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Flauschiger Abend

Davor hatte ich allerdings noch einen deutlich weniger flauschigen halben Arbeitstag zu bewältigen. Zum Glück war es wie gesagt nur ein halber, zu Mittag ließ ich Arbeit Arbeit sein, und hing eine Stunde lang mehr oder weniger unentschlossen am Flugplatz herum. Ich hatte einen Alleinflugauftrag vom Oberfluglehrer, war mir aber irgendwie unsicher ob ich das wirklich will, da relativ viele Menschen am Flugplatz waren und ich nicht wollte, dass mir jeder bei meinen Flugversuchen zusieht. Der Wind kam mit 15km/h zum Glück von vorne, aber am Boden können trotzdem Verwirbelungen entstehen, die das Landen etwas interessanter und von außen gesehen eher unschöner machen. Trotzdem startete ich. Ich hatte den Auftrag vom Oberfluglehrer zu seinem Wohnort zu fliegen, wo er gerade sein Dach neu deckte. Den Ort fand ich ohne größere Probleme, sein Haus jedoch nicht. Nach geglückter Kleinnavigation flog ich wieder zurück Richtung Heimatflugplatz, wobei ich von der Thermik ordentlich durchgeschüttelt wurde. Der Endanflug war ein Auf und Ab, und ich hoffte, dass sich die Turbulenzen in Bodennähe legen würden, was zum Glück auch der Fall war. Mein Chef, der auch anwesend war, beglückwünschte mich zu meiner schönen Landung und auch niemand der sonst anwesenden Piloten hatte etwas daran auszusetzen. Na dann.

Die Heimfahrt war etwas länger, weil es auf der Autobahn mal wieder einen Unfall gegeben hatte. Ich quälte mich also durch die laut Radio 3km Stau, auf einer Raststation schrieb ich Flausch eine SMS, dass es bei mir etwas später werden würde. Knapp 45 Minuten nach der vereinbarten Zeit war ich dann endlich da. Die Wiedersehensfreude war definitiv groß und die lange Abstinenz hatte zur Folge, dass wir erheblich mehr Blödsinn redeten als sonst. Zum Beispiel, als Sie irgendwann in meinen Ausschnitt schaute weil mein T-Shirt verrutscht war und die Narben dort sah. “Was ist das?” – “Die Frage meinst du jetzt aber nicht ernst, oder?!” – “Nein. Ich weiß was es ist, aber warum gerade da?” – “Warum nicht? Jedes Körperteil hat das gleiche Recht auf Verletzungen!”  Und Flausch entwickelte natürlich gleich Kopfkino von Körperteilen, die miteinander reden und sich darum streiten, welches als nächstes verletzt wird…

Irgendwann lagen wir dann da und ich streichelte ihren Unterarm und bekam plötzlich einen totalen Lachflash. Flausch hatte natürlich erst mal keine Ahnung was los war, und zuerst wollte ich ihr es auch nicht sagen, weil es ja doch seeeehr böse ist. Nach dem 3.: “Jetzt sag doch! Du weißt doch, dass ich schwarzen Humor verstehe!”, rückte ich mit meinen Gedanken raus: “Als ich gerade deinen Arm gestreichelt habe ist mir die Idee gekommen, dass man, wenn du tot bist, aus der Haut auf deinen Unterarmen Bio-Noppenkondome machen könnte…” Flausch fand das übrigens mindestens genauso lustig wie ich.

Was fast noch schräger war, ist die Tatsache, dass ich sie wirklich die ganze Zeit über Flausch nannte, obwohl sie ursprünglich von mir einen anderen Spitznamen bekommen hatte. Den wollte ich aber hier nicht nennen, deswegen bin ich (wegen ihren flauschigen Haaren) auf Flausch gekommen. Da ich sie ja die letzten 5 Monate nicht gesehen, aber viel im Blog über sie geschrieben habe, ist sie jetzt scheinbar mittlerweile auch im Real Life Flausch.

Und jetzt endlich:

URLAUB!!!

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