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Aufgeflogen

Heute beim Mittagessen. Paul ist auch dabei- hin und wieder, wenn er keine Lust hat selbst zu kochen oder alleine irgendwo zu essen, kommt er zum Arbeitsflugplatz und isst bei uns. So auch heute. Irgendann kommen wir auf Gemüse zu sprechen. Paul meint “Na mit Gemüse hat ja auch schon jemand Erfahrung- besonders mit Gemüse mit fliegen drauf, stimmts, Fliegermädchen?” meint er und grinst mich an. Ich verstehe erst mal gar nichts. Wahrscheinlich schaue ich auch so drein. Aber auch alle anderen Anwesenden blicken ihn mehr oder weniger ratlos an. “Na das Fliegermädchen hat so eine Homepage, unter einem falschen Namen”, erklärt er. “Da erzählt sie Schwänke aus ihrem Leben.” Ich erinnere mich an die Situation mit dem Gemüse. Das war letzten Sommer. Meine Eltern und meine Schwester waren auf  Urlaub, ich alleine zu Hause. Was ich nicht wusste: In der Gemüseschublade war noch Gemüse. Als ich die Lade mal durch Zufall öffnete, kam mir ein Schwarm Fliegen entgegen. Das hatte ich natürlich gebloggt. Allerdings- in meinem “geheimen”, privaten Blog. Wie zum Teufel kommt Paul dort hin?!  Und vor allem- was, wenn er noch mehr erzählt, was ich dort schreibe?

Schnell versuche ich, das Gespräch auf ein anderes Thema zu lenken. Nach dem Essen klärt Paul dann die ganze Sache auf. Er hatte mich vorgestern gebeten, ihm die Fotos vom Flugtrainingslager zu schicken. Das hatte ich getan-  von jener E-Mail-Adresse aus, die auf den Namen läuft, den ich allgemein als Pseudonym im Internet verwende. Auf Facebook, auf meinem Fotoblog, und ich erwähne ihn auch auf meinem privaten Blog.

Paul allerdings bekam also gestern eine E-Mail von einem Absender, den er nicht kannte. Mit Dateianhang. Der Betreff war nicht aussagekräftig, der Inhalt auch nicht. Ich war davon ausgegangen, dass ihm meine E-Mail-Adresse bekannt ist, da wir die im Rahmen des Theoriekurses für den Flugschein ausgetauscht hatten. Er wusste nicht aber aus irgendeinem Grund nicht, von wem die Mail kommt. Er hat beruflich viel mit Computern zu tun, weiß also, was für Gefahren das bergen kann, wenn man Dateianlagen von unbekannten Absendern öffnet. Deswegen googelte er einfach den Absender- und stieß so auf meinen privaten Blog, wo er sich offensichtlich ein wenig umsah… jetzt weiß ich, warum ich meinen privaten Blog bis auf die eher unrelevanten Beiträge passwortgeschützt habe.

 

Morgen steht das Gespräch in der Beratungsstelle an. Derzeit weiß ich noch nicht mal, wie ich da überhaupt hinfinden soll. Heute wollte ich mir die Wegbeschreibung ausdrucken. Also Ausgangs- und Zieladresse in den Routenplaner gehämmert, Route ausgedruckt. Um in der unbekannten Stadt ein Backup für Notfälle zu haben, wollte ich mir von der Umgebung der Beratungsstelle einen detailierteren Plan drucken, da auf dem Routenplan nur die Gesamtstrecke zu sehen war. Also suchte ich mir die entsprechende Straße auf google maps. Als ich hinauszoomte um einen größeren Ausschnitt zu erhalten, sah ich, dass die Beratungsstelle sogar auf google maps verzeichnet ist.

Allerdings: Luftlinie 3km östlich von der Adresse, die auf der Homepage der Beratungsstelle zu finden ist. Jetzt bin ich ein wenig unschlüssig, was ich nun glauben soll. Denn die “Telefonzeiten” auf der Homepage stimmten ja auch nicht. Was, wenn nun die Adresse auch nicht stimmt?! Ich werde wohl auf alle Fälle eine Viertelstunde früher wegfahren. Nur zur Sicherheit…

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