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Typisch

Schon gestern Abend war der Gedanke aufgetaucht: “Die Verletzung sieht nicht gut aus. Du solltest damit zum Arzt”. Deswegen durchforstete ich das Internet mal nach Ärzten in der Umgebung, die am Freitag Nachmittag Ordination haben. Ich lebe am Land, wo es ja nun mal nicht so vor Ärzten wimmelt, und dann noch einen zu finden der am Freitag Nachmittag offen hat…aber ich hatte Glück und fand einen in einer Ortschaft, die nur 8km vom Kaff entfernt ist. Nachdem ich heute von mehreren Seiten kräftige verbale Arschtritte eingefordert hatte um überhaupt den Entschluss zu fassen, wirklich zum Arzt zu gehen, beschloss ich, zuerst mal dort anzurufen. Könnte ja sein, dass die Ordinationszeiten im Internet nicht mehr aktuell sind oder was auch immer. Ich kam an ein Tonband: “Die Praxis Dr. […] ist am 28.11. wegen einer Fortbildung geschlossen. Am 1.12 sind wir wieder für Sie da.” Gnaaaaaah. Das ist mal wieder so typisch. Da nimmt man einmal seinen Mut zusammen, trifft eine Entscheidung, und dann so etwas. Für die Notaufnahme im Krankenhaus fand ich es dann doch nicht schlimm genug und so blieb mir nichts anderes übrig als das Internet nach Ärzten zu fragen, die am Samstag Vormittag erreichbar sind. Eigentlich wollte ich genau das vermeiden, weil ich mich morgen mit Blacky in einer deutschen Stadt treffe. Wir wollen uns mittags treffen, das heißt ich muss am frühen Vormittag losfahren. Aber jetzt muss ich vorher noch zum Arzt und muss hoffen, dass er mich nicht einweist oder so einen Mist. Ich weiß ja nicht ob ich mir nicht schon irgendeine Entzündung oder so eingefangen habe.

Fakt ist, dass diese Form der Selbstverletzung mich körperlich total kaputt macht. Ich habe zwar wenig geschlafen, aber nicht so wenig, dass es normalerweise auffallen würde- aber heute war ich komplett fertig.  Schwach, weiß wie die Wand, Augenringe bis zum Anschlag, Andreas ließ den Ölbehälter fallen, als er mich sah: “Oh Gott Fliegermädchen, wie siehst du aus?! Was hast du die ganze Nacht gemacht?” – “Das willst du nicht wissen” antwortete ich und grinste ihn an. Nein, er will wohl wirklich nicht wissen, dass ich in den letzten Tagen die Abendstunden damit verbracht habe, mich selbst zu verletzen.

Jedenfalls habe ich Angst, dass ich mir schon irgendetwas eingefangen habe und ich zur Abklärung ins Krankenhaus muss. Oder eine Hauttransplantation brauche, denn ich habe doch relativ großflächige Verbrennungen. Gleichzeitig habe ich den verrückten Wunsch, mich nochmal zu verletzen, denn dann zahlt sich der Arztbesuch morgen früh wenigstens aus.

One comment on “Typisch

  1. Ich hoffe, du hast einen Arzt gefunden, der deine Verbrennungen behandelt hat. Mit sowas lässt sich ja nicht spassen… Schlimmstenfalls geh halt ins Spital, auch wenn das sicher nicht angenehm ist. Ich weiss, wie mühsam es ist, zu einem unbekannten Arzt zu gehen, schon der Gedanke daran hält mich meistens davon ab, überhaupt anzurufen. Aber deine Verletzungen klingen übel. Take care, und fühl dich gedrückt.

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