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8 bombensichere Methoden

Wenn du meinen Blog liest und dir denkst: “Oh, ich will, dass mein Kind auch mal so wird! Aber wie stelle ich das an?!” – kein Problem, hier die Anleitung:

http://www.huffingtonpost.de/sherrie-campbell-phd/8-bombensichere-methoden-_b_4711705.html

Nein, Spaß beiseite.

Der Artikel ist erschreckend wahr. Ich kann zwar nicht alle 8 Methoden bestätigen, aber eindeutig mehr als eine. Und der Artikel hat mich irgendwie traurig und wütend gemacht, weil es einfach nur eine Hand voll Dinge sind die man beachten müsste, damit ein Kind zu einem (psychisch) gesunden, seelisch gefestigten Menschen heranwächst.

Ich bin aber nicht wütend auf meine Eltern komischerweise. Zumindest glaube ich das, weil Wut ist für mich ein Gefühl, das mit sehr viel Angst verbunden ist. Ich habe Angst davor, wütend zu sein, besonders auf andere Menschen, insbesondere meine Eltern. Weil…im Grunde sind sie auch nur Menschen. Ich war ihr erstes Kind. Sie hatten keine Erfahrung, stammen beide aus schwierigeren Familienverhältnissen- man kann ihnen im Prinzip keinen Vorwurf machen und ich bin mir sicher, dass sie heute viele Sachen anders machen würden. Aber damals war ihnen das einfach nicht bewusst, und ich finde man sollte niemandem für etwas böse sein was er nicht gewusst hat. Außerdem kommt es ja auch auf den Charakter des Kindes an- wenn das kein “Sensibelchen” ist so wie ich, wird es wahrscheinlich mit vielen Dingen anders umgehen, oder die Schäden, die durch die 8 Methoden enstehen, werden geringer sein.

Und heute? Zu meiner Mutter habe ich ein gutes Verhältnis würde ich sagen. Ich kann mir nur ausmalen wie schlimm das sein muss, wenn man seinem eigenen Kind dabei zusehen muss wie es sich selbst zerstört und man selbst kann nichts dagegen tun. Irgendwie tut sie mir ja auch leid deswegen. Aber das hat sie zumindest zum Nachdenken angeregt und sie hat vieles geändert. Wir haben viele Gespräche geführt, und heute verstehen wir uns recht gut. Ich glaube der Abstand ist auch einfach wichtig, wir telefonieren einmal in der Woche, außer wenn es zwischendurch irgendetwas Wichtiges gibt, alle paar Wochen komm ich am Wochenende nach Hause- das ist okay für sie und okay für mich. (Obwohl meine Chefin einigermaßen entsetzt war, als ich ihr das erzählt habe- sie telefoniert jeden Tag mit ihrer Tochter, die im Ausland lebt)

Bei meinem Vater ist das irgendwie schwieriger. Ich akzeptiere ihn, aber ich würde nicht sagen, dass wir ein Vater-Tochter-Verhältnis haben. Dazu ist einfach zu viel vorgefallen. Man kann ihm nicht vorwerfen, dass er nicht versucht hätte, das wieder gradezubiegen. Es gab mehrere Versuche von ihm aus. Und ich bin auch darauf eingestiegen.  Ich möchte niemandem Steine in den Weg legen, der versucht, Dinge zu klären. Aber trotzdem hat er immer wieder Dinge getan, wo er definitiv wusste, dass mich diese Situationen belasten und ich Angst habe. Ja, ok, er kam hinterher immer an und sagte dass es ihm leid täte, dass er ja wisse wie sehr mich das belaste, blabla- aber davon hab ich auch nix,  wenn ich dann dissoziierend im Eck liege und Erinnerungen auf mich einstürzen. Er hatte seine Chancen, er hat sie nicht genutzt. Es geht mir nicht darum, ihn dafür zu “bestrafen”- es geht um Selbstschutz.

Manchmal habe ich einfach das Gefühl, irgendetwas verpasst zu haben. Ich kann nicht definieren was. Aber irgendetwas…keine Ahnung, fehlt einfach. Es fühlt sich genauso an, wie wenn man irgendwas ganz tolles träumt, und beim Aufwachen nur mehr weiß dass es etwas ganz Wunderbares war, aber sich beim besten Willen nicht mehr erinnern kann was genau.

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