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Alles nicht leicht gerade

Hab mich gestern- welch Überraschung – noch verletzt. Aber okay, was solls. Das war ja gar nicht das Problem.

Das Problem war, dass ich um 6 schon wieder hellwach war. Sprich: Nicht mal 6 Stunden geschlafen. Macht 10 Stunden in 2 Tagen.  Langsam bin ich einfach nur mehr fertig.

Der sonstige Tag heute war auch nicht leicht. Ich bin kurz davor, alles hinzuschmeißen. Arbeit macht gerade überhaupt keinen Spaß mehr. Ich fühle mich nicht wohl hier. Der einzige Grund warum ich bleibe, ist die Wohnung. Ich genieße es, alleine zu leben. Ich glaube wenn ich jetzt zurück zu meinen Eltern ziehen müsste- ich würde es keine 3 Wochen aushalten.

Deswegen muss es irgendwie weitergehen. Obwohl ich gerade echt am kämpfen bin. Ich weiß nicht, warum sich die Vergangenheit derzeit so stark in die Realität drängt. Ich komme nicht mehr richtig zur Ruhe. Auch nachts nicht. Immer wieder überrollen mich Gefühle. Scheinbar aus heiterem Himmel. Ich schaffe es zwar unter Tags ganz gut das “wegzudrücken”, aber offensichtlich bringt das nicht viel, denn schlafen ist derzeit ganz schwierig.

Dazu steht am Samstag der Geburtstag der Mutter meines Vaters an. Vieleviele Leute sind eingeladen. Und meine Oma hatte dazu eine ganz besondere Idee:  Sie könnte mit meinem Vater Walzer tanzen. Und dann er mit Nadine. Weil das so schön generationenübergreifen ist. Das Problem: Nadine kann nicht kommen.  Und ich befürchte wohl, dass mein Vater auf die Idee kommen könnte, ich könne doch mit ihm tanzen. Aber ich will nicht. Und schon gar nicht vor fremden Leuten.

Das holt alte Ängste hoch. In meiner Kindheit war “Nein” sozusagen ein verbotenes Wort. Und wenn ich mich doch gegen etwas wehrte was ich nicht wollte, hatte das Konsequenzen. Konsequenzen, die niemand haben will. Logisches Resultat: Ich gewöhnte mich daran, dass meine Grenzen ohne Rücksicht niedergetrampelt werden. Ich gewöhnte mich daran, dass nicht ich bestimme was ich aushalte und was mir zu viel ist, sondern meine direkte Umgebung- also meine Eltern.

Für mich ist es also immer noch sehr schwer, Grenzen zu setzen und zu sagen: “Nein, das will ich nicht, das mache ich nicht!”.  Ich kann das einfach nicht. Und wenn ich es doch tue, zieht das einen Rattenschwanz an komischen Reaktionen in meinem Gehirn hinterher, die meistens darin gipfeln, dass ich mich dissoziierend und von Erinnerungen verfolgt in irgendeinem Eck wiederfinde und mir wünsche, ich hätte es doch einfach geschehen lassen und nicht Nein gesagt.

Ich habe jedenfalls meiner Mutter heute am Telefon klipp und klar gesagt, dass ich nicht mit meinem Vater tanzen will. Ich bin mal gespannt ob sie inzwischen gelernt haben, mein “Nein” zu akzeptieren.

Und selbst wenn nicht: inzwischen bin ich erwachsen. Dann setze ich mich in den nächsten Zug und fahre in meine Wohnung. Ich bin nicht mehr auf meine Eltern angewiesen. Ich hoffe trotzdem, dass es nicht soweit kommt, weil ich dann wahrscheinlich tagelang damit beschäftigt sein würde, mich und meine Erinnerungen wieder zu sortieren.

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