal sehen. Werde mir auf alle Fälle morgen auch mein T-Shirt mitnehmen und dann einfach spontan entscheiden. Wenn es morgen ein ruhiger schöner Tag wird fällt es sicher leichter kurzärmlig tanzen zu gehen, als wenn es einer von diesen Tagen ist, wo von Anfang an alles schief läuft.

Die Katzenmama hat mir von einer jungen Frau erzählt, die sie gestern bei einem Spaziergang mit ihrem Hund getroffen hatte. Da sie auch mit 2 Hunden unterwegs war, kamen sie ins Gespräch und die Katzenmama entdeckte auch verräterische Narben an ihren Armen. “…aber die macht das nicht so geordnet wie du, sondern ganz kreuz und quer! Ich hab ihr dann gesagt dass ich jemanden kenne, der ihr zeigen kann wie man das so schön ordentlich macht!”. Auweia, dachte ich nur, ich hoffe, die Frau hat Sinn für Humor. “Und, was hat sie gesagt?” wollte ich dann von der Katzenmama wissen. “Dass sie dich gerne mal kennenlernen würde!”. Jedenfalls ist es jetzt eine fixe Idee von der Katzenmama, uns einander vorzustellen. Also ich bin schon mal dabei.

2 comments on “Überreste

  1. Ich glaube auch fast, dass du das Kurzämelige hinter dich bringen solltest, wenn du dich jetzt halbwegs dazu imstande fühlst.

    Die Katzenmama finde ich ja … süß? Ich weiß gerade nicht, ob dass das richtige Wort ist. Jedenfalls finde ich es schon ein wenig seltsam, einfach auf einen fremden Menschen zu zu gehen und Kritik an dessen Schneidetechnik zu üben. Aber vielleicht ergibt sich dadurch ja wirklich ein neuer Kontakt.

    Ich wünsch dir, auch für das Auto, viel Erfolg!

  2. Kurzärmlig, ernsthaft? Bei dir muss es ja warm sein. Gestern ist uns auf der Arbeit das Heizöl ausgegangen und heute morgen hatte es 4°C. Tagsüber wirds zwar warm, aber ohne Jacke, gar kurzärmlig, dafür wärs mir dann doch zu frisch. Schöne Grüße vom kalten Inselrhein nach Subtropia

    P.S. Bei kurzärmligen Auftreten auch an die Blutsauger, ich meine die kleinen fliegenden Blutsauger 😉 , denken.

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