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Und sonst?

Arbeit danach war Scheiße. Hätte neben Andreas fast angefangen zu heulen. Als er dann endlich weg war, hatte ich ausreichend Zeit, um abzudriften. Ich habe von vielen Menschen gelesen, die dissoziative Zustände als sehr belastend empfinden. Ich kann das nicht verstehen. Für mich gibt es in belastenden Situationen nichts Befreienderes als die Dissoziation. Wenn plötzlich die Realität verschwimmt und die Gefühle weg sind. Es gibt mir Sicherheit. Die ganze Welt um mich herum könnte untergehen und es würde mir nichts ausmachen. Zumindest fühlt es sich so an.

Dass dadurch jegliches Zeitgefühl verloren geht, ist allerdings ein unschöner Nebeneffekt. Ich bin seit 17:30 hier. jetzt ist es 21:00. Ich könnte nicht sagen, womit ich diese Zeit verbracht habe. Aber es ist egal. Alles ist egal.

Das Gespräch hat mich verwirrt. Ich weiß grade nicht ob es mir schlecht geht weil es mir einfach schlecht geht oder ob es mir schlecht geht weil es mir schlecht gehen muss, denn immerhin hat die Frau das ja gesagt.

Ich dachte immer, ich könnte die Entscheidung, ob ich gesund sein will oder krank sein will irgendwie umgehen. Ich dachte, das würde sich einfach irgendwann mal von selbst ergeben. Doch scheinbar kann man sie nur aufschieben.

Es ist so ungerecht. Woher soll ich wissen, was richtig und was falsch ist? Ich weiß doch nicht mal, was ich eigentlich will.

 

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